{"id":4249,"date":"2023-05-18T09:00:41","date_gmt":"2023-05-18T07:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=4249"},"modified":"2023-12-08T22:59:04","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:04","slug":"%d0%bd%d0%b5-%d0%b1%d0%b8%d1%82%d1%8c-%d0%ba%d0%b0%d0%bc%d0%b5%d0%bd%d1%8c%d1%8f%d0%bc%d0%b8-%d0%bf%d0%be%d1%8d%d1%82%d0%b0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/4249","title":{"rendered":"\u041d\u0435 \u0431\u0438\u0442\u044c \u043a\u0430\u043c\u0435\u043d\u044c\u044f\u043c\u0438 \u043f\u043e\u044d\u0442\u0430*"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u041d\u0435 \u0431\u0438\u0442\u044c \u043a\u0430\u043c\u0435\u043d\u044c\u044f\u043c\u0438 \u043f\u043e\u044d\u0442\u0430*<\/strong><\/p>\n<p>*Alexander Blok<\/p>\n<p>Steinige den Dichter nicht<br \/>\nDies ist wieder kein Gedicht<br \/>\nDenn so vieles ist gesagt<br \/>\nDas danach klingt und in uns nagt<br \/>\nEs wird so wenig davon geh\u00f6rt<br \/>\nIch hab nicht einen aufgest\u00f6rt<\/p>\n<p>\u041d\u0435 \u0431\u0438\u0442\u044c \u043a\u0430\u043c\u0435\u043d\u044c\u044f\u043c\u0438 \u043f\u043e\u044d\u0442\u0430<br \/>\n\u041e\u043f\u044f\u0442\u044c \u0436\u0435, \u044d\u0442\u043e \u043d\u0435 \u0441\u0442\u0438\u0445\u043e\u0442\u0432\u043e\u0440\u0435\u043d\u0438\u0435<br \/>\n\u041f\u043e\u0442\u043e\u043c\u0443 \u0447\u0442\u043e \u0442\u0430\u043a \u043c\u043d\u043e\u0433\u043e \u0431\u044b\u043b\u043e \u0441\u043a\u0430\u0437\u0430\u043d\u043e<br \/>\n\u0417\u0432\u0443\u0447\u0438\u0442 \u043a\u0430\u043a \u0442\u043e, \u0433\u043b\u043e\u0436\u0435\u0442 \u043d\u0430\u0441<br \/>\n\u0422\u0430\u043a \u043c\u0430\u043b\u043e \u043e\u0431 \u044d\u0442\u043e\u043c \u0441\u043b\u044b\u0448\u043d\u043e<br \/>\n\u042f \u043d\u0438\u043a\u043e\u043c\u0443 \u043d\u0435 \u0431\u0435\u0441\u043f\u043e\u043a\u043e\u0438\u043b<\/p>\n<p>In einem lichten Moment hat nur Friedrich Wilhelm Schelling, der Naturphilosoph eingestimmt, in seinem Gedicht \u201eDie Natur\u201c:<\/p>\n<p>O Mensch! Wie klein bist du im Angesicht der Natur,<br \/>\nWie schwach und wie fl\u00fcchtig, wie arm und wie nur!<br \/>\nDoch auch du bist von ihr, auch du bist ihr Kind,<br \/>\nUnd tr\u00e4gst in dir das Leben, das sie in sich find&#8217;t!<\/p>\n<p>So schau hinaus, und schau hinauf zu ihr empor,<br \/>\nUnd lerne von ihr, lern von ihr das gro\u00dfe Gebot:<br \/>\nDass du ihr dienen sollst, und dass du ihr folgst,<br \/>\nUnd dass du in ihr und durch sie das Leben erh\u00f6hst!<\/p>\n<p>\u041e \u0447\u0435\u043b\u043e\u0432\u0435\u043a! \u041a\u0430\u043a \u0442\u044b \u043c\u0430\u043b \u043f\u0435\u0440\u0435\u0434 \u043b\u0438\u0446\u043e\u043c \u043f\u0440\u0438\u0440\u043e\u0434\u044b,<br \/>\n\u041a\u0430\u043a \u0441\u043b\u0430\u0431\u044b \u0438 \u043a\u0430\u043a \u043c\u0438\u043c\u043e\u043b\u0435\u0442\u043d\u044b, \u043a\u0430\u043a \u0431\u0435\u0434\u043d\u044b \u0438 \u043a\u0430\u043a \u0442\u043e\u043b\u044c\u043a\u043e!<br \/>\n\u041d\u043e \u0442\u044b \u0442\u043e\u0436\u0435 \u043e\u0442 \u043d\u0435\u0435, \u0442\u044b \u0442\u043e\u0436\u0435 \u0435\u0435 \u0434\u0438\u0442\u044f,<br \/>\n\u0418 \u0432\u044b \u043d\u0435\u0441\u0435\u0442\u0435 \u0432 \u0441\u0435\u0431\u0435 \u0436\u0438\u0437\u043d\u044c, \u043a\u043e\u0442\u043e\u0440\u0443\u044e \u043e\u043d\u0430 \u043d\u0430\u0445\u043e\u0434\u0438\u0442 \u0432 \u0441\u0435\u0431\u0435!