{"id":4208,"date":"2023-04-07T14:13:31","date_gmt":"2023-04-07T12:13:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=4208"},"modified":"2023-12-08T22:59:04","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:04","slug":"liebe-mila","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/4208","title":{"rendered":"Liebe Mila"},"content":{"rendered":"<p><strong>Liebe Mila,<\/strong><\/p>\n<p>wahrscheinlich bist Du bis \u00fcbermorgen so besch\u00e4ftigt, und ich, nicht wissend, ob ich morgen noch etwas zustande bringe, m\u00f6chte Dir schon heute lieber gratulieren und hoffe, dass Dich nicht noch mal oder sogar aus Anlass Deines Geburtstages und der damit verbundenen Ruhepause die Migr\u00e4ne wieder heimsucht. Ich bin ja weder ein vorbildlicher Vater noch Opa. Es liegen zwei erlebnisreiche Tage hinter mir und dabei, meinem damaligen FDJ Chef und mir den Seelenfrieden zu retten, was dieser aber mit Schweigen quittiert. Irgendetwas mache ich wohl immer falsch, was das Menschliche anbelangt.<\/p>\n<p>Da sich ja Jane, die dann drei Tage sp\u00e4ter ihren Geburtstag hat, eine gemeinsame Aktivit\u00e4t gew\u00fcnscht hat, die vielleicht gar nicht so leicht zustande kommt, und ich nun die Option h\u00e4tte, in euer immer frisches Blumenmeer im Ballhaus noch etwas d\u00fcrftiges f\u00fcr einiges Geld hinzuzuf\u00fcgen und ich noch die vielen Bilder meiner drei \u00e4ltesten T\u00f6chter bei Katja gerade frisch im Ged\u00e4chtnis habe, will ich Dir einfach mal schreiben, auch wenn es sich wohl nicht geh\u00f6rt, das im vorhinein zu tun.<\/p>\n<p>Wir haben mit Katja noch einmal die 80er Jahre Revue passieren lassen und ich hatte n\u00e4her erz\u00e4hlt, was ich eigentlich in der hei\u00dfen Zeit der Trennung von Katja gemacht hatte. Sie kam v\u00f6llig aus dem Mustopf, dass es einen triftigen Grund f\u00fcr mich gegeben hatte, die Rochade nach Weimar vorzunehmen, denn ich war \u00fcber eine Frau gestolpert, an die sie sich kaum noch erinnern konnte und die meine Themenleiterin in der sog. Pikosekunde und Russin war. Ihr hatte ich viel zu verdanken, auch dass ich an einem Thema arbeiten konnte, der Messung ultrakurzer Lichtimpulse, das mich viel in der \u00f6stlichen und dann auch westlichen Welt herumgebracht hat und auch der Inhalt meiner Doktorarbeit war.<\/p>\n<p>Diese Frau Kempe hatte beachtliche menschliche Qualit\u00e4ten und hat besonders auf das Kollektivliche gesehen, war aber fachlich so ziemlich inkompetent. Auch hatte sie das Geld zum Fenster rausgeschmissen und das in Richtung Sowjetunion geleitet. Das war so ziemlich skandal\u00f6s und da ich viel mehr Ahnung hatte, hatte mich Professor Langhoff (das war der Redner auf meinem Geburtstag und mein Direktor) zum Themenleiter gemacht, woraufhin diese Frau Kempe alles in Bewegung setzte, dass sie wieder eingesetzt w\u00fcrde und wohl sogar Krankheitssymptome hatte. Ihr Mann war auch nicht irgendwer, sondern der oberste Informatiker und sa\u00df des \u00d6fteren neben unserem Erich. Sie hatte dann letztendlich auch Erfolg, denn ich war ja einfach nicht mehr da, was vielleicht eher eine Flucht gewesen ist, die aber wiederum ein gutes Ende hatte. Denn ich hatte die Option meine B zu machen, was ich dann zwar nicht bew\u00e4ltigt habe, und in den Westen zu fahren, was mir viel an Erfahrungen einbrachte, die ich sp\u00e4ter bei Bestec gut gebrauchen konnte.