{"id":3153,"date":"2019-07-11T13:53:45","date_gmt":"2019-07-11T11:53:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=3153"},"modified":"2023-12-08T22:59:45","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:45","slug":"kolumne-kw-27-2019-urlaubsfreuden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/3153","title":{"rendered":"Kolumne Nummer 25\/2019 &#8222;Urlaubsfreuden&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Urlaubsfreuden<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Lande ist es auch nicht gerade warm, aber an der K\u00fcste ist es die H\u00e4rte. Man kann es f\u00f6rmlich sp\u00fcren, wie den Reedd\u00e4chern und Schiffslacken zugesetzt wird, aber alles l\u00e4sst sich immer wieder reparieren, wenn man nur unerm\u00fcdlich genug ist. Wenn aber der Wetterbericht f\u00fcr die Landratten bew\u00f6lkte Tage ansagt, kann es an der K\u00fcste sonnig sein, als w\u00e4ren die rauen Winde nie gewesen.<\/p>\n<p>Das alles von einem auf den anderen Tag, manchmal auf die n\u00e4chste Stunde. Ausl\u00f6schen, ist vielleicht das, was die tapferen Urlauber hier suchen. Man ahnt, was das Leben, was die Natur ausmacht. Da ist selten das Faulenzen, selten der Stillstand, alles ist immer wieder neu und unvorhersehbar.<\/p>\n<p>Die einst \u00e4rmlichen Landstriche prosperieren. Man verdient in der Saison so viel, dass es f\u00fcr das ganze Jahr reicht. Eine reiche Ernte wird auch noch eingebracht und an den R\u00e4ndern bleiben die Kornblumen, wenn sie nicht schon vorher gepfl\u00fcckt wurden. Die Erholung und das Vergessen reichen auch f\u00fcr ein Jahr und die Ostseebr\u00e4une kann sich ein paar Monate halten.<\/p>\n<p>Das alles bringt kaum etwas Kulturelles hervor. Die Musen haben mich noch nie an der Ostsee begl\u00fcckt, doch dieses Jahr ist das anders. Ein Freund meinte, ich solle ihm mal ein Gedicht schicken, denn er h\u00e4lt sich gerade in Italien auf. Eine Angebetete, die jeder andere f\u00fcr eine zwar attraktive, aber nicht besondere Frau halten w\u00fcrde, liest gerne mal ein Gedicht, auch wenn sie au\u00dfer eines Lobes manchmal, kein Urteil dar\u00fcber hat. Es gibt da also doch solche Bed\u00fcrfnisse, und die Bed\u00fcrfnisse haben schon immer die Musen bewegt, mal den einen oder anderen zu k\u00fcssen. Sie aalen sich hier am Ostseestrand, zeigen ihre unvergleichlichen Formen und gehen doch meistens leer aus und finden eben keinen, den sie k\u00fcssen k\u00f6nnten, denn dazu bedarf es ein bisschen der Voraussetzungen.<\/p>\n<p>Die Gedichte, die ich meiner Angebeteten widme, werden Sie hier nicht zu lesen bekommen, sie sind ganz allein f\u00fcr sie geschrieben, und manche sind sogar nicht mal f\u00fcr sie, sondern nur f\u00fcr das Schubl\u00e4dchen. Was wir publizieren, ist nat\u00fcrlich nur der Schrott, den ich ihr oder meinem Schubl\u00e4dchen nicht zumuten kann, das werden Sie verstehen. Man kann zwar nicht ausschlie\u00dfen, dass alles, was man auf einem Computer mit Internet geschrieben hat, eigentlich auch publiziert ist, aber mit dem schlechten Gewissen ob dieser Indiskretion m\u00fcssen eben die umgehen, die sie organisieren. Schlie\u00dflich ist ja das alles menschengemacht.<\/p>\n<p>Christian Rempel im M\u00f6venort, den 11.7.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urlaubsfreuden Auf dem Lande ist es auch nicht gerade warm, aber an der K\u00fcste ist es die H\u00e4rte. 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