{"id":3753,"date":"2021-07-03T21:59:00","date_gmt":"2021-07-03T19:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=3753"},"modified":"2023-12-08T22:59:06","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:06","slug":"depression-satt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/3753","title":{"rendered":"Depression satt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Depression satt<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Erforschung der Frage, wo denn die Bundeslade abgeblieben sein k\u00f6nnte und wie sie \u00fcberhaupt ausgesehen haben k\u00f6nnte, zog ich nun das empfohlene Buch \u201eDie Entdeckung des Himmels\u201c von Harry Mulisch zu Rate. Darin ist erst von kleineren Dingen die Rede, die Entstehung einer Freundschaft zwischen zwei Intellektuellen, der eine Sprachforscher und der andere Astronom, mit einem Feuerwerk an geistvollen Bemerkungen und Sentenzen. Der Astronom und Frauenvernascher Max macht dann die Bekanntschaft einer Chellistin, die als Frau nun zwar nicht das durchschlagende Ereignis ist, dann noch einen Unfall hat, als sie sich zu ihrem sterbenden Vater begeben wollte, und dann als ewige Komapatientin noch nach dem Ratschluss der Engel einen Sohn geb\u00e4rt, von dem nicht sicher ist, von welchem der beiden Freunde er abstammt. Der Sprachwissenschaftler macht dann eine steile Karriere, ist, da er die Chellistin geehelicht hatte, der rechtm\u00e4\u00dfige Vater, \u00fcberl\u00e4sst aber die Erziehung des Sohnes seinem Freund Max im Verein mit seiner Schwiegermutter, der irgendwelche sexuellen Talente bei ansonsten k\u00fchlem Wesen angedichtet werden.<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Sterben findet kein Ende in dem Roman, und man kann einen gro\u00dfen Schluck aus der Depressionspulle nehmen. Der rechtliche Vater taucht dann nach einigen Schicksalsschl\u00e4gen unter und der engelsgesandte Sohn begibt sich auf die Suche nach ihm. Dass er seinen Vater oder den, von dem er annimmt, dass er es ist, findet, leitet einen Showdown ein, bei dem es immer unwahrscheinlicher zugeht und der Leser irgendwie von seiner Depression gewaltsam geheilt werden soll. Man k\u00f6nnte diesen letzten Teil getrost als Reise- und Mythenf\u00fchrer betrachten, bei dem zwar noch nicht das Internet, aber Bibliotheken bem\u00fcht werden, um wichtige und unwichtige Dinge herauszufinden.<\/p>\n<p>Die Bundeslade, die wesentlich gr\u00f6\u00dfer sein soll als meine, sollte nicht wieder auftauchen und bleibt verschollen, seit Nebukadnezar den ersten Tempel der Hebr\u00e4er zerst\u00f6rt hat, also etwa seit 2800 Jahren. Eine Botschaft Jawes soll sogar gewesen sein, dass man nicht danach suchen d\u00fcrfe. Anders k\u00f6nnte es sich mit dem Inhalt verhalten haben, f\u00fcr den das Suchverbot nicht bestanden hat, n\u00e4mlich die 10 Gebote, die Moses auf dem Berg Horeb empfangen hatte, von h\u00f6chster Stelle sozusagen. Diese Steintafeln sollen etwa 50 mal 20 cm gro\u00df gewesen sein. In Mulischs Version waren sie aus Saphir, ein teures Material, was relativ leicht ist, aber auch kaum zu bearbeiten.<\/p>\n<p>Diese zehn \u201eWorte\u201c befanden sich nun nach Mulisch im Lateran, dem fr\u00fcheren Papstsitz und mussten nach der Habhaftwerdung durch die Protagonisten nat\u00fcrlich spurlos verschwinden. Von der Bundeslade also weiter keine Spur. <\/p>\n<p><em>C.R. 3.7.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Depression satt Bei der Erforschung der Frage, wo denn die Bundeslade abgeblieben sein k\u00f6nnte und wie sie \u00fcberhaupt ausgesehen haben k\u00f6nnte, zog ich nun das empfohlene Buch \u201eDie Entdeckung des Himmels\u201c von Harry Mulisch zu Rate. 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