<\/p>\n<p>Ich war ja nie so ein \u00dcberflieger oder gar richtiger Vollblutwissenschaftler, das alles fiel mir schwer und ging an die Grenzen meiner M\u00f6glichkeiten, au\u00dferdem bin ich ja sehr fl\u00fcchtig und unordentlich. So habe ich dann 86, Du warst also neun, diese Arbeit dort mit M\u00fch und Not hingekriegt. Allerdings hatte ich eine tolle Idee, um Ideen war ich ja nie verlegen, n\u00e4mlich die roten Impulse, auf die sie sich in Jena so gut verstanden und Weltspitze waren, ins Blaue zu transformieren und in einem anderen Laser, einem Gaslaser zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Auf Grund dieser Idee konnte ich damals noch ein weiteres Vierteljahr im Westen arbeiten, musste aber daf\u00fcr vorher zu Hause eine entsprechende Elektronik erfinden, was dann auch zu einem ganz netten Produkt f\u00fchrte. In dem dritten Vierteljahr, das ich nach dem halbj\u00e4hrigen Aufenthalt in G\u00f6ttingen wieder zu Hause verbracht hatte, hat Katja dann diese Entdeckung Thomas gemacht, oder schon vorher und ich musste nun echt diesen zweiten Aufenthalt vorbereiten, was bei dem ersten noch nicht der Fall gewesen war, weil ich gar keine Vorstellung hatte, was ich da machen wollte oder sollte.<\/p>\n<p>Als ich das erste Mal im Januar 1986 das MPI betreten hatte und eines der wenigen Gespr\u00e4che mit Professor Sch\u00e4fer hatte, hatte er mir nur gesagt, ich solle mich mal in seiner Abteilung umsehen und dann dort mitarbeiten, wo es mir am meisten Spa\u00df macht. Ich entschied mich f\u00fcr das Gebiet, wo ich mich am besten auskannte. Der Frequenzverdopplung von Laserlicht. Diesmal in das Vakuum UV (&lt;200 nm), das man nur noch mittels Vakuumspektrometern nachweisen kann. Ein solches Spektrometer hatte ich vorher noch nie gesehen, wie die Vakuumtechnik in der DDR \u00fcberhaupt total unterbelichtet war, weil teuer und in der Regel Vakuumpumpen erfoderte, deren Technologie man auch zur Isotopentrennung verwenden kann, also etwas kernphysikalischem, was demzufolge eben Embargo war.<\/p>\n<p>\u00dcber diese erste halbe Jahr m\u00f6chte ich mal eine email einblenden, die ich an einen Mitarbeiter in dieser Abteilung damals schrieb, den ich meinen Freund nennen k\u00f6nnte, wenn wir uns nicht jahrelang schon fast aus den Augen verloren h\u00e4tten. Eine \u00e4hnliche Erscheinung gab es da, wie 16 Jahre zuvor bei der Armee, wo das wahre Leben begann, wenn die sog. \u201eOchsen\u201c aus dem Haus waren. So hatte auch Professor Sch\u00e4fer einen geregelten Arbeitstag, wir aber machten Abende und N\u00e4chte durch, alles war ganz frei.