Der Gedichtladen

Gedanken aus dem Leben, für das Leben

Ich, Poseidon – Sohn des Atlas

Mein Tempel, genannt auch Akropolis
umgeben von Mauern aus Erz
selbst überzogen mit Oreichalkos
metallisch schimmernd dies heilige Herz

Konzentrische Ringe mit Mauern bewehrt
dies alles ist in Atlantis gelegen
dazwischen sind Gräben mit Wasser
auf denen sich Flottillen bewegen>p>
Es bedroht uns kein Feind
keiner weiß, wo Antlantis gelegen
ist alles hier Schmuck nur
auf allem liegt meines Vaters Segen

Doch zogen hinaus die Atlanter
in Länder so fern von Atlantis
zu rauben, zu wüten, zu brennen gar
es zog die kriegerische Schar
bis hin zur Ägäis

Darauf zog ich meine schützende Hand
von der mir erbauten Akropolis
ließ untergehen das Unterpfand
das sagenumwobene Atlantisland
den noch mächt’geren Wellen ich überließ

Und Wohnstatt für Seelen ist es nun mehr
bevor sie der weltlichen Dienste frönen
ich selbst dorthin manchmal noch wiederkehr
an menschlichem Frieden und dem Meer
mit allem mich auszusöhnen

Atlantis, was ich sage ist dies
ließ Dich untergehen, das war recht fies
doch was ich den Wellen nicht überließ:

Die große Sehnsucht nach Untergang
in den Zwiebelhäuten der Herzen
die mit Tränengräben ich noch umfang’
und sinnlosen Mauern aus gleißenden Erzen

C.R. 5.8.2012