{"id":371,"date":"2011-10-16T12:20:32","date_gmt":"2011-10-16T10:20:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=371"},"modified":"2023-12-08T23:01:05","modified_gmt":"2023-12-08T21:01:05","slug":"kolumne-kw42","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/371","title":{"rendered":"Kolumne KW42"},"content":{"rendered":"<p>Einfach s\u00fc\u00df \u2013 meine Stasiakte<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es war bereits im Sommer 1979, als ich die \u201esch\u00f6ne Anschela\u201c, die heute jeder als Bun\u00addes\u00adkanzlerin kennt, im fernen Donezk erleb\u00adte. Die STASI hatte also nicht unter unserem als zufrieden befundenen Ehebett gelegen, sonst h\u00e4tte sie die Verwerflichkeit meiner Per\u00ad\u00adson bemerkt, dass ich dort nicht treu war.<br \/>\nViel hatten sie an dem jungen Genossen, der ich war, nicht auszusetzen, au\u00dfer dass man im Wohngebiet nichts davon merkte, dass ich Parteimitglied war. Ich habe mich ja auch mehr f\u00fcr die Arbeit engagiert. Allerdings sei \u201eeine gewisse Naivit\u00e4t in der Einsch\u00e4tzung von Menschen bei Dr. R. nicht zu \u00fcbersehen. Der GMS sch\u00e4tzt ein, dass er in dieser Hin\u00adsicht eine vertrauenselige Haltung bezieht.\u201c<br \/>\nDann gab es noch 1985 zu m\u00e4keln, dass \u201eer st\u00e4n\u00addig gef\u00f6rdert wird, ohne gefordert zu wer\u00adden, brauchte noch keine Widerst\u00e4nde und Hemmnisse aus dem Weg zu r\u00e4umen, das haben andere f\u00fcr ihn getan. Echte Be\u00adw\u00e4h\u00ad\u00adrungssituationen hatte er bisher nicht zu be\u00adstehen und das k\u00f6nnte sich \u2026 eines Tages negativ auswirken.\u201c<!--more--><br \/>\nDie \u201eFeuertaufe\u201c war dann ein Konferenzauf\u00adent\u00adhalt in Dalles (Texas) im November 1985, wo ich von einer illustren Gestalt der LASER Szene, Dr. Rolf Gross, zu einer Tagung ein\u00adgeladen wurde. Dieser amerikanische Wis\u00adsenschaftler besch\u00e4ftigte sich mit chemi\u00adschen LASERn und hatte viele Ostkontakte, war sogar einmal in der Sowjetunion auf der Reise von Novosibirsk nach Tomsk f\u00fcr 14 Tage unauffindbar verschwunden. Wie man wei\u00df, war das ein Unding, doch vielleicht hatte er da nur eine sibirische Liebschaft?<br \/>\nWachsam war die STASI wirklich, und so sch\u00e4tzte man ein, dass \u201edie Pers\u00f6nlichkeit der Dr. R. und seine vorgesehene Perspektive in der Akademie der Wissenschaften der DDR f\u00fcr gegnerische Geheimdienste von Interesse ist.\u201c Da es sich bei ihm um einen \u201egutgl\u00e4ubi\u00adgen Menschen handelt, der kaum jemandem etwas schlechtes zutrauen w\u00fcrde \u2013 sehr naiv und etwas einf\u00e4ltig\u201c, h\u00e4tte doch so leicht et\u00adwas passieren k\u00f6nnen.<br \/>\nIch erfuhr auch aus meiner Akte, dass mein F\u00f6rderer in G\u00f6ttingen Professor Fritz Sch\u00e4fer dieses Jahr im Januar 80 geworden ist. H\u00e4tte man nicht zwei Jahre gebraucht, um das Unverf\u00e4ngliche aus meiner Akte f\u00fcr mich zusammenzusuchen, h\u00e4tte ich noch recht\u00adzeitig mit einem Geburtstagsgedicht aufwar\u00adten k\u00f6nnen. Also dann auf diesem Wege nach\u00adtr\u00e4glich beste W\u00fcnsche!<br \/>\nEtwas knurrig musste man allerdings auf meine steile und ebenso abrupt beendete Perteikarriere im Jahre 1989 reagieren. Da begann der Dr. R. doch seine politische T\u00e4\u00adtigkeit mit der Organisation einer Demon\u00adstration zu \u201eErneuerung der Partei\u201c und verma\u00df sich auch noch, das als erste Parteiaktion zu deklarieren. Am 7.11.89 sandte er 50 Delegierte zu Berliner Gro\u00dfbe\u00adtrie\u00adben (das war die Aktion: \u201ePartei an die Werktore\u201c) und erhielt Zusagen vom Funk\u00adwerk K\u00f6penick, Steremat und KWO (alles Fremdworte heute, wo die Industrie tot ist). \u201eRempel umgeht bewusst die gew\u00e4hlten Funktion\u00e4re der Kreisleitung und propagiert Basisaktionen\u201c (richtig). \u201eEs entstand allge\u00admein der Eindruck, dass Rempel sich mit die\u00adser Demonstration als Funktion\u00e4r profilieren will.\u201c (falsch)<br \/>\nSoweit also die Brosamen, die vom Tisch der feindlichen Geheimdienste mir gegen m\u00e4\u00dfi\u00adges Entgelt in den Scho\u00df fielen, denn eigent\u00adlich hatte ich dazu schon gar keine Lust mehr und wollte die Vergangenheit verdienter Ru\u00adhe \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Akten von dem BND<br \/>\nkann man nur ahnen, weh oh weh.<br \/>\nOb sie einen wohl \u2013 auch so wohl betrachten<br \/>\nknapp, effizient und dennoch falsch obachten.<br \/>\nOb diese Zeilen wohl gestellt,<br \/>\nob mein Pers\u00f6nchen wohl gef\u00e4llt?<br \/>\nMan wird sehen, wenn die Zeit heran.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Waltersdorfe 10.10.2011<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einfach s\u00fc\u00df \u2013 meine Stasiakte &nbsp; Es war bereits im Sommer 1979, als ich die \u201esch\u00f6ne Anschela\u201c, die heute jeder als Bun\u00addes\u00adkanzlerin kennt, im fernen Donezk erleb\u00adte. 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