<\/p>\n<p>Zeuthen, den 26.3.2023<br \/>\nLieber Heiner,<br \/>\nich habe es nie gelernt, zu schweigen, weil ich mir immer denke, dass das den anderen dann bedr\u00fcckt oder ihn seiner unbehelligten Eigenbr\u00f6delei \u00fcberl\u00e4sst, was doch auch nicht gut ist. Andererseits enthielt Dein Stenogramm, nach wieder einmal zwei Jahren, viel nachdenkenswertes. Als wir uns kennenlernten 1986 warst Du wohl der hellste Geist, was die Dinge des Lebens anbelangt, von Politik will ich da bewusst nicht sprechen. Seit ich Dich kenne, hast Du das (m.E. berechtigte) Gef\u00fchl, dass etwas den Bach runtergeht. Mal ist es zu dunkel hier, eine Unbequemlichkeit, mal er\u00fcbrigt jetzt chatGPT die althergebrachte Volksbildung. Vielleicht liege ich richtig, wenn ich damals verstanden hatte, dass Du meintest, dass es mit euch eher zu Bruch geht als mit uns. Immerhin haben wir einen beachtlichen Abgang vollzogen, aber f\u00fcr die Apokalypse gibt es ja nun eine M\u00f6glichkeit weniger. Sollte diese unausweichlich sein, so ist es recht m\u00fc\u00dfig Gedanken dar\u00fcber anzustellen, aber gegen dieses Bauchgef\u00fchl wird man wenig machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Mich ber\u00fchrte besonders, dass Hans Andresen (Mitgesellschafter der Firma La Vision, die Heiner wesentlich mitpr\u00e4gte und die uns bei Bestec in vielem ein Vorbild war) gestorben ist, ohne dass ich ihm noch mal gedankt habe, denn er hat mich ja damals, als ich von BESTEC entlassen war, herausgehauen und mir 10 erlebnisreiche und sorglose Jahre beschert. Ich erinnere mich auch noch an eure Hochzeit, wo Du mich eingeladen hattest. Es gibt jetzt aber keinen Weg mehr f\u00fcr eine pers\u00f6nliche Begegnung und da ich weder zur Gesundheit beitragen k\u00f6nnte, noch sonstwie vielleicht Lebensaspekt sein. Bleibt nur, sich ab und an mal zu schreiben und Dich mit guten W\u00fcnschen zu begleiten.<\/p>\n<p>Ich habe gerade das Buch des damaligen FDJ Chefs angelesen, bis zu dem Punkt, wo er unsere Sternstunde 1989 mit einem Satz \u00fcbergeht. Ich bin der Meinung, dass man auch gen\u00fcgend Nahrung dem Vergessen geben sollte und kriege diese Ereignisse auch nicht mehr ganz zusammen. Das neue, das vor mir liegt, war mir schon immer wichtiger als ein Buchhalter der eigenen Biographie zu werden. Um das Vergessen bem\u00fche ich mich allerdings nicht, um etwas zu verdr\u00e4ngen, wie meine Rolle bei der STASI, wo man gar nicht wissen konnte, wo man sich in der Hierarchie bewegt und mit wem man es da zu tun hatte.<\/p>\n<p>Da habe ich mir fast nichts vorzuwerfen und halte solche Sachen auch f\u00fcr notwendig und interessant. Meine damalige Frau meint zwar nun, so wie Du es im Scherz sagst, dass ich Ossi007 gewesen sein k\u00f6nnte, sie braucht das, um sich zu erkl\u00e4ren, dass ich das berufliche immer f\u00fcr wichtiger gehalten habe als das private Gl\u00fcck. Sie kann sich wohl nicht vorstellen, dass es damals um so etwas ging, wie im Leistungssport, in einem Zweig der Technologie (Wissenschaft war das ja nicht, und die ganze Ultrakurzzeitspektroskopie ist doch eigentlich nicht so weltbewegend) ganz vorn zu sein. Und nat\u00fcrlich auch darum, dass mal einer in den Westen geschickt wird und sogar wieder zur\u00fcckkommt.