{"id":3991,"date":"2022-08-24T10:09:37","date_gmt":"2022-08-24T08:09:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=3991"},"modified":"2023-12-08T22:59:05","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:05","slug":"paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/3991","title":{"rendered":"Paris"},"content":{"rendered":"<p><strong>Paris<\/strong><\/p>\n<p>Das Flugzeug sollte von Sch\u00f6nefeld starten. Der Laderaum war frei zug\u00e4nglich und ich hatte irgendwie keine Lust auf Amerika. \u00dcber Kofferberge hinweg wurde das Essen herausgesucht, das aus quadratischen Tortenst\u00fccken bestand. Ich kostete schon mal eins und dann noch eins, das sich dann als Eisbombe herausstellte. Auch andere Passagiere waren unentschlossen und das Flugzeug rollte erst ein bisschen lustlos am Boden herum, was einen im Entschluss best\u00e4rkte, es noch einmal anhalten zu lassen und einfach auszusteigen, was mir einige Passagiere nachtaten.<\/p>\n<p>Es stellte sich heraus, dass das Flugzeug mit seinem bisschen Herumgerolle immerhin in Paris angekommen war, und wir nat\u00fcrlich alle ohne Quartier, irrten ein bisschen durch die Gegend. Paris ist ja so teuer, dass man nicht in jedes Hotel einziehen kann, und ich empfahl einigen der herumirrenden Passagiere, es mal in Zeuthen zu versuchen, das, Sie werden es erraten, ins Zentrum von Paris versetzt war.<\/p>\n<p>Ich kannte da einen Garten aus der Zeit meiner letzten T\u00e4tigkeit im Lindenring und begab mich dorthin. Als ich dann auch mal an der T\u00fcr des mir so wohlbekannten Hauses klinkte, fand ich sie offen. Es war ja schon dunkel geworden, aber aus dem Innern des Hauses str\u00f6mte mir Licht und W\u00e4rme entgegen. Die Treppe kam eine \u00fcberraschte Frau herunter, die ich als meine Schwester erkannte und ich selbst f\u00fchlte mich so zu Hause, dass ich insistierte, dass ich, einmal drinnen, nicht gedenke so schnell wieder zu gehen. Dabei war mir zwar entgangen, dass ich gar nicht mehr das Recht dazu hatte, weil ich das Erbe meines Vaters verwirkt hatte, aber er selbst bewohnte ja quicklebendig und mit seiner \u00fcberlegenen Ausstrahlung immer noch das Haus und stand auch nicht an, mich einzuladen, dort zu bleiben. Es dauerte auch nicht lange und weitere Flugg\u00e4ste trafen ein, die kein Quartier gefunden hatten, auch eine unscheinbare Frau mit mehreren Kindern. Drau\u00dfen lag der Mont Martre im Nebel und wir wollten den Fu\u00dfmarsch auf uns nehmen, um das n\u00e4chtliche Paris zu erkunden. Vorher waren aber noch die Kinder zu unterhalten und wir fanden in dem viel weitl\u00e4ufigeren als wirklichem Haus noch einen Filmapparat und gen\u00fcgend einfache Decken und Liegen f\u00fcr die Nachtlager. Ich machte mir Gedanken, dass nicht allzuviel Unordnung entsteht, denn das w\u00fcrden wir ja alles noch richten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Irgendwie kam es dann doch nicht zu der Wanderung durch das n\u00e4chtliche Paris, denn einerseits h\u00e4tte das Einbildung gewesen sein k\u00f6nnen und andererseits war man sich zun\u00e4chst erst mal schuldig in dieser Stadt der Liebe Liebe zu machen, was nun leicht eine ganze Nacht einnehmen konnte. Meinem Vater war dieses Leben im Hause recht und er regte den einen oder anderen der nicht gerade wohlerzogenen Kinder zu einem Spielchen an. So war das ganze Haus mit ihm wieder mal lebendig geworden und es geschah darin alles, was im Leben von Belang ist.<\/p>\n<p><em>C.R. zu Zeuthen, den 24.8.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paris Das Flugzeug sollte von Sch\u00f6nefeld starten. Der Laderaum war frei zug\u00e4nglich und ich hatte irgendwie keine Lust auf Amerika. \u00dcber Kofferberge hinweg wurde das Essen herausgesucht, das aus quadratischen Tortenst\u00fccken bestand. 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