{"id":1995,"date":"2015-02-17T21:38:45","date_gmt":"2015-02-17T19:38:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=1995"},"modified":"2023-12-08T23:00:23","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:23","slug":"kolumne-kw07-erde-wiegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1995","title":{"rendered":"Kolumne KW07 &#8222;Die Erde wiegen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Erde wiegen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man m\u00f6chte es kaum glauben, dass das geht, so ein volumin\u00f6ses Ding wie die Erde zu wiegen. Auch ist die Masse der Erde ja unvorstellbar gro\u00df.<\/p>\n<p>\nTrotzdem gelang das Wiegen der Erde schon Cavendish, diesem britischen Physiker, von dem in einer der Kolumnen schon einmal die Rede war.<\/p>\n<p>\nDie Frage ist, wie man das erkl\u00e4ren kann, ohne auf Formeln zur\u00fcckzu\u00adgreifen. Als aufmerksamer Leser wissen Sie ja bereits, dass Cavendish die Gravitationskonstante bestimmt hat, und das mit einer Genauigkeit von einem Prozent. Das Gravitationsgesetz von Newton gibt ja an, mit welcher Kraft sich zwei Massen in einem bestimmten Abstand anziehen, wobei man nat\u00fcrlich im Allgemeinen sowohl den Abstand als auch die beiden Massen kennen muss und dazu noch die Gravitationskon\u00adstante.<\/p>\n<p>\nWenn wir auf der Erde stehen, dann werden wir uns also einen Erdradius vom Erdmittelpunkt befinden. Wie gro\u00df dieser ist, hatte schon Eratosthenes aus Alexandria 200 Jahre vor der Zeit bestimmt. Noch lange danach waren nicht wenige der Meinung, die Erde sei eine Scheibe. Das ist insofern verst\u00e4ndlich, als dass die Erdkr\u00fcmmung tats\u00e4chlich sehr gering ist. Noch vor nicht allzu langer Zeit hat ein Optiker, der eine Fl\u00e4che hergestellt hat, die sich genau an die Erdoberfl\u00e4che anschmiegen w\u00fcrde, als hochgradig plan betrachtet. Das hat sich erst durch die Nanooptik ge\u00e4ndert. Ein solcher Spiegel, der einen Meter im Durchmesser betragen soll, w\u00e4re gerade mal um 20 nm durchgebogen, das sind etwa 200 Atomdurchmesser.<\/p>\n<p>\nEin Gewicht k\u00f6nnen wir leicht hernehmen, sei es nun der ber\u00fchmte Newtonsche Apfel oder sei es ein W\u00e4gest\u00fcck von zum Beispiel einem kg Masse. Wenn wir dann noch die Kraft bestimmen, die die Erde darauf aus\u00fcbt, haben wir alle Gr\u00f6\u00dfen, um daraus auf die Erdmasse zu schlie\u00dfen, wenn wir die Gravitationskonstante kennen. Man k\u00f6nnte dazu einen Kraftmesser verwenden, aber eine sehr genaue Methode besteht darin, ein Pendel zu verwenden. Bei diesem kommt es dann nicht einmal auf die Masse an oder auf die Auslenkung, wenn sie nur klein genug ist. Ein solcher Versuch liefert n\u00e4mlich die Erdbeschleunigung g und man kann die Kraft genau berechnen, indem man Newtons zweites Axiom verwendet, dass n\u00e4mlich die Kraft F gleich ist dem Produkt aus Masse und Beschleunigung. Also F=mg.<\/p>\n<p>\nMit diesem Problem schlagen sich die Studenten heute immer noch im Laborpraktikum herum, wobei man feststellen muss, dass sie meistens gar nicht so genau wissen, was sie da tun. Da hei\u00dft es, diesen Versuch noch einmal unter die Lupe zu nehmen und ihn vielleicht ein bisschen verst\u00e4ndlicher zu machen. Das wird zwar wieder mal nicht bezahlt, aber was tut man nicht alles, um den Verfall des Wissens bei den Ingenieurstudenten aufzuhalten.<\/p>\n<p>\nLeider sind die Messwerte, die von den Studenten aufgenommen wurden, nur bedingt brauchbar und so hei\u00dft es mal wieder in der kommenden Woche, sich selbst an die Aufnahme von Messwerten zu machen.<\/p>\n<p>\nDann k\u00f6nnen auch wir, gut dreihundert Jahre nach Cavendish, die Erde noch einmal wiegen.<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel im Waltersdorfe, den 15.2.2015<br \/>\n8.2.2015<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erde wiegen &nbsp; Man m\u00f6chte es kaum glauben, dass das geht, so ein volumin\u00f6ses Ding wie die Erde zu wiegen. Auch ist die Masse der Erde ja unvorstellbar gro\u00df. 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