<\/p>\n<p>F.P. Sch\u00e4fer war sich nat\u00fcrlich im klaren, dass er da nicht gerade den \u00dcberflieger geschickt bekommen hatte, Wilhelmi hatte mir Hilfe bei der gew\u00fcnschten Ver\u00f6ffentlichung angeboten, die ich aber nicht in Anspruch nahm, und Sch\u00e4fer wunderte sich dann ein bisschen, dass etwas passables herausgekommen war. Aber der eigentliche Gewinn f\u00fcr mich war das Firmenvorbild Lambda Physik (die Herstellerin dieser Gaslaser, die einer der Sch\u00fctzlinge von Sch\u00e4fer gegr\u00fcndet hatte), das wir dann bei Bestec ohne Produktionstiefe zu Westzeiten weidlich nachahmten, die Idee der MPG, wo man den Abteilungen unter der Leitung eines wirklich guten Wissenschaftlers freie Hand l\u00e4sst und eben die Idee, die ich hatte, einen frequenzverdoppelten CPM Laser im Excimerlaser zu verst\u00e4rken, was uns dann einen Nischenrekord und den ersten Auftrag einbrachte, beim BAM als Subunternehmen einer ebenfalls recht jungen Firma von Herbert Breiner.<\/p>\n<p>Auch die Elektronik zur Synchronisation hatte ich selbst gemacht und wurde eines unserer ersten Produkte. Wilhelmi hatte ja dann sogar die Mittel f\u00fcr einen Excimerlaser f\u00fcr die FSU aufgetrieben, ohne dass ich daf\u00fcr auch nur einen Antrag h\u00e4tte schreiben m\u00fcssen, aber auch zu ihm hatte ich ein distanziertes Verh\u00e4ltnis, weil doch keiner wusste, wer wer ist. Suspekt waren ihm auch meine dichterischen Ambitionen, die ich allerdings erst viel sp\u00e4ter entdecken sollte &#8211; f\u00fcr mich immer ein Weg zur Wahrheit und Klarheit, der sich aber nicht herbeizwingen l\u00e4sst. Sp\u00e4ter bei einem Geburtstag von Professor Langhoff, dem ich so viel zu verdanken habe, sollte ein russischer Gast mir das Alibi daf\u00fcr geben, das da lautete: \u0424\u0438\u0437\u0438\u043a\u0438 \u2013 \u041b\u0438\u0440\u0438\u043a\u0438. Nun wei\u00dft Du vielleicht ein bisschen, wer ich bin.<\/p>\n<p>F\u00fcrs erste, das.<\/p>\n<p>Mit Fr\u00fchlingsgru\u00df nun erst mal Schluss<br \/>\nChristian<\/p>\n<p>Als ich dann Ende 86 wieder zur\u00fcckkam, war immer noch Familiendrama bei uns zu Hause angesagt. Der Rektor der FSU Jena hatte aber zwischenzeitlich so einen Gaslaser f\u00fcr die damals unvorstellbare Summe von 240 000 DM f\u00fcr die FSU gekauft und die Arbeiten mussten schnell vorangehen, weil ja so eine Idee auch andere haben konnten, insbesondere die Amerikaner, die in der Kurzzeitspektroskopie auch ganz gut waren. Da habe ich dann so \u00e4hnlich wie in G\u00f6ttingen weitergearbeitet, also mehr oder weniger Tag und Nacht.<\/p>\n<p>Das ging dann so bis zum Sommer 87, wo wir dann diese Pferdewagentour gemacht haben, an die Du Dich vielleicht auch noch ein bisschen erinnern kannst. Katja ist sogar der Meinung, dass die Freunde das eigens zu unserer Vers\u00f6hnung organisiert hatten, weil sie uns doch alle f\u00fcr das ideale Paar gehalten hatten. Da geschah es mir aber, mich in die S\u00e4ngerin von &#8222;Es ist ein Schnee gefallen&#8220; zu verlieben und habe mehr oder weniger nicht dergleichen getan.<\/p>\n<p>Ich glaube, vorher hatten wir dann tats\u00e4chlich unseren Weltrekord aufgestellt und ich glaube auch, vorher war dieser Abend mit euch im Kinderzimmer, wo ich immer Jenny noch mit Hoppel Poppel eine Geschichte erz\u00e4hlt hatte und Katja nicht anders zu k\u00f6nnen glaubte, als die Nacht mit Thomas zu verbringen, den ich ja damals auch noch gar nicht kannte und ich irgendwie das Gef\u00fchl hatte, dass mir das Herz gebrochen sei.