{"id":2000,"date":"2015-02-24T10:02:01","date_gmt":"2015-02-24T08:02:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=2000"},"modified":"2023-12-08T23:00:23","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:23","slug":"kolumne-kw08-gewogensein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/2000","title":{"rendered":"Kolumne KW08 &#8222;Vom Gewogensein&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vom Gewogensein<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die \u00dcberarbeitung der Versuchsan\u00adleitungen an der HTW schreitet voran. Schon vier Versuchsanleitungen sind \u00fcberarbeitet und jetzt geht es an die f\u00fcnfte. Man k\u00f6nnte Ehrgeiz als Triebfeder vermuten, denn Geld gibt es daf\u00fcr nicht. Nichts st\u00fcnde dem im Wege, alles immer so weiter zu machen, wie es fast schon f\u00fcr Jahrzehnte geht. Dabei ist Forschung ein dynamisches Gebiet und die Hochschule handelt sehr richtig, wenn sie praxiserfahrene Wissenschaftler als Lehrbeauftragte besch\u00e4ftigt, wie auch ich mir zugute halten kann.<\/p>\n<p><!--more-->Wenn man sich nun daranmacht, eingefahrene Geleise zu verlassen, so hat das vor allem didaktische Gr\u00fcnde im Interesse der besseren Vermittlung des Lehrstoffs. So waren die Studenten immer wieder mit einfachen Messprogrammen konfrontiert, deren Algorithmen versteckt waren, manchmal sogar fehlerbehaftet oder die korrekte Deutung war auf der Strecke geblieben bei manchen \u201e\u00dcberar\u00adbeitungen\u201c  von nicht ganz kompetenter Hand. Das f\u00fchrte dann dazu, dass die Studenten das wichtige statistische Hilfsmittel der linearen Regression nie zu Gesicht bekommen haben, sondern sich auf verdeckte Routinen verlassen sollten.<\/p>\n<p>\nDen Ansto\u00df brachten zwei Studentinnen der Bekleidungstechnik, die mal genau nachgerechnet hatten und einen solchen Fehler aufdeckten. Deshalb muss nun alles neu aufgenordet werden und gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>\nBei einigen Versuchen konnte da schon Abhilfe geschaffen werden und die Experimente laufen nach den neuen Ma\u00dfgaben besser als vorher. Die Studenten vertiefen ihre inhaltlichen und Excelkenntnisse und f\u00fcr die Pr\u00fcfung der Ergebnisse stehen \u00dcbersichten zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>\nDa hei\u00dft es nat\u00fcrlich dazuzulernen, nicht nur bei den Studenten, sondern auch bei den Lehrkr\u00e4ften, also auch auf dieser Seite ein wenig studentische Tugenden zu beweisen. Die Vehemenz des Widerstandes auf dieser Seite \u00fcbertrifft v\u00f6llig meine Erwartungen. Statt sich gegenseitig gewogen zu sein und sachliche Argumente ins Feld zu f\u00fchren, m\u00f6chte man sich lieber des St\u00f6rfaktors entledigen, indem man seine Beziehungen spielen l\u00e4sst, sich an den Pr\u00fcfungsausschussvor\u00adsitzen\u00adden Herrn Professor Rapha\u00e9lian wendet, der diese Situation schwerlich wird \u00fcberblicken k\u00f6nnen, mit dem Ziel, sich von unliebsamen \u201eLehrbe\u00adauftragten\u201c (die Anf\u00fchrungsstriche stammen vom Missmutigsten unter den Lehrkr\u00e4ften) zu befreien.<\/p>\n<p>\nSo sieht es also in manchen F\u00e4llen mit dem gegenseitigen Gewogensein aus. Ein Lebenswerk wird da mit Z\u00e4hnen und Klauen verteidigt, auf dass es auf immer bestehen bleibe. Man verbat sich jegliche \u00c4nderungen daran vorzunehmen, und nun, da ein neues Produkt fast fertig dasteht, kann man sich nicht daran mitfreuen, sondern muss den Autor um jeden Preis vernichten.<\/p>\n<p>\nWerden Sie Zeuge, was daraus wird. Wie leicht entwickelt sich ein Fortschritt aus einer eingefahrenen Situation?<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel im Waltersdorfe, den 21.2.2015<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Gewogensein &nbsp; Die \u00dcberarbeitung der Versuchsan\u00adleitungen an der HTW schreitet voran. Schon vier Versuchsanleitungen sind \u00fcberarbeitet und jetzt geht es an die f\u00fcnfte. Man k\u00f6nnte Ehrgeiz als Triebfeder vermuten, denn Geld gibt es daf\u00fcr nicht. 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