{"id":3598,"date":"2020-12-26T13:32:36","date_gmt":"2020-12-26T11:32:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=3598"},"modified":"2023-12-08T22:59:06","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:06","slug":"raunaechte-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/3598","title":{"rendered":"Raun\u00e4chte II"},"content":{"rendered":"<p><strong>Raun\u00e4chte II<\/strong><\/p>\n<p>Nach der ersten Raunacht sollte gleich die zweite folgen, die nebul\u00f6s, wie er eben ist, vom Tode handelt, der in M\u00e4rchen nicht mal etwas absolutes hat, sondern aufhebbar ist, wie im M\u00e4rchen vom Br\u00fcderchen und Schwesterchen, wo das Schwesterchen eigentlich ermordet ward, aber durch eheliche F\u00fcrsorge, Glaube und eben M\u00e4rchenwunder wieder lebte, und das bis auf den heutigen Tag.<\/p>\n<p>Nachdem mir selbst der Tod vorgestorben wurde dieses Jahr, wie man kaum w\u00fcrdiger ihn sich w\u00fcnschen kann, der ehemalige Zeiss Chef seine Mutter verlor und meine beste Brieffreundin ebenfalls ihren Vater zu beklagen hat, als das letzte Elternteil, kann man sich entweder wie Epikur sagen, dass einen der eigene Tod nichts anginge, oder trotz der Weisheit der Griechen eben ein bisschen innovativ sein und sich trotzdem ein bisschen den Kopf dar\u00fcber zerbrechen. Was man nicht selbst an sich heranlassen m\u00f6chte, das bringen einem eben die Raun\u00e4chte.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sich wohl w\u00fcnschen, dass einige Nahe darob in Tr\u00e4nen zerflie\u00dfen und fr\u00fcher engagierte man eigens Klageweiber, alle abgrundh\u00e4sslich, aber eben begabt, das Ungl\u00fcck recht anzuprangern, so recht zu jammern, als w\u00fcrde es sie sonstwie angehen. Der Traum allerdings hat andere Aspekte zum Inhalt. Es fliegt einem da der Rat zu, seine Verh\u00e4ltnisse geordnet zu hinterlassen, wozu wohl ein Testament nur ein d\u00fcrftiger Behelf ist. Zun\u00e4chst gilt es wohl, Probleme, die man selbst verursacht hat, auszur\u00e4umen und , was noch wichtiger ist, diejenigen, die den Staffelstab \u00fcbernehmen, auf die Welt, die sie dann ohne mich erwartet, vorzubereiten. Wer hat schon gern z\u00e4hneknirschende Erben, die sich in den Willen eines Verblichenen dreinschicken m\u00fcssen. Sie werden nicht mehr danach fragen, was ich einfach nur vergessen haben k\u00f6nnte festzulegen und sie selbst noch richten k\u00f6nnten, sondern ihren Part m\u00f6glichst mit wenigen Umst\u00e4nden an sich nehmen und dann den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.<\/p>\n<p>Neben diesen mehr moralischen Verpflichtungen gibt es den wichtigen Aspekt der schlichten Ordnung. Man kann sich nicht noch beschwerlicher machen, indem man ein Chaos hinterl\u00e4sst, das ist wohl f\u00fcr das Leben ebenso wichtig wie f\u00fcr das Nachleben. <\/p>\n<p>Das legten mir nun die unbekannten Stimmen, aber weibliche waren es allemal, in diesem Rautraum nahe.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich darf es etwas Wehmut sein, denn nicht nur jedem Anfang (Hermann Hesse), auch jedem Ende wohnt ein Zauber inne, und auf den Tr\u00fcmmern, die man wohl doch nur hinterl\u00e4sst, gr\u00fcnt das eine oder andere Pfl\u00e4nzchen.<\/p>\n<p><em>Christian Rempel, Zeuthen, den 26.12.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Raun\u00e4chte II Nach der ersten Raunacht sollte gleich die zweite folgen, die nebul\u00f6s, wie er eben ist, vom Tode handelt, der in M\u00e4rchen nicht mal etwas absolutes hat, sondern aufhebbar ist, wie im M\u00e4rchen vom Br\u00fcderchen und Schwesterchen, wo das&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/3598\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,12],"tags":[],"class_list":["post-3598","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-kolumne"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3598","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3598"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3598\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3599,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3598\/revisions\/3599"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3598"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3598"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3598"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}