<\/p>\n<p>Also bin ich wieder gefl\u00fcchtet und in Jena ins Wohnheim gezogen. Unsere Nachtschichten im Abbeanum hatte Kathrin, die dort Laborantin war und Zeichnerin f\u00fcr Professor Wilhelmi, immer mit Missmut quittiert, weil der Essenstisch im Gemeinschaftsraum immer ziemlich unordentlich war. Von ihr hatte ich ihr Schicksal erfahren, dass sie mit ihrem S\u00e4ufermann immer noch in Ziegenhain in einem Bett schlafen musste und das f\u00fcr sie unertr\u00e4gliche Konsequenzen hatte, sie mir unendlich leid tat und ich ihr riet, auch in das Wohnheim in Jena zu ziehen, wo ich seit dem Herbst wohnte.<\/p>\n<p>Wir begegneten uns dort \u00f6fter in der Gemeinschaftsk\u00fcche mit Gasherd und eines Abends nahm sie eine Schachtel Streichh\u00f6lzer und steckte sie mir keck vorn in die Jeanstasche. Conny, ihr Sohn, war ja so alt wie Jenny und hielt sich oft bei mir im Zimmer auf und eines Abends kamen wir dann zusammen, w\u00e4hrend Conny hinter einem Schrank schlief. Er wurde dann mein erster Ziehsohn und hat auch gleich immer mit &#8222;Papa&#8220; operiert. Obwohl er noch in den Kindergarten ging, war er schon praktisch veranlagt und auch immer ein bisschen altklug.<\/p>\n<p>Jenny war dann ab und an bei uns und die beiden waren wie Geschwister. Katja reflektiert das so, dass ich angeblich eines Tages in Weimar mit Conny an der Hand vor der T\u00fcr stand, was wohl stimmen mag.<\/p>\n<p>1988 begann ich dann wieder in Berlin zu arbeiten und kann gar nicht mehr sagen, wo ich da gewohnt habe. Ich sollte dann das Thema einer Hochgeschwindigkeitskamera weiterf\u00fchren, das ein paar Jahre zuvor bei uns Dr. Lucht begonnen hatte, es ihm aber ein bisschen an Verbindungen fehlte, das zu Ende zu bringen. Man hat uns dann nach S\u00fcdkorea eingeladen, wohin wir diese patentierte L\u00f6sung in einem Exemplar verkauft hatten und das Patent wurde dann von den Japanern unterlaufen, ohne dass wir etwas h\u00e4tten ausrichten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Vielleicht hatte Jens, dessen Wohnung wir ja in Weimar hatten, schon sein Haus fertig und ich f\u00fchrte eine Wochenend&#8220;ehe&#8220; mit Kathrin, die dann sogar noch eine Neubauwohnung in Jena bekam. Der Rektor der FSU Jena, Prof. Wilhelmi sollte dann ob seiner Erfolge und seines internationalen Ansehens Akademiepr\u00e4sident in Berlin werden, aber stellte zur Bedingung, dass er seine Arbeitsgruppe, zu der er immer lebendigen Kontakt gehalten hatte und zu der auch Kathrin geh\u00f6rte, mit nach Berlin nehmen d\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Dass er Akademiepr\u00e4sident wurde, kam dann nicht mehr zustande, weil die Wende kam, aber die Vorkehrungen daf\u00fcr waren getroffen worden. Er bekam ein Haus in Berlin und seine Leute waren pl\u00f6tzlich meine unmittelbaren Nachbarn in Adlershof. Dann suchte ich Anfang 1989 ein Haus in Waltersdorf und fand eins, das als Mehrfamilienhaus zu Ostzeiten eher eine Last gewesen ist, auch danach aussah und 35 000 Ost kosten sollte, die ich nicht hatte. Ich hatte zwar durch einen Computerverkauf, wie er damals erw\u00fcnscht war, einiges Geld gemacht, hatte dieses aber in eine Stiftung gesteckt, die ich daf\u00fcr gegr\u00fcndet hatte, weil ich es doch nicht ganz als redlich erworben angesehen hatte, obwohl alles ganz legal war.