{"id":827,"date":"2012-02-26T19:55:37","date_gmt":"2012-02-26T17:55:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=827"},"modified":"2023-12-08T23:01:04","modified_gmt":"2023-12-08T21:01:04","slug":"kolumne-kw9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/827","title":{"rendered":"Kolumne KW9"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Jahr nimmt seinen Lauf<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun ist dieses Jahr zwar wieder einmal einen Tag l\u00e4nger, der n\u00e4chste Woche ein\u00adge\u00adschoben wird, aber es ist auch unaus\u00adweichlich, dass bereits wieder zwei Mo\u00adnate des neuen vergangen sind. Man hatte sich einiges vorgenommen und jetzt zeigt sich, dass auch dieses Jahr endlich ist und die Lebenszeit begrenzt, was wohl schon Marcel Proust vor hundert Jahren besch\u00e4f\u00adtigt haben muss, als er auf die Suche nach der verlorenen Zeit ging und dar\u00fcber sei\u00adnen Lebensepos verfasste, zu dem sie nach gehabter M\u00fche nun auch auf dieser Seite eine Rezension finden.<!--more--><\/p>\n<p>\nEs stehen auch immer wieder Geburtstage an, von denen man nun auch schon einige hinter sich hat, vielleicht sogar einige be\u00adreits mit dem Makel versehen, dass man sie vergessen hat. So ging es auch meinem ehemaligen Compagnon mit dem meinen und man kann sich jetzt \u00fcberlegen, ob das ein Versehen war, einfach eine Nachl\u00e4ssig\u00adkeit, und weiter wollen wir auch nicht den\u00adken, denn das w\u00e4re vielleicht unge\u00adrecht.<\/p>\n<p>\nAuch unser B\u00fcrgermeister wurde letzthin 60. Hat er doch gerade noch einen Wahl\u00adkampf hinter sich, der vielleicht der letzte seines Lebens war. Wir wissen nicht so viel von der Lokalpolitik, um annehmen zu k\u00f6n\u00adnen, ob sich dieses Amt \u00fcber die Rente hinaus wird ausdehnen lassen, wie etwa des Bundespr\u00e4sidenten, der willentlich etwas betagt sein soll, aber weniger eitel sein k\u00f6nnte, als sich in der letzten Wahl andeutet. Das scheint ja auch ein schnelllebiges Amt zu sein, da fast keiner von diesen Repr\u00e4sentanten in letzter Zeit noch den planm\u00e4\u00dfigen Abschluss ge\u00adschafft hatte und immer wieder, offenbar mit der Lupe, nach Unbescholtenen ge\u00adsucht werden muss.<\/p>\n<p>\nDas kann man nun wirklich unserem B\u00fcrger\u00admeister zugute halten, auch wenn ihn viele Waltersdorfer f\u00fcr einen Proteg\u00e9 Gro\u00dfziethens halten und entsprechende Vorbehalte haben, dass er sich trotz der Milliarden, die hier in der Gemeinde bewegt werden infolge des Flug\u00adhafens, in nichts hat verstricken lassen, kei\u00adnem Filz zuzurechnen ist. Ein anderer Kritik\u00adpunkt l\u00e4uft daraus hinaus, dass es Tendenzen geben k\u00f6nnte von Selbstherrlichkeit, wir einem kleinen K\u00f6nigreich glichen, aber wie sollten wir, wenn dem so w\u00e4re, daran Ansto\u00df nehmen, wo wir doch gerade die Vorteile einer Monarchie wiederzuentdecken im Begriff sind. <\/p>\n<p>\nF\u00fcr mich ist er in der Gesellschaft von Schwei\u00adgern, Nichtemailbeantwortern, Aus\u00adsitzern eine l\u00f6bliche Ausnahme, denn bei aller N\u00fcchternheit, die einen manch\u00admal schon bedenklich stimmen kann, beantwortet er Fragen immer umgehend und hat mehr Herz f\u00fcr die Waltersdorfer als ihm vielleicht dargebracht wird.<\/p>\n<p>\nDa wir erst nach seinem Geburtstag vom Ereignis erfuhren, wir gerade im Begriff waren, den Marcel Proust neu f\u00fcr uns zu entdecken und zu jener Zeit die Entde\u00adckung der k\u00fcnstlichen Farbherstellung des Mauve, die der wilden Malve, Furore machte, lie\u00dfen wir unser Geburtstags\u00adgedicht davon inspiriert sein. <\/p>\n<p><p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><br \/>\nMauve<\/p>\n<p>\nDie Farbe, die ja fast vergessen scheint,<br \/>\nman nicht mehr sagt, wenn man helllila meint,<br \/>\ndie vor Dezennien eine Revolution,<br \/>\nBeginn von Farben aus Anilinproduktion.<br \/>\nSie sei f\u00fcr&#8217;s neue Lebensjahr Ihnen zugedacht,<br \/>\nso ganz aus menschlich Kunst gemacht.<br \/>\nUnd stehe selbst schon vor der gleichen Schwelle,<br \/>\nim Innern Kind noch, doch gefestigt an der Stelle,<br \/>\nwo man in wilder Malvenwelt,<br \/>\nsich seinem Schicksal weiter stellt.<br \/>\nWie andre vor des Fr\u00fchlings Prachten<br \/>\nbereits denselben vorbedachten,<br \/>\nihn nahen Herzen zuzudenken,<br \/>\nstatt Illusionen zu verschenken.<br \/>\nUnd weben so den Gobelin<br \/>\naus allerfeinstem Stoff \u2013 mauvein.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Inauguration eines neuerlichen BPr\u00e4s. \u00fcberlassen wir gern anderen, auch wenn man uns noch so sehr mit einem Auftrag dazu bedr\u00e4ngte. <\/p>\n<p><p>&nbsp;<\/p>\n<p><em> Im Waltersdorfe 25.2.2012<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jahr nimmt seinen Lauf &nbsp; Nun ist dieses Jahr zwar wieder einmal einen Tag l\u00e4nger, der n\u00e4chste Woche ein\u00adge\u00adschoben wird, aber es ist auch unaus\u00adweichlich, dass bereits wieder zwei Mo\u00adnate des neuen vergangen sind. 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