{"id":2035,"date":"2015-04-19T10:11:59","date_gmt":"2015-04-19T08:11:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=2035"},"modified":"2023-12-08T23:00:23","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:23","slug":"kolumne-kw16-2-nobel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2035","title":{"rendered":"Kolumne KW16 &#8222;Nobel&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dynamit<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alfred Amenda, ein l\u00e4ngst vergessener DDR Schriftsteller, hat uns seinerzeit in die Welt seines Namensvetters Alfred Nobel entf\u00fchrt, dem gr\u00f6\u00dften Sprengstoffexperten des 19. Jahrhunderts, der fu\u00dfend auf der Entdeckung des Nitroglyzerins durch den italienischen Chemikers Sobre\u00adro so weitreichende Entdeckungen gemacht hat, wie die Erfindung des Dynamits, das nun allerdings eher wegen seines Namens als wirksamer eingesch\u00e4tzt wurde als das Nitrogly\u00adzerin selbst, dessen gefahrvollen Umgang er eigentlich eher z\u00e4hmte.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nAmenda zeigt uns diese Pers\u00f6nlichkeit in den verschiedenen Lebensphasen, die er, aus einem Erfinderhaushalt stammend und von seinem Vater eher gelitten als gesch\u00e4tzt im Familienkreise, die sich in Sankt Petersburg niedergelassen hatte, unter seinen drei Br\u00fcdern verbrachte. Ein Sonderling war er, weil er schon als Kind sch\u00f6ngeistigen und fried\u00adliebenden Ideen aufgeschlossen war, was ihn aber nicht daran hinderte, letztlich ein Kriegsgewinnler zu werden. Von Seiten der Franzosen warf man ihm sogar vor, am 1871 verlorenen Deutsch-Franz\u00f6sischen-Krieg schuld gewesen zu sein, weil die Preu\u00dfen \u00fcber Dynamit verf\u00fcgten, Frankreich aber nicht. Dass es allerdings an ihnen selbst gelegen hatte, weil die damals schon existierenden Monopole eine Nutzung des Dynamits in Frankreich verhindert hatten, wollte man nicht recht zur Kenntnis nehmen.<\/p>\n<p>\nAm Ende hatte der, zeitlebens offenbar durch Gewissenbisse geplagte Nobel dann so viel Reichtum angeh\u00e4uft, dass er die nach ihm benannten f\u00fcnf Preise stiften konnte, die heute noch j\u00e4hrlich vergeben werden.<\/p>\n<p>Trotz seines Reichtums war Nobel kein gl\u00fccklicher Mensch. Sein Lieblingsbruder Emil Oscar war als junger Mann bei der Herstellung von Nitroglyzerin ums Leben gekommen und weitere dramatische Ungl\u00fccksf\u00e4lle legten sich ihm aufs Gewissen. Bei seiner Friedensidee hatte er sich zu der Rechtfertigung verstiegen, dass es nur einer \u00fcberm\u00e4\u00dfig schrecklichen Waffe bed\u00fcrfe, um den Verlockungen eines Krieges zu widerstehen. Diese wollte er entwickeln und machte dazu sogar Raketenversuche. Drittens gelang es ihm nicht, eine eigene Familie zu gr\u00fcnden. Dreimal in seinem Leben war er zwar verliebt, aber die Jugendgeliebte wurde ihm durch den Tod entrissen, eine schwedische Geliebte dadurch, dass sie sich f\u00fcr ein Leben im Sinne Florence Nightingales entschieden hatte und die dritte Aff\u00e4re, die auch noch nicht mal ganz begonnen hatte und die Amenda ganz reizvoll gestaltet, zu einer Komtesse von Kinsky, die Alfred Nobel als Sekret\u00e4rin und Hausdame besch\u00e4fti\u00adgen wollte, zu der er sich aber gleich sehr hingezogen f\u00fchlte.<\/p>\n<p>\nJa, wo die Liebe fehlt, ist es schwer gl\u00fccklich zu sein.<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel im Waltersdorfe, den 18.4.2015<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dynamit &nbsp; Alfred Amenda, ein l\u00e4ngst vergessener DDR Schriftsteller, hat uns seinerzeit in die Welt seines Namensvetters Alfred Nobel entf\u00fchrt, dem gr\u00f6\u00dften Sprengstoffexperten des 19. 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