{"id":846,"date":"2012-03-11T20:11:03","date_gmt":"2012-03-11T18:11:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=846"},"modified":"2023-12-08T23:01:04","modified_gmt":"2023-12-08T21:01:04","slug":"kolumne-kw11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/846","title":{"rendered":"Kolumne KW11"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dichterseminar im M\u00e4rzen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wieder einer mehr bei den UnDichtern, denn der Dresdner Steffan Tittel, der sich unser Treiben schon einmal angesehen hatte und dabei gleich ideenreich mitgewirkt hatte und dem auch der Weg von Dresden nicht zu weit ist, trat in den Verein ein.<br \/>\nDie Arbeitsatmosph\u00e4re knisterte so, dass Liane und er sich gleich hinsetzten und noch ein paar Verse schmiedeten, die dann auch wohlwollende Aufnahme fanden. An Andreas konnte man die Kunst bewundern,<!--more--> in aller Bescheidenheit tiefsch\u00fcrfende Erkenntnisse zu gewinnen, die man sich mit ihm zusammen wie im Fluge erwirbt, einer Methode, die wir nicht anstehen, als Schrockesche Methode einzuordnen und zu klassifizieren.<br \/>\nWenn wir eben &#8222;wir&#8220; geschrieben haben, dann kommt schon das ganze Ma\u00df an Selbst\u00fcberhe\u00adbung zum Ausdruck, ein &#8222;Pluralis Majestatis&#8220; sei das, kramt Lars aus geballten Geschichts- und Deutschkenntnissen hervor, dabei hatte ich einfach nur mal &#8222;wir&#8220; sagen wollen, ohne uns unserer Hoheit bewusst zu sein. Also muss ich mich ganz pers\u00f6nlich und singularis zu der Art des Schrocke\u00adschen Vortrags lobend \u00e4u\u00dfern, bei dem es um den Reim ging und wir erfuhren, dass der Endreim auf Fremdes zur\u00fcckgeht und wir Germanen doch viel lieber schlag- und stabreimen sollten. Ich h\u00f6re schon die allgegenw\u00e4rtigen Kritiker: &#8222;Dies hier ist Deine Meinung, dies Recht magst Du haben, ist aber f\u00fcr mich nicht weiter von Belang.&#8220;<br \/>\nEinen durchaus erfolgreichen Vertreter am Reimerhimmel hatten wir an diesem Wochenende gerade kennengelernt, den Mann f\u00fcr alle F\u00e4lle Herbert Mehwald, dem mit seinen geistreichen Versen Motzen schon ein bisschen zu klein geworden ist, dessen Gedichte auch durchaus schon Erfolg bei Zeitungen hatten, was sonst kaum einer von uns sagen kann, und da man nun mal in vers\u00f6hn\u00adlicher Stimmung gegen den Reim war, weil doch jetzt das Hintert\u00fcrchen offensteht, dass er fragw\u00fcrdiger R\u00f6mischer Herkunft ist und dessen Unterlassung keinesfalls als Makel wird gelten k\u00f6nnen. Da sprudeln nun die Gedichte heraus aus dem Herbert und sein Vorrat scheint uner\u00adsch\u00f6pf\u00adlich. Er h\u00e4tte uns gern noch ein paar mehr Schlucke aus dieser Flasche, prall gef\u00fcllt mit dichterischem Lebenselixier, gegeben.<br \/>\nNeulinge werden bei den UnDichtern immer mit gr\u00f6\u00dfter Nachsicht behandelt, k\u00f6nnen sie doch per se noch nicht durch das l\u00e4uternde Feuer unserer Kritik gegangen sein und so wurden auch die Kapitel anschwellenden Herzschlags von der noch jugendlichen Sandra mit anerkennenden Wor\u00adten aufgenommen. Hatte sie doch schon drei Jahre mit ihrem Projekt zugebracht und bereits die Auswahl zwischen 34 Kapiteln. Man muss in der einigerma\u00dfen langweiligen Welt schon als Frau einer Frau zugetan sein, um noch Sensationelles auf die Beine zu bekommen. Fast will man meinen, dass eine der raren Chancen nur noch darin besteht, in allem bereits Dargebrachten noch Neues zu finden. Wir lie\u00dfen uns von der perfekten Schale, die trotz der Jugend schon profes\u00adsionell war, nicht t\u00e4uschen und hielten uns weitgehend mit Vergleichen zur\u00fcck, das Geschriebene in die N\u00e4he von Soap zu r\u00fccken, nur eine von uns brachte es nicht \u00fcber sich, sich so zur\u00fcckzu\u00adhalten und wer wollte, konnte bemerken, dass es um die Perfektion der Schale dann doch nicht so vollkom\u00admen bestellt war.<br \/>\nNachdem nun fast alles Fra\u00df der l\u00e4uternden Flammen der Kritik geworden, traf man sich noch mal am Sonntage, sich noch ein wenig am H\u00e4ufchen Asche zu w\u00e4rmen, die zu einem guten Teil auch meine Asche ist, denn &#8222;unsere&#8220; darf ich nun nach entsprechender Diskussion nicht mehr sagen. Vielmehr lie\u00df ich dann auch noch die vorletzte meiner Rezensionen versengen, wobei das einhel\u00adlige, fast erwartete Fl\u00e4mmchen der Vernichtung noch einmal aufz\u00fcngelte, bevor ich mich an mei\u00adnen weit nachsichtigeren Computer zur\u00fcckziehen konnte und diese letzten Zeilen hier vollenden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em> Im Waltersdorfe 11.03.2012<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dichterseminar im M\u00e4rzen &nbsp; Wieder einer mehr bei den UnDichtern, denn der Dresdner Steffan Tittel, der sich unser Treiben schon einmal angesehen hatte und dabei gleich ideenreich mitgewirkt hatte und dem auch der Weg von Dresden nicht zu weit ist,&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/846\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-846","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kolumne"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/846","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=846"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/846\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4443,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/846\/revisions\/4443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=846"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=846"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=846"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}