{"id":873,"date":"2012-04-09T20:51:26","date_gmt":"2012-04-09T18:51:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=873"},"modified":"2024-09-29T15:32:59","modified_gmt":"2024-09-29T13:32:59","slug":"kolumne-kw15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/873","title":{"rendered":"Kolumne KW15"},"content":{"rendered":"<p><strong>Osterfeuer 2012 in Waltersdorf<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der F\u00f6rderverein, den meine Frau leitet, hatte sich viel versprochen von einem neuen Anfang im Kleinen, was das Osterfeuer betrifft. Ein guter Anfang war das allemal, aber es erweist sich auch, dass man vielleicht noch etwas mehr tun muss, um neben der elementaren Mentalkraft des Feuers<!--more-->, sich etwas einfallen zu lassen, dass sich alle vielleicht noch ein bisschen mehr einem Ritual widmen, das ja eigentlich in der Austreibung des Winters besteht, der an diesem Tag noch mal alles aufbot, was er an Schnee und Graupeln zu bieten hatte.<\/p>\n<p>\nAn Prominenz war der B\u00fcrgermeister mit Neffen rechtzeitig erschienen und wie eigentlich immer in launiger Stimmung. Er hielt es f\u00fcr einen guten Anfang, der hier gemacht wurde, weil man doch sehe, dass es dabei vor allem um die Feuerwehr geht, man auch die Fahrzeughalle habe, in der man sich bei der K\u00e4lte ein bisschen aufw\u00e4rmen konnte, die Toiletten, den Strom und was da eben so dranh\u00e4ngt, man immer nicht so ahnt, wenn man nur mal so hingeht als Gast.<br \/>\nBald schwebte auch die Ortsvorsteherin herein, ein kurzes &#8222;Guten Tag&#8220; mit dem Amtsinhaber, der ja vor kurzem noch Wahlkampfgegner war und dann sehr anregende Gespr\u00e4che \u00fcber Politik, die Initiative in der Schulzendorfer Stra\u00dfe, die ja nun immerhin schon einen Smiley eingebracht hat und zu deren n\u00e4chster Versammlung sie gern kommen w\u00fcrde.<br \/>\nAls Dritter im Bunde kann man wohl zur Prominenz auch den Vorsitzenden der Gemeindevertretung Herrn Damm rechnen, der zwar angemessen mit Winterm\u00fctze erschien, aber viel gute Laune mitbrachte.<\/p>\n<p>\nDas gro\u00dfe Anz\u00fcnden war f\u00fcr 19 Uhr angesetzt und tats\u00e4chlich war nach einem etwas rauen Apriltag dann doch noch ein sch\u00f6ner Sonnenuntergang zu verzeichnen. Man hatte sich f\u00fcr die Variante &#8222;alles auf einmal&#8220; entschieden und den ganzen Haufen zusammengefahren, der zu einem Gutteil noch aus den Tannenresten des Festes der Stille bestand. Man war offenbar ein bisschen \u00fcberrascht, dass es um sieben noch nicht dunkel war. Der DJ, der eine Webcam auf den Feuerplatz gerichtet hatte, wurde schon sichtlich nerv\u00f6s und fragte, ob denn nicht das Feuer bald angez\u00fcndet werde. Und dann mit einem Mal, ohne Zeremoniell, ohne Ank\u00fcndigung, wie es eben auch bei echten Br\u00e4nden zu sein pflegt, zog pl\u00f6tzlich eine riesige Rauchschwade am Feuerwehrgeb\u00e4ude vorbei, das nun doch jemand entz\u00fcndet haben musste. Von Norden her, von woaus auch der Wind blies, brannte der Haufen langsam durch, so dass man sich bald nicht mehr in der N\u00e4he aufhalten konnte und die zwei tapferen Feuerwehrleute, die es b\u00e4ndigen und hegen sollten, schon die W\u00e4rmeschutzvisiere herunterklappen mussten, um ihren T\u00e4tigkeiten nachzugehen.<\/p>\n<p>\nNat\u00fcrlich sahen sich die Entscheider, denen doch immer auch an der guten Stimmung unter der Bev\u00f6lkerung etwas liegt, unter dem Publikum von ungef\u00e4hr zwei- bis dreihundert Leuten um und stellten fest, dass man sich eigentlich unter diesen nicht mehr so richtig auskennt. Es waren wohl auch nur ein Dutzend der angestammten bekannten Gesichter, unter denen es Wiedersehensfreude und sogar ein bisschen ausgelassene Stimmung gab. \u00dcberraschend die vielen jungen Gesichter, die wir aber nicht mehr von Kindesbeinen auf kennen, so dass man nicht so genau zuordnen kann, woher sie eigentlich kommen.<\/p>\n<p>\nIn der zweiten Saison, als dann das Feuer schon fast heruntergebrannt war, ging es dann hei\u00dfer in der Fahrzeughalle zu, wo ein paar Tanzbewegungen auf das &#8222;Parkett&#8220; gelegt wurden und der ebenfalls dort befindliche Bierwagen, der anfangs mehr Umsatz mit Gl\u00fchwein gemacht hatte, jetzt gr\u00fcndlich leergezapft wurde und man schon mal die Wattejacke ablegen musste, weil einem bei den hei\u00dfen Rhythmen noch w\u00e4rmer wurde als unter den W\u00e4rmestrahlen des Feuers drau\u00dfen. Da wurde man dann schon mal von einer Frau in den Arm genommen, die man sonst nur beim Ausparken sieht, und wenn man bedenkt, dass es einen eigentlichen Dorftanz bei uns nicht mehr gibt, dieses Defizit ein bisschen kompensiert werden konnte.<\/p>\n<p>\nEin Dank gilt den vielen Aktiven und besonders den beiden, Angy und dem Wehrf\u00fchrer, die sich nicht nehmen lie\u00dfen, den ganzen Abend die Bar zu halten und sicher auch bis zum bitteren Ende ausgehalten haben, wo unsereins nun doch schon im Bette liegt und den Schlaf der Gerechten schl\u00e4ft. Denn morgen hei\u00dft es Ostereier verstecken und geht der Gedichtladen ja wieder auf Tour.<\/p>\n<p>\n<em>Im Waltersdorfe, den 7.4.2012<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Osterfeuer 2012 in Waltersdorf &nbsp; Der F\u00f6rderverein, den meine Frau leitet, hatte sich viel versprochen von einem neuen Anfang im Kleinen, was das Osterfeuer betrifft. 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