{"id":2095,"date":"2015-08-16T16:03:18","date_gmt":"2015-08-16T14:03:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=2095"},"modified":"2023-12-08T23:00:23","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:23","slug":"kolumne-kw33-vom-schweigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2095","title":{"rendered":"Kolumne KW33 &#8222;Vom Schweigen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vom Schweigen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Haben Sie schon einmal dutzende Bewerbungen geschrieben und nicht viel mehr als die eine oder andere automatische Antwort erhalten, im Sinne von \u201eVielen lieben Dank, nun pr\u00fcfen wir und werden uns gegebenenfalls melden\u201c? Sind die Automaten ganz geistreich, begn\u00fcgen sie sich nicht mit der Floskel der freundlichen Gr\u00fc\u00dfe, sondern haben \u201egute\u201c und \u201ebeste\u201c Gr\u00fc\u00dfe auf Lager.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nHaben Sie schon einmal an einem Wettbewerb teilgenommen, bei dem es vielleicht um hundert oder tausend Euro geht, jedenfalls nicht mal ein durchschnittliches Monatsgehalt und die Veranstalter hatten nicht einmal diese automatischen Antworten geschaltet, sondern quittieren Ihre Einsendung mit der verbreiteten M\u00fcnze des Schweigens?<\/p>\n<p>\nWas kann das Schweigen alles hei\u00dfen. Ich habe zu viel zu tun, um die besagten Euros oder die Stelle bewerben sich Heerscharen, was nicht vorherzusehen war und nun habe ich den Salat. Dass das Schweigen auch hei\u00dfen kann, ich wei\u00df partout keine Antwort, bin in Erkl\u00e4rungsnot und kann beim besten Willen nichts zu Papier bringen, auch wenn ich gerade dazu aufrief, dass sich andere abm\u00fchen und meine Ausschreibung nicht fl\u00e4chendeckend eben auch nur mit Schweigen bedenken, ist auch eine Interpretation.<\/p>\n<p>\nIch z\u00e4hle zu denjenigen, die den Fluch des Schweigens auf sich ziehen, nicht zuletzt ja auch mit diesem Blog. An manchen Beispielen habe ich auf Nachfragen verfolgen k\u00f6nnen, dass ich den einen oder anderen in Erkl\u00e4rungsnot versetzt habe und er meint, dass er einfach ein bisschen Zeit braucht, um die Antwort zu finden. Das kann Tage, Wochen und Monate dauern und indem die Sache dann so aus dem Zeitruder l\u00e4uft, ist es dann schon fast kein Unterschied mehr, wenn man es bei dem Schweigen bel\u00e4sst.<\/p>\n<p>\nVielleicht ist es auch nicht legitim, jemanden zum Antworten bringen zu wollen, der von sich meint, dass er eigentlich nicht schweigt, sondern denkt.<\/p>\n<p>\nWenn es um die Antworten schon so schlecht bestellt ist, wie muss es da erst um die Taten stehen? Auch die Tatenlosigkeit l\u00e4sst sich f\u00fcr sich genommen auch gut in Nachdenken umdeuten. Und wenn einer schon vor der ausbleibenden Tat ein Gespr\u00e4ch ausbleiben l\u00e4sst, dann meint er sich zu sch\u00fctzen vor der Diskussion, die ja legitim fast jeder Tat vorausgehen kann.<\/p>\n<p>\nWenn man mit Geld oder einem in Aussicht gestellten Job an die \u00d6ffentlichkeit tritt und die damit heraufbeschworene Situation dann wirklich eintritt, sollte man da nicht die Kultur besitzen, sich in jedem Fall zu einer Antwort zu bequemen? Hier auf dem Blog ist dieses kulturelle Niveau erreicht, bei anderen eben nicht. Es gibt keinen Knigge mehr, an dem man sich da orientieren k\u00f6nnte, eine Kultur scheint da versch\u00fcttet.<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel im Waltersdorfe, den 16.8.2015<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Schweigen &nbsp; Haben Sie schon einmal dutzende Bewerbungen geschrieben und nicht viel mehr als die eine oder andere automatische Antwort erhalten, im Sinne von \u201eVielen lieben Dank, nun pr\u00fcfen wir und werden uns gegebenenfalls melden\u201c? 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