Der Gedichtladen

Gedanken aus dem Leben, für das Leben

Swimmingpool

Swimmingpool

Ein Film, der betagt ist und heute kaum noch ansehbar, würden da nicht der Inbegriff von Frau, Romy Schneider, und der eines Mannes, Alain Delong die Hauptrollen spielen, und es sind vor allem Liebesspiele, die die beiden treiben, und der langsame Film gibt einem eine Vorstellung davon, wie langweilig es einem damit werden kann. Das Domizil in Südfrankreich, das mit allem Luxus ausgestattet ist, einschließlich eben Swimmingpool und Haushälterin, gehört diesem sich in der Sonne aalenden Paar nicht. Beide sind nur von der Arbeit abgebracht, sie Journalistin und er Werbedesigner und bringen außer Liebe nichts mehr zustande.

Er hat sich immerhin das Trinken abgewöhnt, als ein Freund mit seiner gerade mal fast erwachsenen Tochter auftaucht, mit dem Romy auch vorher schon mal zusammen war, bis der Freund seiner eigenen Aussage nach ihrer überdrüssig geworden war. Die Tochter, die herrlich eckig dargestellt ist, findet auch einzig Gefallen an dem trockenen Alkoholiker Alain, wobei sie dabei eher einem Instinkt folgt, als dass es Gemeinsamkeiten geben würde.

Der besuchende Freund bringt Leben in die Bude, genießt es in vollen Zügen und nur nebenhin beschäftigt er sich mit Alain durch gute Ratschläge. Er lässt auch nicht gerade Herz durchscheinen, als er sieht, dass Alain rückfällig geworden ist. Er hat so wenig Zutrauen zu seinem langjährigen Freund, dass er das scheinbar als Krönung oder logische Konsequenz seiner schwachen Haltung sieht. Es erübrigt sich zu sagen, dass der ehemalige Freund Romys und der noch seiende von Alain kein Sympathieträger ist.

Wir erzählen hier, wie auch in unseren Theaterstücken, keine tragischen Geschichten, denn wir haben ein zartes Gemüt und manche Dinge passen auch nicht mehr in die heutige Zeit, wo das Gewissen stärker geworden ist. Wer will, kann sich ja den Film selbst mal ansehen.

Der schöne und sympathische, wenn auch etwas nichtsnutzige und rückfällige der beiden Freunde behält jedenfalls die Oberhand, und nur der Zuschauer kennt als freiwilliger Voyeur die ganze Wahrheit. Alle aktiven Teilnehmer sind da mehr auf ihre Gefühle angewiesen, was sich dem Zuschauer dann auch mitteilt – und siehe, er teilt sie zu guter Letzt. Das wohl nicht nur, weil es sich um Romy Schneider handelt und Alain Delong, sondern weil scheinbar nur ein Verbrechen gesühnt wurde, das in nicht mehr bestand als übliche Lebenslust, Oberflächlichkeit und Hintanstellung der Freundschaft.

Das ist wirklich ein alter Film, wo so etwas noch hinterfragt wird. Er berührt einen heute eher philosophisch.

C.R. 14.3.2021