{"id":2111,"date":"2015-09-13T14:48:02","date_gmt":"2015-09-13T12:48:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=2111"},"modified":"2023-12-08T23:00:23","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:23","slug":"kolumne-kw37-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2111","title":{"rendered":"Kolumne KW37 &#8222;Gewalt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gewalt<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom Gesetz geahndet werden sollte Gewaltdarstellung, die \u201egrausame oder sonst unmenschliche Gewaltt\u00e4\u00adtig\u00adkeiten gegen Menschen oder men\u00adschen\u00e4hnliche Wesen in einer Art schildert, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewaltt\u00e4tig\u00adkeiten ausdr\u00fcckt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenw\u00fcrde verletzenden Weise darstellt, \u2026 .\u201c<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nOft wird das heute bel\u00e4chelt, denn es wimmle doch von grausamen Darstellungen in der Literatur und den Medien. Wie das zutrifft, kann ich gar nicht beurteilen, denn ich halte mich von den Medien fern und habe nur eine bescheidene Belesenheit in dieser Richtung aufzuweisen.<\/p>\n<p>\nDer Gesetzgeber scheint also zu schlafen. Eins gibt das andere und ein allgemeines Sich-immer-weiter-\u00dcber\u00adtref\u00ad\u00adfen\u00adwollen scheint die Regel zu sein. Das ist auch einer ziemlichen Anonymit\u00e4t zuzuschreiben. Man wei\u00df ja im Allgemeinen gar nicht mehr, von wem diese Zumutungen  ausgehen, was sich der Autor dabei gedacht haben mag. Oft wird diese Gewalt dargestellt, als distanziere man sich davon, man kann mit einem gro\u00dfen SIE auf andere zeigen und als Autor die Sache gar nicht mehr an sich heranlassen. Dass man sich selbst auch darin aalt, wird allgemein mit dem Wort \u201ePfui, wie sch\u00f6n\u201c umschrieben.<\/p>\n<p>\nIn der Poesie haben solche Hervorbringungen allerdings noch nicht so Raum gegriffen, auch wenn es da nicht an Schweinischem eines Bukowski oder Brecht fehlt. Dass man das Erlebnis des Sexes, der ja auch immer ein bisschen mit Aggressivit\u00e4t zu tun hat, einer notwendigen und integrierbaren Aggressivit\u00e4t allerdings, in der Kunst wiederfindet, weil es einen auch so sehr angeht, finde ich gar nicht verwunderlich, denn die Natur stellt uns gerade in dieser Hinsicht eine Phantasie vor Augen, dass man in einem gewissen Alter alles daran setzen m\u00f6chte, diese realisiert zu sehen.<\/p>\n<p>\nBei Gewalt ist das etwas anderes. Sie hat eigentlich keine produktive Funktion. Und der Liebe ist manch Gewaltt\u00e4tiger gar nicht f\u00e4hig. Zuweilen ist sein Wesen auch schon so absto\u00dfend, dass er beim besten Willen keine Chance h\u00e4tte, echter Liebe teilhaftig zu werden.<\/p>\n<p>\nIm vorliegenden Fall, den ich nicht im Einzelnen schildern m\u00f6chte, handelt es sich nicht gerade um einen anziehenden Menschen und in einem Alter, in dem man sich selbst schon ganz gut einordnen k\u00f6nnen m\u00fcsste. Trotzdem hat er den berechtigten Wunsch zur Anerkennung, m\u00f6chte Aufmerksamkeit auf sich gezogen wissen. Das kann ja auch ein bisschen Ehrgeiz sein, eine durchaus n\u00fctzliche Eigenschaft. In diesem Fall handelt es sich auch um die berechtigte Sehnsucht nach Freundschaft, diesem doch so wichtigen sozialen Kitt, ohne den wir schlecht durchs Leben kommen. Schaun wer ma!<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel im Waltersdorfe, den 13.9.2015<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gewalt &nbsp; Vom Gesetz geahndet werden sollte Gewaltdarstellung, die \u201egrausame oder sonst unmenschliche Gewaltt\u00e4\u00adtig\u00adkeiten gegen Menschen oder men\u00adschen\u00e4hnliche Wesen in einer Art schildert, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewaltt\u00e4tig\u00adkeiten ausdr\u00fcckt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2111\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-2111","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kolumne"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2111","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2111"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2111\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2113,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2111\/revisions\/2113"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2111"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2111"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2111"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}