{"id":2330,"date":"2016-06-05T16:09:04","date_gmt":"2016-06-05T14:09:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=2330"},"modified":"2023-12-08T22:59:48","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:48","slug":"kolumne-kw-22-2016-fruehlingsbelebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2330","title":{"rendered":"Kolumne KW 22 2016 &#8222;Fr\u00fchlingsbelebung&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fr\u00fchlingsbelebung<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Fr\u00fchling hat ja nicht nur Neues hervorgebracht, sondern es gibt auch schon wieder das Vergehen. Der Goldregen zeigt sich schon in Witwenwei\u00df, die Fliederdolden sind br\u00e4unliche Gebilde geworden und von den Forsythiabl\u00fcten ist schon gar nichts mehr zu sehen.<\/p>\n<p><!--more-->Auch der Gedichtladen in Waltersdorf wich einer famili\u00e4ren Umstrukturie\u00adrung, die von fast allen, au\u00dfer mir, mit gro\u00dfer Vehemenz betrieben wurde. An dessen Bestehen auf meinen Notizzetteln, dem Computer und meinem Kopf hat sich allerdings nichts ge\u00e4ndert und auch das Finanzamt erwartet ja einen stabilen Umsatz.<\/p>\n<p>\nEs ergab sich sogar eine gewisse Belebung, was vielleicht an der neuen Adresse liegen mag, denn Zeuthen, das sich ja zumindest mal im Dunstkreis von Fontane befunden hat und in den folgenden Jahren die Reichen und Sch\u00f6nen aus Berlin angelockt hat, ist viel eher eine Adresse, von der man gutb\u00fcrgerliche Dichtkunst erwarten kann als von einem D\u00f6rfler.<\/p>\n<p>\nMan wohnt hier in mehr oder weniger prunkvollen Einfamilienh\u00e4usern, die B\u00fcrgermeisterin ist mir gut bekannt und es gibt nicht wenige Doktoren oder gar Professoren unter den Bewohnern. Da schaut man nicht mehr scheel \u00fcber die Hecke, wenn da jemand Verse schmiedet, das alles ist eine gestattete Besch\u00e4ftigung und die Dame flie\u00dft besonders ruhig im Zeuthener See.<\/p>\n<p>\nDen Nachbarn in Waltersdorf, dem verkehrs- und gewerbereichen, sei gesagt, dass ich ihnen nat\u00fcrlich verbunden bleibe, und ich w\u00e4re auch nicht weggezogen, wenn sich die Umst\u00e4nde nicht ein klein wenig ung\u00fcnstig f\u00fcr mich entwickelt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>\nJetzt gehe ich ganz auf in den Schicksalen, die ich im Zusammen\u00adhang mit meiner dichterischen T\u00e4tig\u00adkeit in Erfahrung bringe und bei der es sich, wenn der Zeitaufwand auch hoch ist, kaum um eine Profes\u00adsionalit\u00e4t handelt, denn ein gewisser k\u00fcnstlerischer Anspruch kann sich ja nur entfalten, wenn man sich freimacht von Geldinteressen und sich einer Sache ganz annimmt, mit Leib und Seele. Aber diese Offenheit und gleichzeitig Diskretion ist nicht nur auf meiner Seite gefordert, sondern auch die Menschen, die zu mir kommen, k\u00f6nnen nur ein befriedigendes Ergebnis erwarten, wenn sie selbst offen sind.<\/p>\n<p>\nDass es auch dabei immer noch Unterschiede gibt zwischen den unterschiedlichen Provenienzen, sei nicht verhehlt.<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel in Zeuthen, den 5.6.2016<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fchlingsbelebung &nbsp; Der Fr\u00fchling hat ja nicht nur Neues hervorgebracht, sondern es gibt auch schon wieder das Vergehen. 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