{"id":5389,"date":"2026-09-23T14:51:20","date_gmt":"2026-09-23T12:51:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=5389"},"modified":"2026-09-23T14:51:20","modified_gmt":"2026-09-23T12:51:20","slug":"eine-sehr-persoenliche-atmosphaere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/5389","title":{"rendered":"Eine sehr pers\u00f6nliche Atmosph\u00e4re"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine sehr pers\u00f6nliche Atmosph\u00e4re<\/strong><\/p>\n<p>Erst durch den Reisebericht meines Freundes TS habe ich erfahren, dass, als wir uns in der O Busstadt Salzburg befunden hatten, wir auch nahe einer Volkssage uns befunden hatten, die in den Zeiten einiges an Wandlung durchgemacht hatte.<\/p>\n<p>Wir waren n\u00e4mlich in Salzburg, nahe des Obersberges, in dem der aktuellen Sage nach in der Eish\u00f6hle Karl der Gro\u00dfe seinen Bart um den marmornen Tisch wachsen l\u00e4sst, nur aller Hundert Jahre mit der Frage an sein Gefolge erwacht, ob denn die Raben noch fliegen. Ja, sie fliegen noch, lautet die gew\u00f6hnliche Antwort, und so sieht er die Zeit der Menschen noch nicht gekommen und schl\u00e4ft weiter, wiederum hundert Jahre..<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich sa\u00df auf diesem unterirdischen Throne Friedrich II., der Staufer. Der Stupor Mundi, wie man ihn auch nannte, der es im 13. Jahrhundert mit dem Papst aufgenommen hatte, statt blutigen Kriegsz\u00fcgen, diplomatischen Wundern den Vorzug gab, als er die  Christen mit den Sarazenen vers\u00f6hnte, die arabische Rechenkunst in seinem Reich einf\u00fchrte und ein Naturfreund war. Nach Deutschland war er als K\u00f6nig mit einem beachtlichen Gefolge eingezogen, zu dem neben Affen auch ein wei\u00dfer Elefant geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Sein Tod um 1250 wollte vom Volk einfach nicht geglaubt werden, weshalb es sich diese Legende zusammenspann.<\/p>\n<p>Doch lange sollte sein Nachruhm nicht w\u00e4hren, denn die deutschen Romantiker, wie die Br\u00fcder Grimm ersetzten ihn durch den bekannteren Kaiser Barbarossa, den Gro\u00dfvater Friedrich II. und verpflanzten ihn in den Kyffh\u00e4user, wo heute das monstr\u00f6se Denkmal steht.<\/p>\n<p>Den Salzburgern nun, blieb nichts weiter \u00fcbrig, als sich einen anderen Kaiser auszusuchen und setzten ihrerseits Karl den Gro\u00dfen in den Obersberg.<\/p>\n<p>Da wachsen nun die B\u00e4rte nicht nur um die Tischplatte, sondern sogar durch diese, und unserem Barbarossa traut man zu, dass er wieder aufwachen w\u00fcrde und hervork\u00e4me, wenn das deutsche Volk in Not sei. Ob das nun nicht langsam so weit ist?<\/p>\n<p>Um noch einmal auf Friedrich II. zur\u00fcckzukommen, so hatte er von einem Bettelm\u00f6nch namens Franz von Assisi geh\u00f6rt. Nicht nur er war auf diesen aufmerksam geworden, sondern auch der Papst. Es soll auch zu einer pers\u00f6nlichen Begegnung zwischen dem Stupor Mundi und dem auch einiges Aufsehen erregenden M\u00f6nch gekommen sein. Letzteren als Bettelm\u00f6nch zu bezeichnen, w\u00e4re falsch, denn das Prinzip der Franziskaner besteht darin, durch Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen.<\/p>\n<p>Der Kaiser soll ihn in ein prunkvolles Gemach eingeladen und ihm eine unwiderstehliche Kurtisane beigegeben haben, aber Franz lud diese ein, sich mit ihr zur Pr\u00fcfung der g\u00f6ttlichen Gnade auf gl\u00fchende Kohlen zu legen, worauf sie bekehrt ward und sich der Kaiser den Rest der Nacht angelegentlich mit dem Bettelm\u00f6nch unterhielt.<\/p>\n<p>Wie w\u00e4re es, wenn ein Kanzler einen der Obdachlosen als moralisches Vorbild entdeckte und sich mit ihm auf ein erhellendes Gespr\u00e4ch einlie\u00dfe.<\/p>\n<p>CER 23.09.2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine sehr pers\u00f6nliche Atmosph\u00e4re Erst durch den Reisebericht meines Freundes TS habe ich erfahren, dass, als wir uns in der O Busstadt Salzburg befunden hatten, wir auch nahe einer Volkssage uns befunden hatten, die in den Zeiten einiges an Wandlung&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/5389\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5389","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5389","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5389"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5389\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5390,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5389\/revisions\/5390"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5389"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5389"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5389"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}