<\/p>\n<p>\u0422\u0430\u043a \u0447\u0442\u043e \u0441\u043c\u043e\u0442\u0440\u0438 \u0438 \u0441\u043c\u043e\u0442\u0440\u0438 \u043d\u0430 \u043d\u0435\u0435,<br \/>\n\u0418 \u043d\u0430\u0443\u0447\u0438\u0442\u0435\u0441\u044c \u043e\u0442 \u043d\u0435\u0435, \u0438 \u043d\u0430\u0443\u0447\u0438\u0442\u0435\u0441\u044c \u043e\u0442 \u043d\u0435\u0435 \u0432\u0435\u043b\u0438\u043a\u043e\u0439 \u0437\u0430\u043f\u043e\u0432\u0435\u0434\u0438:<br \/>\n\u0427\u0442\u043e \u0442\u044b \u0434\u043e\u043b\u0436\u0435\u043d \u0441\u043b\u0443\u0436\u0438\u0442\u044c \u0435\u0439, \u0438 \u0447\u0442\u043e \u0442\u044b \u0434\u043e\u043b\u0436\u0435\u043d \u0441\u043b\u0435\u0434\u043e\u0432\u0430\u0442\u044c \u0437\u0430 \u043d\u0435\u0439,<br \/>\n\u0418 \u0447\u0442\u043e \u0432 \u043d\u0435\u0439 \u0438 \u0447\u0435\u0440\u0435\u0437 \u043d\u0435\u0451 \u0442\u044b \u0432\u043e\u0437\u0432\u044b\u0448\u0430\u0435\u0448\u044c \u0436\u0438\u0437\u043d\u044c!<\/p>\n<p>Soviel noch als Reminiszenz an unseren Kerngedanken, den wir aber f\u00fcr eine Weile fallen lassen sollten, um uns der physikalischen Bilder zu erinnern, die wir uns insbesondere vom Licht machen, einer Erscheinung, \u00fcber die schon viel nachgedacht wurde. Und im Hinterkopf wollen wir behalten, dass es einen ewigen Streit zu geben scheint, was wir als real und was wir f\u00fcr vorgestellt zu halten haben. Auch diesbez\u00fcglich wollen wir die Erkl\u00e4rungswut ruhen lassen, da es doch letztendlich egal sein k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Auch wenn nur vorgestellt<br \/>\nSind wir dieser Welt<br \/>\nAls winzige Zwerge hinzugesellt<\/p>\n<p>Dass gro\u00df und winzig Illusion<br \/>\nDas wusste der Herr Herbart ja schon<br \/>\nGenauso wenig vergeht die Zeit<br \/>\nfliegen wir nur mit Lichtgeschwindigkeit<br \/>\nSo wie es die freien Photonen tun<br \/>\nIn ihrem Innern ist ein Ruhn<\/p>\n<p>Wir empfinden bis zur Selbstaufgabe, und ob auch das eingebildet sei oder den Realit\u00e4ten entspricht, macht da gar keinen Unterschied.<\/p>\n<p>Es gibt f\u00fcr die Erkl\u00e4rung der Welt eine lange Tradition, die man dem Materialismus zurechnen kann, irgendwelche Bestandteile des Materiellen zu finden. Die alten Griechen nannten das Substanz, Leibniz Monaden, Herbart einfache Wesen und Whitehead wirkliche Entit\u00e4ten. Nur letzterer r\u00e4umte ein, dass man sich das als nicht zu konkret vorstellen darf, sondern solche Entit\u00e4ten jeweils weitere enthalten k\u00f6nnen und diese beliebig gro\u00df und beliebig klein denkbar sind, also sowohl der Kosmos sein k\u00f6nnten, als auch die kleinsten Bestandteile der Materie. <\/p>\n<p>Nur Herbart ist so radikal, obwohl er noch gar nicht so viel wissen konnte von der Physik, dass er Raum und Zeit der Erscheinungswelt zurechnete und sie also gar nicht das Wesen der Sache ausmachen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Einstein tr\u00e4umte vom Wellenreiten, sicher auf einem Wellenberg des Photons, von dem man sich ja auch das Bild einer Welle machen kann, weil es sehr \u00e4hnliche Eigenschaften hat. Dennoch ist zu vermuten, dass es eben keine Welle i s t, sondern ein Teilchen, vielleicht das wesentlichste und geheimnisvollste, mit dem wir es zu tun haben.<\/p>\n<p>Wir wollen also mit so einem Photon, das nach Leibniz eine fensterlose Monade ist, nach Herbart ein einfaches Wesen und nach Whitehead eine wirkliche Entit\u00e4t, reisen und dabei doch ein Guckloch uns leisten, wie es darin wohl aussehen mag.<\/p>\n<p>Und f\u00fcrwahr, es sieht dort aus, wie im Dornr\u00f6schenschloss, der Koch ist mitten im Schlagen einer Ohrfeige f\u00fcr den K\u00fcchenjungen erstarrt und alles verharrt in Bewegungslosigkeit dortdrinnen. Wir sind uns im Klaren dar\u00fcber, dass wir, durchs Guckloch schauend uns gerade mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, wir also gerade unendlich schwer sind und M\u00fche haben, die Lider zu heben. Das wundert uns alles nicht mehr, und wenn wir auch eine Ewigkeit in dieser Position verharren, es vergeht uns keine Zeit, d. h. wir verlieren jegliches Gef\u00fchl daf\u00fcr, dass wir gerade die Zeit vom Urknall angefangen bis jetzt verbracht haben, denn die Zeit ist ja relativ.