<\/p>\n<p>Da habe ich mich also mit Borks zusammengetan, schon allein, weil ein Hauskauf ja nicht bedeutete, dass man auch darin wohnen konnte, sondern man f\u00fcr einen Wohnungstausch zu sorgen hatte. Das war auch eine sehr gl\u00fcckliche Konstellation f\u00fcr eine gewisse Zeit, da Sonny f\u00fcr ein gutes nachbarschaftliches Verh\u00e4ltnis gesorgt hat, wozu Kathrin gar kein Talent besa\u00df und ich als \u201esozialer Kr\u00fcppel\u201c schon gar nicht. Dann bauten wir das N\u00f6tigste um, und dann kam die Wende.<\/p>\n<p>Der vorherige Hausbesitzer, der auch ein Alkoholiker war, hatte sich f\u00fcr das Geld einen gebrauchten Wartburg gekauft, den er wahrscheinlich ein Jahr sp\u00e4ter verschrotten konnte. Mit Kathrin lebte ich ohne Trauschein und hatte wohl auch gut daran getan, wie die Entwicklung 1995 gezeigt hat, aber das vielleicht dann mal in einer sp\u00e4teren Beichte.<\/p>\n<p>Jetzt erst mal einen herzlichen Gl\u00fcckwunsch zu Deinem nunmehr morgigen Geburtstag und vielleicht erinnert ihr euch noch an das Bild, wo ihr auf einer der Stationen der Pferdewagentour auf dem Dach einer H\u00fctte sa\u00dfet und Du Blockfl\u00f6te gespielt hast. Mein Leben verlief in ziemlicher Hast und eben Pfusch, sodass Katja und ich euch heute nicht das w\u00fcrdige gealterte Ehepaar darstellen k\u00f6nnen, das wir vielleicht ansonsten geblieben w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Weitere Ziehkinder kamen hinzu und ihr beschertet mir Enkel, die ich allesamt kaum kenne. Trotzdem hat mich das Leben von einer Frau zur n\u00e4chsten gef\u00fchrt, wobei die n\u00e4chste immer neue Qualit\u00e4ten hatte, und die berufliche Laufbahn bestand aus ebenso vielen Bauchlandungen, aber etwas geschafft war auch.<\/p>\n<p>Bin keinem richtig Vater gewesen und fege nun die Scherben zusammen. Wir sind uns ja letztens mal wieder n\u00e4hergekommen, als es um Rikes Lossagung ging und zu meinem Jubil\u00e4um, und das ist Dir unvergessen. Nun feier sch\u00f6n Deinen Geburtstag und begib Dich vielleicht in ruhigere Fahrwasser als Dein Vater, vielleicht mit der Einfahrt in den ber\u00fchmten Hafen.<\/p>\n<p><em>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch, Dein Papa<br \/>\nZum 1.4.23<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Mila, wahrscheinlich bist Du bis \u00fcbermorgen so besch\u00e4ftigt, und ich, nicht wissend, ob ich morgen noch etwas zustande bringe, m\u00f6chte Dir schon heute lieber gratulieren und hoffe, dass Dich nicht noch mal oder sogar aus Anlass Deines Geburtstages und&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/4208\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,15],"tags":[],"class_list":["post-4208","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-geburtstage"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4208","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4208"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4208\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4212,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4208\/revisions\/4212"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4208"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4208"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4208"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}