{"id":2924,"date":"2018-06-17T11:47:35","date_gmt":"2018-06-17T09:47:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=2924"},"modified":"2023-12-08T22:59:46","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:46","slug":"kolumne-kw-24-2018-suendenlast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2924","title":{"rendered":"Kolumne KW 24 2018 &#8222;S\u00fcndenlast&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>S\u00fcndenlast<\/strong>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt wohl Menschen, denen ist das J\u00fcngste Gericht eine Gewissheit. Aufmerksam durchforsten sie ihr Leben, um darin Unzul\u00e4ngliches zu finden, werden auch immer f\u00fcndig und beginnen sich zu f\u00fcrchten, wenn es eines Tages mal zur gro\u00dfen Abrechnung kommen sollte.<\/p>\n<p><!--more-->Das kann sicher jeder halten, wie er will, wie es seinem Angstgef\u00fchl gegen\u00fcber etwas H\u00f6herem entspricht, aber meistens kommt dann noch etwas dazu, dass man die vermeintlich Gedankenlosen auch noch bekehren m\u00f6chte. Das erreicht man am besten dadurch, dass man sich selbst als s\u00fcndenbeladen offenbart, auch wenn alle um einen den Eindruck haben, man f\u00fchre ein gottgef\u00e4lliges Leben.<\/p>\n<p>\nNicht f\u00fcr jeden braucht es die Furcht vor einem h\u00f6heren Wesen, sondern manche k\u00f6nnen Recht und Unrecht in den eigenen Handlungen ganz gut selbst entdecken. Man sollte dar\u00fcber nicht rechten, denn einer hegt eben gern solche Ehrfurcht vor einem h\u00f6heren Wesen und der andere glaubt nicht dran und ist sich selbst h\u00f6chste moralische Instanz. Eigentlich bedarf es dazu auch nicht mehr des erhobenen Zeigefingers eines Pfarrers, denn dieser gen\u00fcgt sich heutzutage meistens darin, dass er seine Sch\u00e4fchen im Glauben wei\u00df und sie in die Kirche kommen.<\/p>\n<p>\nWenn wir mal einen Moment voraussetzen wollen, es g\u00e4be einen Gott, der ja f\u00fcr manche Gewissheit ist, so h\u00e4tte er den Menschen wohl so erfunden, dass er auch verbotene Leidenschaften und eben Handlungsfreiheit h\u00e4tte, er dann am Ende zur\u00fcckblickt, sein eigenes Leben in den Blick nimmt und dort Zeiten vorfindet, die einer W\u00fcste gleichen, obwohl er doch auch diese Zeiten sehr besch\u00e4ftigt und angespannt war. Im Nachhinein hat man es dann nicht allzu schwer zu bereuen, denn das soll ja helfen, um in einem Leben nach dem Tod, das wir ebenfalls gern mal voraussetzen wollen, eine gute Figur zu machen und nicht in irgendwelchen Kesseln zu schmoren. Diese Entscheidung kann der vorausgesetzte Gott nicht vom Glauben an ihn abh\u00e4ngig machen, sondern es z\u00e4hlen vermutlich allein die Taten. Andernfalls w\u00fcrde man ihn zu einem Eitlen machen, dem sehr viel daran gelegen ist, schon zu Lebzeiten verehrt zu werden.<\/p>\n<p>\nWie sollte er einen Menschen nicht sch\u00e4tzen, der all die gestrengen Ma\u00dfst\u00e4be in sich selber findet, und so sei man getrost, auch wenn man nicht alle Unwahrscheinlichkeiten gl\u00e4ubig annimmt.<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel in Zeuthen, den 17.6.2018<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00fcndenlast&nbsp; Es gibt wohl Menschen, denen ist das J\u00fcngste Gericht eine Gewissheit. 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