{"id":3891,"date":"2022-04-30T09:29:14","date_gmt":"2022-04-30T07:29:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=3891"},"modified":"2023-12-08T22:59:05","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:05","slug":"nur-die-kunst-kann-den-sinn-des-lebens-ergruenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/3891","title":{"rendered":"\u201eNur die Kunst kann den Sinn des Lebens ergr\u00fcnden&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eNur die Kunst kann den Sinn des Lebens ergr\u00fcnden&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>ich sitze nach einem wunderbaren Traum, der mich mit Herrn Triebstein bis nach Moskau gef\u00fchrt hat und er sich wesentlich geschickter anstellte als ich, mir aber meine Klappererfahrungen zupass kamen und ich ihn letztlich rausgehauen habe, in der K\u00fcche im 5. Stock und sehe drau\u00dfen die Flederm\u00e4use vorbeihuschen. Nerv\u00f6se Tiere sind das und wissen doch, wo ihr Zuhause ist. Dein Opa hielt die Tr\u00e4ume mit f\u00fcr das sch\u00f6nste im Leben und von Dir wei\u00df ich nicht mal, ob Du welche hast und Dir so viel Kraft geben wie mir und meinem Vater, dem ich doch hier, dem Himmel so nah, immer besonders verbunden bin. Du wei\u00dft noch nichts von einer Klappsm\u00fchle und was man dort alles f\u00fcrs Leben lernen kann, stehst bislang nur immer mit einem Bein darin und diese Einrichtungen sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren &#8211; ein Ort, an dem man das ferne Mitgef\u00fchl seiner N\u00e4chsten erf\u00e4hrt und eine Lebensschule, denn heute sind die Verr\u00fcckten leider auch schon verkommen und die Verwandten kommen mit sich selbst nicht mehr zurecht, als dass sie noch Empathie aufbringen k\u00f6nnten. Aber nicht nur meine Geschwister br\u00e4uchten einen Mediator, um den inneren Unfrieden zu \u00fcberwinden, sondern ihr als das einzige Ehepaar in meiner Nachkommenschaft w\u00fcrdet auch einen brauchen. Ich kann immer nur zu langsam und oft falsch reagieren, um eine solche Rolle zu \u00fcbernehmen. Als mir Mig sagte, ihr h\u00e4ttet einen 300 k Auftrag in den Sand gesetzt, war das ganz auf der Linie, Dich ein bisschen zu verkennen und ich h\u00e4tte gleich korrigieren m\u00fcssen, dass es sich ja nur um die H\u00e4lfte handelte und doch immerhin ein Jahressalair dabei herauskam. In anderen Punkten kann ich ihm Recht geben, dass es mit dem Haus nur geht, wenn ihr es selbst bewohnt. Ich glaube, Du hast ein bisschen Angst davor, dass Dich die Last erdr\u00fccken k\u00f6nnte, die ja durchaus auf diesem Haus auch liegt. Da ist Omas Freitod und die Geschichte mit dem ungekl\u00e4rten Nazibauvorhaben. Beides aber Dinge, die wir aufheben k\u00f6nnen, denn das Lebensgl\u00fcck, die Gastlichkeit und die Freude am Schaffen waren da ebensogut vorhanden und ich versichere Dir, dass es auch nur die Angst der Geschwister ist, die ihr Handeln diktiert, was man auch wohlwollend als Vorsicht benennen k\u00f6nnte, denn sie stehen entweder sehr unter dem Einfluss der Ehepartner, bei denen man sein Kindheitsleid gut aussch\u00fctten kann, oder unter der Angst vor Krankheit oder sind abergl\u00e4ubisch wie meine j\u00fcngste Schwester.<br \/>\nWenn es doch mal zum Gespr\u00e4ch zwischen uns dreien kommt, werde ich versuchen Widerspruch nicht auszuweichen, denn meine Harmoniebed\u00fcrftigkeit ist meine Art von Feigheit und ich bin ja auch in gewisser Weise lebensfremd bzw. nicht smalltalkf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Am besten ich fange mal bei uns an. Katja, die mir diese drei verschiedenen und wunderbaren T\u00f6chter geschenkt hat, was ich \u00fcber die viele Arbeit, meine Sexsucht und die mangelnde Reife nicht weiter wahrgenommen und gesch\u00e4tzt hatte, ist noch nicht wieder so offen und hat vielleicht auch immer noch nicht das Verst\u00e4ndnis, was Leistung f\u00fcr unsereins bedeutet hat und wir eben auch nichts anderes kannten oder f\u00fcr wert hielten, obgleich sie doch aus \u00e4hnlichem Milieu kam.<\/p>\n<p> Kathrin, die mir die wirkliche, aber ihr in manchem nachfolgende Friederike schenkte, die ich aus der Klemme holte als ich selbst am Boden war und die die einzige Frau in meinem Leben in gewisser Beziehung blieb und  naturgem\u00e4\u00df nur mit gro\u00dfem Abstand zu dieser Leidenschaft weiteres Leben m\u00f6glich scheint.