{"id":3030,"date":"2018-12-09T14:19:14","date_gmt":"2018-12-09T12:19:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=3030"},"modified":"2023-12-08T22:59:46","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:46","slug":"kolumne-kw-49-2018-darkside","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/3030","title":{"rendered":"Kolumne KW 49 2018 &#8222;Darkside&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>A walk on the darkside<\/strong>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein \u00fcberwiegend junges Publikum zog dieses St\u00fcck an, das zu einem Gutteil von der Faszination am Astrophysikalischen lebt. Gleich zu Beginn erleben wir eine glanzvolle Vorlesung des Protagonisten Immanuel, dem Astrophysiker eines Bruderpaares, dessen zweiter Part Mathias ist, seines Zeichens ein Quantenphysiker, der es aber im Gegensatz zu seinem Bruder verstehen soll, sich popul\u00e4r auszudr\u00fccken. Der Astrophysiker Immanuel steht aber in hohen Ehren und hat gerade einen Preis erhalten, es k\u00f6nnte gar der Nobelpreis sein, den es dann gilt in der Uckermark zu feiern.<\/p>\n<p><!--more-->Nat\u00fcrlich kann man nicht den ganzen Abend mit halbverst\u00e4ndlichen physikalischen Erl\u00e4uterungen f\u00fcllen, aber immerhin waren diese schl\u00fcssig und eben gut auf den Punkt gebracht, sondern es muss noch eine handfeste Story her, was dann auch mit einiger M\u00fche und sich der Plattheit nicht ganz entziehen k\u00f6nnend, gelingt. Als erstes Anzeichen einer solchen taucht noch ein Halbbruder auf, der eigentlich in Israel ans\u00e4ssig ist und ein unter orthodoxen Juden Aufgewachsener sein soll, was man ihm vom Outfit allerdings nicht so ganz abnehmen kann. Dieser ist aus einem Fehltritt des inzwischen verstorbenen Vaters der Gebr\u00fcder entstanden, der ihn dann als Halbw\u00fcchsigen mal nach Deutschland geholt hatte, wo er dann allerdings das Opfer geschwisterlichen Schabernacks wurde. Im St\u00fcck kommt er allerdings sehr elegant daher und mit der Tendenz, sich bei allen einschmeicheln zu wollen.<\/p>\n<p>\nDazu gibt es noch zwei Frauengestalten, die Freundin von Mathias, Magda und die Frau des Starastrophysikers Mania. Magda ist gerade nach einem Selbstmordversuch nach dreimonatigem Aufenthalt aus der psychiatrischen Klinik zur\u00fcck, bei dem auch ein ungeborenes Kind verlorengegangen war. Es ergeben sich allf\u00e4llige Anspielungen der psychischen Selbstzerst\u00f6rung und psychischer Paradoxien, man erlebt ja die physikalischen Br\u00fcder auch nicht arbeitend, sondern eben nur parlierend oder in einem gro\u00dfen Part eben mal tennisspielend, man k\u00f6nnte fast von einem neuen Spie\u00dfertum sprechen, das das Nachwuchspublikum, das auch nicht davon frei sein d\u00fcrfte, ins Gorki zog.<\/p>\n<p>\nOhne die Spannung zu verderben, sei noch bemerkt, dass sich der Starastrophysiker Immanuel dann als waschechter B\u00f6sewicht entpuppt, nach Kaspertheaterart dann richtig durchgewalkt wird und zum Schluss dieser Klamotte die Steven Hawkings Pose im Rollstuhl einzunehmen hat, was seinem und der anderen Glanz an schauspielerischer Leistung aber keinen Abbruch tut. Immerhin ein St\u00fcck, das einen bei aller Herbeigeholtheit dann einige Zeit zu besch\u00e4ftigen versteht.<\/p>\n<p>\nDie Starregisseurin Yael Ronen versetzt einen damit an die Anfangszeit der Theateridee zur\u00fcck, und wer wollte solche erste Schritte nicht zu sch\u00e4tzen wissen.<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel in Zeuthen, den 5.12.2018<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A walk on the darkside&nbsp; Ein \u00fcberwiegend junges Publikum zog dieses St\u00fcck an, das zu einem Gutteil von der Faszination am Astrophysikalischen lebt. 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