{"id":985,"date":"2012-07-22T12:00:58","date_gmt":"2012-07-22T10:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=985"},"modified":"2024-09-29T15:29:07","modified_gmt":"2024-09-29T13:29:07","slug":"kolumne-kw29-kw30","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/985","title":{"rendered":"Kolumne KW29 \/ KW30"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was ist Manie?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gedanken einer Betroffenen zum Roman <em>&#8222;Klarheit und Wahn&#8220;<\/em><\/p>\n<p>\nDieses Buch ist die Sprache eines Gehirns, das sich mit seinen &#8222;Windungen&#8220; manchmal auf katastrophalen Abwegen befindet. Es erlaubt demjenigen, dem es geh\u00f6rt, zeitwei\u00adse nicht, rational und bewusst zu denken.<\/p>\n<p>\nIn dem Buch spiegelt sich die Apokalypse eines Menschen und seiner Seele wider. Es ist der reale Ausdruck eines Wahns, der sich in Zyklen zeigt und mit Hilfe von Medikation, wenn sie rechtzeitig erfolgt, eind\u00e4mmen l\u00e4sst. Der Zustand ist gepr\u00e4gt von Ignoranz, \u00fcberstei\u00adger\u00adtem Selbstbewusstsein und Gel\u00adtungs\u00adsucht.<!--more--> Er geht meist auch einher mit ei\u00adner gesteigerten Kauflust, die den Betroffe\u00adnen und die involvierte Familie in den Ruin treiben kann. Sp\u00e4ter muss bei jedem davon Betroffe\u00adnen die Erkenntnis erfolgen, mit aller Kraft sich selbst davon zu befreien. Oft ge\u00adlingt das nicht, denn es ist furchtbar anstren\u00adgend.<\/p>\n<p>\nLieber Leser, ich m\u00f6chte Ihnen an einer klei\u00adnen Geschichte zu erkl\u00e4ren versuchen, wie Sie sich den &#8222;Wahn&#8220; vorstellen m\u00fcssen. Bitte bringen Sie Geduld und sehr viel Fantasie mit.<\/p>\n<p>\nStellen Sie sich einen Luftballon vor, verpackt mit 49 anderen in einer T\u00fcte. Die T\u00fcte ist gekauft worden und dieser Ballon wird als erster von einem niedlichen, blondgelockten M\u00e4dchen, welches seinen Vater bittet ihn aufzupusten, aus der T\u00fcte befreit. Das M\u00e4d\u00adchen hat ihn ausgew\u00e4hlt, weil er rot ist, denn rot ist ihre Lieblingsfarbe. Der Vater erf\u00fcllt den Wunsch der Tochter und bl\u00e4st den Bal\u00adlon zu voller Gr\u00f6\u00dfe auf. F\u00fcr die Kleine ist es unbegreiflich, was aus dem kleinen roten St\u00fcck Gummi geworden ist. An den Luftbal\u00adlon kommt ein Band, so dass das M\u00e4dchen damit im Garten herumtollen kann. Sie schwingt das Band so ungest\u00fcm, dass es ihr aus der Hand gleitet. Entsetzt und traurig schaut sie gen Himmel, wohin ihr &#8222;Spielge\u00adf\u00e4hr\u00adte&#8220; davonschwebt.<\/p>\n<p>\n<strong>Der Ballon jedoch ist \u00fcbergl\u00fccklich und seine Seele \u2013 so er denn eine hat \u2013 jubiliert.<\/strong><\/p>\n<p>\nNehmen wir das in diesem Fall einmal an und setzen es in Assoziation zu der Seele des Au\u00adtors w\u00e4hrend seiner Wanderschaft und den daraus entstehenden Folgen.<\/p>\n<p>\nAlso, der Ballon fliegt in die H\u00f6he und ent\u00addeckt die Sch\u00f6nheiten der unter ihm liegen\u00adden Weiten. Er erfreut sich an herrlich gr\u00fc\u00adnen W\u00e4ldern und sich dahinschl\u00e4ngeln\u00adden tiefblauen Fl\u00fcssen. Er erg\u00f6tzt sich an blu\u00admengeschm\u00fcckten T\u00e4lern und sanft dahin\u00adgestreckten H\u00fcgeln. Der Wind treibt ihn immer weiter, so dass er sich bald auch an mit Schnee bedeckten hohen Bergen erfreu\u00aden kann. Bisweilen begegnet ihm auch ein Vogel, der aus dem S\u00fcden zur\u00fcckkehrt, wo er vor der kalten Jahreszeit Schutz suchte. Die V\u00f6gel gleichen sich der Geschwindigkeit an und erz\u00e4hlen unserem Ballon so manche Anekdote, die sie auf dem Fug erlebt haben. Dieses alles geht noch eine geraume Zeit weiter und der Ballon empfindet Gl\u00fccksge\u00adf\u00fch\u00adle immensen Ausma\u00dfes, bis alles ein j\u00e4hes Ende findet.<\/p>\n<p>\nEr zerplatzt und f\u00e4llt ganz, ganz langsam nach unten. Heftig schl\u00e4gt er auf und ist sich nicht mehr so sicher, ob seine ach so sch\u00f6ne &#8222;Freiheit&#8220; f\u00fcr ihn wirklich so sch\u00f6n war, wie er sie in den Sph\u00e4ren erlebt hat.<\/p>\n<p>\nVielleicht k\u00f6nnen Sie, liebe Leser, nun ein klein wenig nachvollziehen, was der Autor mit seinen Zeilen auszudr\u00fccken versucht. Er hat alles genauso real empfunden und erlebt, wie er es beschrieben hat. Das nachzuvollzie\u00adhen ist f\u00fcr einen Menschen, der noch nie ein &#8222;Luftballon&#8220; war, sehr schwierig. Aber den\u00adken Sie daran: es gibt zwischen Himmel und Erde Dinge, die manchmal einfach nicht zu begreifen sind.<\/p>\n<p>\nZum Abschluss ein paar Zeilen von Stendhal zum Thema Liebe, weil dieses Buch voller Liebe steckt:<\/p>\n<p>\n<strong>Die Kunst der Liebe<\/p>\n<p>\nDie ganze Kunst der Liebe beruht, wie mir scheint, darauf, dass man ausspricht, was der Zauber des Augenblicks erfordert, in anderen Worten: dass man seinem Herzen folgt.<\/strong><\/p>\n<p>\n<em>Rositha P\u00f6tzscheck, in Teupitz 7.7.2012<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist Manie? &nbsp; Gedanken einer Betroffenen zum Roman &#8222;Klarheit und Wahn&#8220; Dieses Buch ist die Sprache eines Gehirns, das sich mit seinen &#8222;Windungen&#8220; manchmal auf katastrophalen Abwegen befindet. 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