{"id":2309,"date":"2016-05-08T12:21:07","date_gmt":"2016-05-08T10:21:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=2309"},"modified":"2023-12-08T22:59:48","modified_gmt":"2023-12-08T20:59:48","slug":"kolumne-kw-13-bis-kw-18-2016-himmelfahrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2309","title":{"rendered":"Kolumne KW 13 bis KW 18 2016 &#8222;Himmelfahrt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Himmelfahrt<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viele Fahrr\u00e4der auf den Stra\u00dfen, aber nur selten M\u00e4nnergemeinschaften mit den einst geschm\u00fcckten Bikes. Dieses kirchliche Fest ist ja fast schon eher Herrentag. Aber wie sollte man aus diesem Grund frei machen, wenn es der Frauentag nicht ist. M\u00e4nnern f\u00e4llt zwar allein, ohne ihre Familien, meistens nur ein, sich volllaufen zu lassen und trotzdem f\u00e4nde ich es gut, wenn diese rar gewordenen Gemeinschaften dann mal f\u00fcr einen Tag auflebten, wenn diese Touren mal ausnahmsweise nicht zu Familien- oder Paarausfl\u00fcgen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><!--more-->Unsere Herrenpartie, die meines Vaters und meiner selbst, fand unz\u00fcnftigerweise im Auto statt, aber mein schon etwas betagter Vater beobachtet noch alles sehr genau, was drau\u00dfen vor sich geht und meine Schwester hatte dann auch ein sch\u00f6nes Essen bereit, sodass wir uns mal so richtig verw\u00f6hnen lassen konnten.<\/p>\n<p>\nNat\u00fcrlich stehen die Mundwerke auch nie still, wenn es nicht nur ums Kauen geht. Ansonsten wird viel \u00fcber Politik und andere Themen gesprochen und ich habe da selten einen Beitrag zu leisten, auch weil es mir widerstrebt, gerade in der Politik mal wieder was ganz Besonderes und etwas ganz Eigenes herausgefunden zu haben, das es dann gilt, den staunenden Zuh\u00f6rern zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>\nNur einmal f\u00fchlte ich mich angeregt, eine kontroverse Auffassung zu ver\u00adtreten, als es um den Sinn des Lebens und dessen Antriebe ging. Das ist ja eine gro\u00dfe Frage und kaum einer hat nach den vielen Erkl\u00e4rungs\u00adversuchen noch Lust, einen weiteren hinzu\u00adzu\u00adf\u00fcgen.<\/p>\n<p>\nDem Kapitalismus liegt ja eigentlich ein Machtstreben zugrunde und wird durch objektive Verh\u00e4ltnisse, wie die Herrschaft des Geldes, unterst\u00fctzt. Ich glaube aber, dass selbst den Profis schon das Machtjackett zu gro\u00df geworden ist. Viel zu sehr hat man aus allen m\u00f6glichen psychologischen und k\u00fcnstlerischen Darstellungen und nat\u00fcrlich auch selbst erfahren, dass Macht zu haben eigentlich nicht zu den Bausteinen des Gl\u00fccks geh\u00f6rt, um das es doch jedem Menschen in erster Linie und im vollen Recht geht.<\/p>\n<p>\nIm Sozialismus w\u00e4re man noch von der Macht berauscht gewesen. Wohl hatte sich dieser die Energie, die wir heute vermissen f\u00fcr ein paar Jahre l\u00e4nger bewahrt, aber man kann nicht \u00fcbereinstimmen, dass es Machtstre\u00adben gewesen w\u00e4re, was das ganze Ding am Laufen hielt. Als erstes Motiv w\u00fcrde ich da schon sehen, dass man gesellschaftlich etwas erreichen wollte und wenn dabei einige schikaniert wurden, so war das nicht vorrangig Freude an der Machtaus\u00fcbung, sondern weil man ein Werk im Werden bedroht sah, wie immer man sich das im Konkreten zurechtgelegt hat.<\/p>\n<p>\n<strong>F\u00fcr mich bedeutet Gl\u00fcck vor allem, wenn man f\u00fcr andere etwas tun kann, und ein gro\u00dfes Gl\u00fcck w\u00e4re es, wenn man das in einer Gesellschaft k\u00f6nnte, die ein Konzept hat.<\/strong><\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel in Zeuthen, den 8.5.2016<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Himmelfahrt &nbsp; Viele Fahrr\u00e4der auf den Stra\u00dfen, aber nur selten M\u00e4nnergemeinschaften mit den einst geschm\u00fcckten Bikes. Dieses kirchliche Fest ist ja fast schon eher Herrentag. 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