{"id":4613,"date":"2024-01-15T11:25:11","date_gmt":"2024-01-15T09:25:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=4613"},"modified":"2024-01-15T11:25:11","modified_gmt":"2024-01-15T09:25:11","slug":"geschwisterbrief","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/4613","title":{"rendered":"Geschwisterbrief"},"content":{"rendered":"<p><strong>Liebe Geschwister,<\/strong><\/p>\n<p>Uli brachte mir zum Ausdruck, dass sie genug LIebe h\u00e4tte und meine nicht auch noch brauche. Mir dagegen ist sehr an eurer Liebe gelegen, die zu ersch\u00fcttern ich schon einige Gelegenheit nahm, wie eben ein 13J\u00e4hriger, der die Langmut der Eltern so lange herausfordert, bis sie endlich zum Ausklopper greifen und f\u00fcr ihn den Beweis liefert, dass es mit der Liebe doch nicht so weit her ist.<\/p>\n<p>Ihr habt mir ja ein Haus hinterlassen mit vielen Schl\u00fcsseln und ich musste einiges tun, um die Anzahl etwas zu reduzieren. Aber wie sinnreich fand ich alles von euch eingerichtet, fand noch T\u00f6pfe vor und Salz, tiefe Teller f\u00fcr ein S\u00fcppchen, fast alle meine Utensilien geordnet (bis auf das Teleskop) und einiges an Garderobe und eine reiche Hausapotheke, also fast alles, was man zum Leben braucht. Nur die Zuckerdose, die t\u00e4glich auf Vadders Tablett stand, aufdass er sich davon bediene, die h\u00e4tte ich nun gern als Andenken behalten und geh\u00f6rt auch irgendwie eben zu dem Haus dazu, in das ich mein ganzes Lebenswerk investierte und nun mit einige Schulden dastehe.<\/p>\n<p>Am Wochenende wollte ich noch eine andere Schuld begleichen und Irina endlich ins Haus holen. Das erste Mal, zu Silvester hatte ich es bis an eine Kathedrale geschafft und konnte mein Versagen nur in einem Gebet zu dem Zeitpunkt des avisierten Treffens noch vor dem letzten 12-Uhr-Schlag kundtun. Auch der zweite Versuch, jetzt nach 14 weiteren Tagen, scheiterte an meinem Unverm\u00f6gen.<\/p>\n<p>Rentner haben ja niemals Zeit und 13J\u00e4hrige, wie ich mir diese Beleidigung nun schon von verschiedenen Seiten habe zuziehen m\u00fcssen, eigentlich auch nicht. Die Jugendlichen, die ich so kenne, wissen sehr wohl mit ihrer kostbaren Lebenszeit umzugehen und schirmen sich erfolgreich vor \u00fcberfl\u00fcssigen Informationen ab. Ich hege gro\u00dfe Hoffnungen um unsere derzeitige Jugend.<\/p>\n<p>Letzthin haben Sie unser SFZ in LHI umbenannt (Labor der Heiligen Ingenieure). Noch glaubt nur eine von Ihnen (Elias), aber ich bin guter Hoffnung, dass auch die anderen noch eines besseren belehrt werden. Man sagt ja gemeinhin: Die Hoffnung stirbt zuletzt.<\/p>\n<p>Was die Zuckerdose anbelangt, so erinnert ihr euch vielleicht noch daran, dass unsere Eltern allein zu Abend zu essen pflegten und wir eines Tages die Idee hatten, diese Dose mit Salz zu f\u00fcllen und nur oben drauf eine d\u00fcnne Schicht Zucker belie\u00dfen. Das kam damals bei dem Ehepaar, das unsere Eltern waren, gar nicht gut an, und wieviel Salz hatten wir da auch f\u00fcr einen Scherz verschwendet. Vielleicht war das ja der Ausgangspunkt f\u00fcr die sp\u00e4teren Ungl\u00fccke, die uns heimsuchten, denn: Salz versch\u00fcttet \u2026 .<\/p>\n<p>Vielleicht erinnert ihr euch noch an das Erinnerungsspiel, das ich mal inszenierte, anl\u00e4sslich des dritten Geschwistertreffens von hinten. Beim letzten dann hatten wir ja eine Pizza zu machen, nach allen Regeln der Kunst und jeder hatte etwas zu tun. Etwas \u00e4hnliches wollte ich mit den Rempelt\u00f6chtern am Freitag veranstalten und meiner Verlobten, aber es ist wegen K\u00e4lte nichts draus geworden. Also ist noch viel zu tun, den Rempelschen Geist wiederzuerwecken.<\/p>\n<p>Herzlich Christian Eberhard<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Geschwister, Uli brachte mir zum Ausdruck, dass sie genug LIebe h\u00e4tte und meine nicht auch noch brauche. 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