Der Gedichtladen

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Der Falter


Wie ein zitternder Falter aus Seidenpapier
er flattert vergeblich, verbirgt sich bei Dir
beruhigt sich in Deinen Höhlenhänden
wollt schon im Dunkeln sein Dasein beenden

Da sprichst Du zu ihm: „Zieh doch weiter dahin
auf den zittrigen Bahnen, die Du nur kannst
mit Deinem schwarz Auge, eine Träne darin
bevor Du Dich so gänzlich entmannst“

Der kleine Falter aus Seidenpapier
so in Deiner Händehöhle geborgen
stellt ein bisschen die Flügel zu danken Dir

Fliegt dann recht zittrig in den blauenden Morgen
und in seinem Zittern und seinem Getu
im Umschaun, so scheint’s ihm, zitterst auch Du

C.R. 23.7.2019


Limerick des Tages

“Ein Dichter in der Kemenate
saß schreibend da von früh bis spate
doch was er schreibt, das liest man nicht
ein eitel Treiben – ein Gedicht
ganz unnütz nur in hohem Grade”