{"id":2825,"date":"2018-02-10T20:33:51","date_gmt":"2018-02-10T18:33:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=2825"},"modified":"2023-12-08T22:59:46","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:46","slug":"kolumne-kw-06-2018-hoffen-und-bangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2825","title":{"rendered":"Kolumne KW 06 2018 &#8222;Hoffen und Bangen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hoffen und Bangen<\/strong>&nbsp;<\/p>\n<p>Heute halten es zwei Menschen, auch wenn sie Mann und Frau sind, selten noch ein ganzes Leben miteinander aus. Man muss sich das schon fest vorgenommen haben oder es muss unausweichlich in der Tradition stehen. Oft geht dann einer seiner Wege und die Liebe ist meistens damit nicht erloschen, sondern nimmt nicht selten die Form von Hass an, der aus meiner Sicht nichts anderes ist, als eine verbogene und auf sich selbst bezogene Liebe.<\/p>\n<p><!--more-->Nun h\u00f6rte ich eine Geschichte, wo es ein Paar gab, das scheinbar nicht besser h\u00e4tte zusammenpassen k\u00f6nnen, aber auch diese Liebe hatte sich eines Tages ersch\u00f6pft und sie, wie es heute auch nicht mehr selten der Fall ist, ging ihrer Wege, um aus den verbleibenden Jahren die besten zu machen, die sie je erlebt habe. Er ist etwas \u00e4lter und das mag auch der Grund gewesen sein, dass ihn dann etwas vor der Zeit der Lebensmut verlassen hatte, genaugenommen hatte er schon in der noch funktionierenden Ehe die Fl\u00fcgel h\u00e4ngen lassen, und konnte er anfangs f\u00fcr beide noch Erlebnisse schaffen, wie sie nicht jedem gegeben sind, so hatte auch das eines Tages ein Ende, die Formation des Paarflugs musste aufgegeben werden und er war ja nun auch allein gelassen.<\/p>\n<p>\n<strong>Ob ihr dann die besten Jahre des Lebens gelungen sind oder noch bevorstehen, kann man noch nicht sagen, denn alles ist ja noch im Gang, und erst mal sieht dieser Gang nicht zum Besten aus.<\/strong><\/p>\n<p>\nWollte man die sch\u00f6ne und kluge Frau voller Energie mit einem Wort charakterisieren, dann trifft nur das Wort g\u00f6ttlich zu, und in der Tat ist sie diesem H\u00f6chsten immer nah geblieben, vielleicht n\u00e4her als allen Irdischen. Nat\u00fcrlich hat sie auch Fehler, zum Beispiel etwas nicht lange auszuhalten und zu modeln, aber daf\u00fcr gelingt ihr das meiste gleich im ersten Anlauf, so, dass man denken k\u00f6nnte, es h\u00e4tte das lange Erfahrungsammeln einer Profession hinter sich. Die Kinder sind ihr zugetan, wie kaum einem anderen Menschen und doch muss man nun bangen um sie und hoffen, dass alles gut ausgeht.<\/p>\n<p>\nDas Hoffen ist so unirdisch wie diese G\u00f6ttlichkeit, denn es besteht darin, dass die vielen, in deren N\u00e4he sie ist, m\u00f6glichst nie auf ihre Anwesenheit verzichten m\u00fcssen und dass das, was sich nun eingestellt hat, nichts anderes als eine Staupe, eine Stauung des Gl\u00fccks ist, die vor\u00fcbergehen. Sie ist ein Mensch, der f\u00fcr sich selbst einstehen kann und das auch tut. Alles, was ihr da an Echo zugeflossen ist, ist schnell verhallt, nichts hat sie f\u00fcr sich festzuhalten versucht. Vielleicht das auch eine Schw\u00e4che, aber eine sympathische.<\/p>\n<p>\n<strong>Hoffen und Bangen!<\/strong><\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel in Zeuthen, den 10.2.2018<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hoffen und Bangen&nbsp; Heute halten es zwei Menschen, auch wenn sie Mann und Frau sind, selten noch ein ganzes Leben miteinander aus. Man muss sich das schon fest vorgenommen haben oder es muss unausweichlich in der Tradition stehen. 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