Den Glauben an das Theater wiedergewonnen
Was Julia Raab und Frank Schenke vom Theater Korona auf der Hofbühne in Jahnishausen am Sonnabend boten, begleitet von einer Pianistin und einem Chellisten, war hohe Kunst. Das sprach nicht nur Gundermann Kenner an, sondern auch diejenigen, die von dem vor 28 Jahren plötzlich Verstorbenen vielseitigem Künstler, der dazu noch ehrlich arbeitete, vielleicht noch nie etwas gehört hatten.
Der Titel „Engel über dem Revier“ würde gut in die inzwischen zu Müßiggang einladenden Seenlandschaften passen. Mit dem Verschwinden der doch durchaus zu ihrer Zeit nützlichen Schandlandschaften, die den Tagebauen geschuldet waren, blieb diesem engagierten „Narren“, wie seinen Fans, wohl nichts anderes übrig, als Wunden zu lecken, er im Himmel, wir auf Erden.
Die Fragen, die Gerhard Gundermann stellte, die Probleme, die er aufwarf, gehen an die Substanz, und es gibt wirklich über ihn unendlich viel zu sagen, wie es eben der Kunst guttut, einen Gegenstand von Bedeutung zu haben, denn verklapst wurden wir inzwischen auch von Kunst bis zum Überdruss.
Nun wünsche ich mir, dass es viele Aufführungen von diesem Stück Zeitgeschichte, das auch das Potenzial hat, viel am Geschichtsbild DDR zurechtzurücken und deren bestes Produkt, einigermaßen einzigartige Menschen, zu würdigen, dass es auch in den ehemaligen Revieren die Runde machen möge.
CER 8.9.2026