{"id":2081,"date":"2015-07-26T13:01:22","date_gmt":"2015-07-26T11:01:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=2081"},"modified":"2023-12-08T23:00:23","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:23","slug":"kolumne-kw30-ganz-anders-als-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2081","title":{"rendered":"Kolumne KW30 &#8222;Ganz anders als gedacht&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ganz anders als gedacht<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir waren nun am nord\u00f6stlichen Ende des Harzes, im malerischen Ilsenburg, das wie einige andere Orte in Ost und West etwa 12 km vom Brocken entfernt ist. Auf den Brocken kommt man ja sehr bequem mit der Harzbahn, aber wenn man zu einigen Leuten ist, ist es eine ganz sch\u00f6ne Investition, dort hinauf oder herunter zu fahren. Bei unserem ersten Versuch, bei dem wir das Ilsetal erkundeten, kam pl\u00f6tzlich ein Bus mitten im Wald und wir dachten nicht anders, als dass er uns etwas n\u00e4her an den Brocken bringen k\u00f6nnte. Als wir aber ausstiegen, stand an den Wegweisern wieder die magische Entfernung von 12 km.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nDann \u00fcberraschte uns noch leichter Regen und mit der Moral der leicht bekleideten M\u00e4delstruppe war es vorbei, so dass sie nach Schierke abbiegen wollten und mit der Bahn herunterfahren. Mit einem Mal schien aber wieder die Sonne und sie folgten mir dann doch auf dem nicht enden wollenden Aufstieg. Mit der Zeit hatten die Wegweiser es aufgegeben, den Brocken anzuzeigen und wir sahen ihn nur ganz nah aus dem Nebel auftauchen. Vielleicht w\u00e4ren es noch drei Kilometer gewesen, aber wir gaben auf.<\/p>\n<p>\nDann galt es erst einmal die St\u00e4dte zu erkunden, die ja im Wesentlichen aus L\u00e4den bestehen. Da geriet die Damenwelt erst einmal ins Einkaufs\u00adfieber, von der kleinsten mit sieben Jahren angefangen bis hin zur angehenden Jubilarin, deren Geburtstag ja die eigentliche Idee zu der Reise war.<\/p>\n<p>\nNach Wernigerode nahmen wir noch den verblichenen Glanz von Thale an der Bode wahr, wo wir uns auf dem Hexentanzplatz vom Kommerz schier erschlagen f\u00fchlten. Als meine M\u00e4dels die teils geschlossenen L\u00e4den besichtigten, ging ich ins H\u00fcttenmuseum, und das wurde zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Hier war die DDR Geschichte noch eine Erfolgsgeschichte und erst die Wende brachte das Aus f\u00fcr die siebentausend Mitarbeiter, die ihr eigenes Werk noch schleifen durften und nun in die R\u00f6hre gucken, wenn sie nicht einen der noch verbliebenen 350 Arbeitspl\u00e4tze im Thaletech Betrieb ergattern konnten.<\/p>\n<p>\nDann sagte ich mir, was der noch nicht ganz drei\u00dfigj\u00e4hrige Heine 1824 geschafft hatte, m\u00fcsste mir doch auch noch gegeben sein, von Ilsenburg aus auf den Brocken zu wandern. Also habe ich es am Freitag noch einmal mit den magischen 12 km aufgenommen und war nach vier Stunden oben. Auf dem ganzen ber\u00fchmten Heineweg traf ich nur einen einzigen Menschen. Erst auf dem R\u00fcckweg gegen drei, kamen mir einige entgegen, dass man sich fragen konnte, ob die auch noch auf den Brocken wollen zu so sp\u00e4ter Stunde.<\/p>\n<p>\nAuf der R\u00fcckreise haben wir dann einen ziemlichen Umweg \u00fcber den Kyffh\u00e4user gemacht und haben uns das monumentale Werk Werner T\u00fcbkes angesehen, das er der Schlacht von Bad Frankenhausen gewidmet hat. Dieses Werk ist so vielgestaltig, dass man Stunden mit seiner Betrachtung verbringen k\u00f6nnte und ich musste es einfach mal sehen, weil mir T\u00fcbke schon immer der liebste Maler schon zu DDR Zeiten gewesen war. M\u00fcntzer kommt gleich zweimal vor und einmal hat der die Z\u00fcge des Meisters selbst, ein anderes Mal predigt er unter Bauern.<\/p>\n<p>\nProfessor T\u00fcbke ist ja schon 2004 verstorben, konnte aber noch erleben, dass sein Werk Aufnahme fand in den Kanon deutscher Kunst. Das Panoramamuseum in Bad Franken\u00adhausen ist gut besucht, bedarf aber sicher trotzdem einer finanziellen Unterst\u00fctzung durch das Land und den Bund, die dem Projekt auch zu Teil wurde.<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel im Waltersdorfe, den 26.7.2015<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz anders als gedacht &nbsp; Wir waren nun am nord\u00f6stlichen Ende des Harzes, im malerischen Ilsenburg, das wie einige andere Orte in Ost und West etwa 12 km vom Brocken entfernt ist. 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