<\/p>\n<p>Auch dass wir nunmehr das ganze Universum durchquert haben, ist uns ein Leichtes, denn jede Entfernung ist f\u00fcr uns durch die L\u00e4ngenkontraktion zu einem Nichts geschrumpft.<\/p>\n<p>Dieses kleine Photon, bei dem wir in Gedanken durch ein Guckloch schauen, um zu sehen, wie es darin aussieht, kann nun offenbar auch gar nicht altern, genau wie Dornr\u00f6schen eigentlich eine betagte Rentnerin h\u00e4tte sein m\u00fcssen, als der Ururenkel ihrer Zeitgenossen, dann als Prinz durch die Dornenhecke brach und alles wieder zum Leben erwachte.<\/p>\n<p>Wir kennen drei Prozesse, die uns zu denken geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>1.\tDas Photon wird absorbiert, was den Vater von Richard Feynman veranlasste die Frage zu stellen: Wo bleibt das Photon, wenn es absorbiert wird? Da half auch der Nobelpreis dem Sohn Richard nicht weiter, die Frage blieb offen. Wir wissen allerdings, dass, wenn sich sehr viele Photonen zusammentun, sie aus dem vermeintlichen Vakuum Masseteilchen hervorholen k\u00f6nnen, die zu gleichen Teilen aus Materie und Antimaterie bestehen und sich am besten nie wiedersehen sollten.<\/p>\n<p>2.\tPhotonen k\u00f6nnen sich clonen. Treffen sie auf ein Medium im angeregten Zustand, so gibt es den Vorgang der stimulierten Emission, wobei sie ein weiteres Photon hervorbringen, das genau die gleichen Eigenschaften hat, wie das urspr\u00fcngliche: Die gleiche Farbe, die gleiche Richtung und mit der Geburtsstunde, die genau dem Eintreffen des urspr\u00fcnglichen Photons entspricht.<\/p>\n<p>3.\tPhotonen k\u00f6nnen sich ohne Energieverlust teilen, wenn sie ein entsprechendes Medium durchlaufen, was man als parametrische Generation bezeichnet. Die auf diese Weise geborenen zwei Photonen haben dann eine andere Richtung und laufen auseinander. Das sind verschr\u00e4nkte Photonen, die eine besondere Bedeutung haben, weil sie voneinander wissen und sich instantan verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen, auch wenn sie noch so weit voneinander entfernt sein m\u00f6gen. <\/p>\n<p>Das erschien Einstein als spukhaft, aber wenn wir auch mit einem solchen Photon reisen und hineinschauen, so malt unsere Phantasie uns aus, dass wir darin ein Bild des mit diesem verschr\u00e4nkten Photons sehen k\u00f6nnen und dessen Schicksal verfolgen. Das entspricht dann unseren Ahnungen, die wir von einer verwandten Seele haben, die unbestimmt genug sind, dass wir deren Geschwindigkeit nicht mit Sicherheit feststellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir stehen also ganz am Anfang einer Physik, in der das bekannte Wissen zu Hause, aber auch das Epische: **** M\u00e4rchenphysik ****<\/p>\n<p><em>C. R. in Zeuthen, des sonntags 14.5.23<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u041d\u0435 \u0431\u0438\u0442\u044c \u043a\u0430\u043c\u0435\u043d\u044c\u044f\u043c\u0438 \u043f\u043e\u044d\u0442\u0430* *Alexander Blok Steinige den Dichter nicht Dies ist wieder kein Gedicht Denn so vieles ist gesagt Das danach klingt und in uns nagt Es wird so wenig davon geh\u00f6rt Ich hab nicht einen aufgest\u00f6rt \u041d\u0435 \u0431\u0438\u0442\u044c&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/4249\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-4249","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kolumne"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4249","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4249"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4249\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4250,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4249\/revisions\/4250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4249"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4249"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4249"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}