{"id":2829,"date":"2018-02-18T12:02:36","date_gmt":"2018-02-18T10:02:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=2829"},"modified":"2023-12-08T22:59:46","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:46","slug":"kolumne-kw-07-2018-der-werfe-den-ersten-stein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2829","title":{"rendered":"Kolumne KW 07 2018 &#8222;Der werfe den ersten Stein&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u2026 der werfe den ersten Stein<\/strong>&nbsp;<\/p>\n<p>Kann man an einen kranken Menschen Erwartungen stellen? K\u00f6nnte man nicht selbst fr\u00fcher oder sp\u00e4ter dieser kranke Mensch sein, der schwerwiegende Fehler gemacht hat und hoffen, dass sich keiner findet, den ersten Stein zu nehmen, auf den es immer ankommt und dann ganz andere Gesetze diktieren, ob daraus ein t\u00f6dlicher Hagel wird?<\/p>\n<p><!--more-->Vielleicht ist dieses Bild auch zu alt- oder zu neutestamentarisch, auf jeden Fall testamentarisch, und man meint, es passe nicht mehr in die heutige Zeit, und w\u00fcnschenswert w\u00e4re es doch, wenn gar keine Steine mehr geworfen w\u00fcrden. An die Stelle solch menschengrausamen Richterspruchs tritt aber das Leben selbst. Es wirft noch mit Steinen. Da k\u00f6nnen bl\u00fchende junge Frauen oder junge M\u00e4nner in wenigen Jahren zu Greisen werden, und man kann das mit Abstand sehen und f\u00fcr ungerecht oder selbstverschuldet halten. Das beim eigenen Fleisch und Blut mitanzusehen, gelingt wohl den wenigsten.<\/p>\n<p>\nDa ist dann nach seiner eigenen Erfahrung jeder gefragt und muss in sich gehen, wie es dahin hatte kommen k\u00f6nnen. Man kann sich bequem im Leben einrichten, wenn man als Vater die ganze Verantwortung abgibt und in die H\u00e4nde seiner Frau legt, da ja Frauen besonders begabt in der Empathie sind. Zu viel Verst\u00e4ndnis gehabt zu haben, kann man selten zu einem Vorwurf umm\u00fcnzen, das scheint immer richtig gewesen zu sein, und doch f\u00fchrt es nicht selten in einen Zustand der Unordnung und Verwahrlosung.<\/p>\n<p>\nDas blinde Leben an die Stelle einer bedachten Handlung zu stellen, es zuschlagen zu lassen, wie sich kein Elternteil es sich heute mehr gestattet, kann unwiederbringliche Folgen nach sich ziehen, man sollte das verhindern, doch wo liegt der Weg dorthin. Das m\u00e4nnliche Element der Erziehung ist viel eher auch durch Konfrontation gekennzeichnet, die so tiefgehend sein kann, dass sie Wunden schl\u00e4gt, die manchmal erst nach Jahren heilen, aber die notwendig sein k\u00f6nnen, wie der rettende Schnitt eines Chirurgen. Es soll tats\u00e4chlich schon junge Leute geben, die r\u00fcckblickend ihren Eltern den Vorwurf der mangelnden Konsequenz machen, die einen h\u00e4tte bewahren k\u00f6nnen vor manchen Fehlern, die nicht erst durchlebt sein wollen, um dann selbst auf den Trichter zu kommen.<\/p>\n<p>\nDie Wahrheit in der Erziehung ist eine bewegliche und nie ist man frei von Schuld, so dass man bei Lichte besehen mit einem P\u00e4ckchen aus dem Leben geht, wo manche mit Recht sagen k\u00f6nnten: Na endlich!<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel in Zeuthen, den 17.2.2018<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 der werfe den ersten Stein&nbsp; Kann man an einen kranken Menschen Erwartungen stellen? 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