{"id":2671,"date":"2017-06-27T07:04:35","date_gmt":"2017-06-27T05:04:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=2671"},"modified":"2023-12-08T22:59:47","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:47","slug":"kolumne-kw-24-kw-25-2017-herzblut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2671","title":{"rendered":"Kolumne KW 24 \/ KW 25 2017 &#8222;Herzblut&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herzblut<\/strong>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Bekannte aus dem Dichterkreis hatte mal eine neue Idee: Man solle mal keinen m\u00f6glichst perfekten Text oder Gedicht schreiben, sondern einen durchaus imperfekten, aber daf\u00fcr mit Herzblut geschriebenen. Dabei kann man jedes Buch oder Gedicht, selbst wenn es perfekt ausgewogen ist, im besten Fall als den Ausfluss eines solchen Herzblutes sehen.<\/p>\n<p><!--more-->Wie unterschiedlich dass aber auch sein kann, es kann verletzend sein, es kann anderen dazu dienen, das Blut gierig aufzuschlecken oder sich sein S\u00fcppchen damit zu kochen. Also Vorsicht mit dem Herzblut, Vorsicht mit den Halbheiten. Hat man doch heute die Chance, einen Menschen zu finden, dem man ganz allein sein Herzblut spenden kann. Manch einer hat es n\u00f6tiger, am n\u00f6tigsten sicher die Hilflosen, die meist unsere Kinder sind.<\/p>\n<p>\nHat man keinen so nahen Menschen, dann kann man sein Herzblut auch noch f\u00fcr sich behalten und es wird einen st\u00e4rkend durchstr\u00f6men. F\u00fcr das Wohlbefinden ist es manchmal besser, sich nicht zu \u00e4u\u00dfern, gerade wenn man merkt, dass es einem nicht guttut.<\/p>\n<p>\nAuch das bietet die heutige Zeit, man kann wegziehen, nicht ans Telefon gehen, wenn man sieht, dass jemand Unliebsames dran ist, man kann zu Hause bleiben, statt sich ins Get\u00fcmmel zu st\u00fcrzen und irgendwelchen Leuten \u00fcber den Weg zu laufen, die man lieber nicht sehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>\nNat\u00fcrlich geht das alles nur f\u00fcr eine gewisse Zeit. Man ist ein soziales Wesen und unter Menschen findet man manchmal welche, die sich mit den gleichen Problemen herum\u00adschlagen wie man selber. Der Rat ist also, sich nicht nur dem auszusetzen, dass einem das Herz blutet, es nicht zu sehr an sich heranzulassen, sonst wird man leicht zum wunderlichen Kautz, der nicht mehr lachen kann.<\/p>\n<p>\nAber auch die Trauer hat man f\u00fcr sich allein und man sollte ihr nicht ausweichen. Gut dass es da Friedh\u00f6fe gibt, auf denen man \u00fcber kurz oder lang anlandet, denn da kann man das Herzblut und die Trauer in etwas anderes verwandeln, n\u00e4mlich in eine einfache g\u00e4rtnerische T\u00e4tigkeit. Viele einfache Arbeiten k\u00f6nnten einem ja als Last erscheinen, aber sie sind eben auch ein Ausweg.<\/p>\n<p>\nIch kenne jemanden, der hat sein ganzes Leben sch\u00f6ne Geschichten geschrieben. Als er davon genug hatte, begann er zu zeichnen. Als ihm das \u00fcber wurde, tat er einfachste Dinge.<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel in Zeuthen, den 24.6.2017<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herzblut&nbsp; Eine Bekannte aus dem Dichterkreis hatte mal eine neue Idee: Man solle mal keinen m\u00f6glichst perfekten Text oder Gedicht schreiben, sondern einen durchaus imperfekten, aber daf\u00fcr mit Herzblut geschriebenen. Dabei kann man jedes Buch oder Gedicht, selbst wenn es&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2671\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-2671","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kolumne"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2671","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2671"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2671\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2673,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2671\/revisions\/2673"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}