<\/p>\n<p>Andrea, die mir zwei fremde S\u00f6hne schenkte, die lieber f\u00fcr sich sind, von mir nichts lernen k\u00f6nnen und mehr der Mutter zuneigen, die in ihrer Fl\u00fcchtigkeit schon mal sagte, sie habe keine S\u00f6hne mehr und daf\u00fcr jetzt keinen Ex mehr hat. <\/p>\n<p>Doreens Lebensentwurf scheint dem meinen \u00fcberlegen. Sie ist von vornherein gesunde Egoistin und macht wie fast die ganze Familie aus ihren Krankheiten eine Inszenierung. Da wei\u00df man noch nicht genau, was mich das lehren wird. Jedenfalls kann ich keinerlei Hilfe oder Wahrnehmung in der Leistungsrichtung oder meinen Reimeraktivit\u00e4ten erwarten, wo mir nur der Ausweg bleibt, eben auch ein bisschen egoistisch zu werden und mir selbst zu gen\u00fcgen.<\/p>\n<p>Du bist meiner Mutter sehr \u00e4hnlich, aber noch einen Tick unordentlicher, was mein Erbteil ist, denn ich kann auf den Tod nicht die Zeit dem Aufr\u00e4umen opfern und schaue in dieser Beziehung zu D. auf. Auch das Temperament hast Du von mir und das Talent im Zorn mit dem Po alles einzurei\u00dfen, was Du aufgebaut hast, aber auch das kann n\u00fctzlich sein, denn manches geh\u00f6rt eingerissen. Durch des blonden Opas Erbteil ist viel mehr Intellektualut\u00e4t in Dich geflossen als es die Emporkommlingrempels je hatten, obwohl er doch selbst auch einer war, aber dies sein ganzes Leben ehrlicher und ganz f\u00fcr sich bek\u00e4mpfte. Ich bin immer skeptisch gegen\u00fcber der Intellektualut\u00e4t geblieben und war eher ein Handwerker und liebe diese Leute heute noch mehr als die M\u00f6chtegerns. Mir ist das jetzt ein bisschen verlorengegangen und kann es mir nur noch punktuell abtrotzen. Aber in der Kunst halte ich das f\u00fcr das wichtigste und die heutigen Ideen wie Frisiersalon Novalis treten f\u00fcr mich hinter Deinen Makroring zur\u00fcck. Kunst ist kein Brainstorming, sondern in erster Linie handwerkliches K\u00f6nnen und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, was Du beides hast und Du hast einen Sinn f\u00fcr das bisschen, was ich da noch zustande bringe. <\/p>\n<p>Von seinem Lebenspartner sollte man immer sehen, was man von ihm lernen kann. Katja vermisste das URVERTRAUEN zu mir, was wohl auch eine Angstform ist und die wollten wir ja \u00fcberwinden.<br \/>\nMig will ich jetzt nicht abhandeln, das sage ich ihm nach reiflicher \u00dcberlegung mal selbst, aber er kann auf jeden Fall gastfreundlich sein, helfen und versucht sich als Mann zu behaupten. Die Ideen sind mir auch verwandt &#8211; immer voller Projekte und mit Familiensinn. Und das wichtigste ist nur mehr eine Hoffnung &#8211; dass er Dich liebt. Auf H\u00e4nden tragen muss man sich nach vier Jahren Ehe nicht mehr und sich nicht mehr verg\u00f6ttern, aber dem anderen die Luft zum Atmen und Freiraum zu lassen, sollte schon noch klappen. Und dass Deine wunderbaren Kinder ihre Mutter achten und lieben &#8211; das k\u00f6nnte man fast ins Pionierbuch schreiben. Du bist in der Handwerkerstadt gut aufgehoben und hast Deine BewunderInnen. Das mit Zeuthen w\u00e4re dann schon fast Berlin und wer wei\u00df &#8211; ich glaube das ist eine Kunstw\u00fcste und schon Kleist, der in Frankfurt gelernt hatte, dass in Preu\u00dfen Mal das Urmeer war, sagte wohl so was, das sei eine Gegend f\u00fcr Seeigel und Walfische. Princess Neunmalklug w\u00fcrde das nicht weiter erw\u00e4gen und neunmalklug feststellen: Wale sind keine Fische. Wie dieser Geisteswissenschaftler Burkhard: wir sind nicht in der Epoche des Wassermanns.<\/p>\n<p><em>Herzliche Dein Wassermannpapa in Gedanken und nach drei Stunden Tippen reif zum Z\u00e4hneputzen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eNur die Kunst kann den Sinn des Lebens ergr\u00fcnden&#8220; ich sitze nach einem wunderbaren Traum, der mich mit Herrn Triebstein bis nach Moskau gef\u00fchrt hat und er sich wesentlich geschickter anstellte als ich, mir aber meine Klappererfahrungen zupass kamen und&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/3891\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-3891","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kolumne"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3891","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3891"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3891\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3892,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3891\/revisions\/3892"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3891"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3891"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3891"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}