{"id":1980,"date":"2015-01-25T14:46:06","date_gmt":"2015-01-25T12:46:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=1980"},"modified":"2023-12-08T23:00:23","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:23","slug":"kolumne-kw04","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1980","title":{"rendered":"Kolumne KW04 &#8222;Entdeckung der Unendlichkeit&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Entdeckung der Unendlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ganze S\u00e4le f\u00fcllt nun wieder der popul\u00e4re Stephen Hawkings, dessen Lebensgeschichte nun schon zu seinen Lebzeiten verfilmt wurde, unter dem Titel &#8222;Die Entdeckung der Unendlichkeit&#8220;. Dieser Physiker ist jetzt 73 Jahre alt und man hatte ihm schon 1963 die Diagnose gestellt, dass er nur mehr zwei Jahre zu leben h\u00e4tte.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nEr ist kein Held im eigentlichen Sinne und im Film kommt gut heraus, dass er es eigentlich Frauen zu verdanken hatte, dass er \u00fcberhaupt noch am Leben ist. Da ist zun\u00e4chst Jane, die trotz seines Leidens, einem fortschreitenden Verlust des moto\u00adrischen Nervensystems, an ihrer Liebe zu ihm festh\u00e4lt, ihn heiratet und ihm drei Kinder schenkt. Dass er einigerma\u00dfen unleidlich gewesen ist, unterschl\u00e4gt der Film weitgehend, und er wendet sich ja dann seiner Pflegerin Mason zu, die er sp\u00e4ter auch heiratet, sich allerdings in fortgeschrittenem Alter auch von ihr trennt.<\/p>\n<p>\nSeine Popularit\u00e4t hat Hawkings gro\u00dfenteils seinen popul\u00e4rwissen\u00adschaft\u00adlichen B\u00fcchern zu verdanken, aus denen man als Physiker aber fast nichts mitnimmt. Sie laden eigentlich nicht zum Mitdenken ein, sondern kaprizieren sich auf phantastische Vorstellungen, wie sie in der Sciencefiction Kultur vermittelt werden. Was er eigentlich geleistet hat, kann man sicher nur als theoretischer Physiker ermessen, aber da sind die mathematischen Mittel so unzug\u00e4nglich, dass es selbst einem gew\u00f6hnlichen Physiker weitgehend verschlossen bleibt. In der Reihe der vielen Auszeichnungen fehlt eigentlich nur der Nobelpreis, aber dazu erwiesen sich wohl zu viele seiner Ergebnisse als entweder nicht tragf\u00e4hig oder irrt\u00fcmlich.<\/p>\n<p>\nInsgesamt ist es ein deprimierender Film, aus dem man \u00fcber die Unendlichkeit nat\u00fcrlich eigentlich nichts lernt und von seiner Pers\u00f6nlichkeit nur die bessere H\u00e4lfte erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>\nEs ist ja ein Ph\u00e4nomen, wie ein so stark behinderter Mensch, der jetzt seinen Sprachcomputer nur noch mit den Augen steuern kann, es zu so einer Popularit\u00e4t hat bringen k\u00f6nnen. Es ist ein sehr, sehr langsames Ausscheiden aus dem Leben. Es kam ihm zu Pass, dass der Computer rechtzeitig erfunden wurde, so dass man ihm helfen konnte, und dass gerade in der heutigen Zeit das Mitgef\u00fchl mit extremen Behinde\u00adrungen so starke Wellen schl\u00e4gt. Er versteht es, sich zu vermarkten und gilt als eine der Autorit\u00e4ten, die man in den brennenden Wissenschafts\u00adfragen konsultiert, aber mir geht es irgendwie nicht nahe und die Deprimiertheit findet keinen Ausweg in etwaiger Hoffnung.<\/p>\n<p>\nEr sorgt selbst daf\u00fcr, dass es scheinbar nicht mal ein Geheimnis um ihn gibt, man die Frage nicht beantworten kann, ob ein Gott diejenigen straft, die sich aufmachen seinen Bauplan f\u00fcr seine Sch\u00f6pfung durchschauen zu wollen, ja sich selbst aufschwingen, ein wenig Gott sein zu wollen. Dass dieser Impetus nicht nur in den Physikern steckt, sondern auch in der breiten Masse, das zeigt sein Erfolg am ehesten.<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel im Waltersdorfe<br \/>\n25.1.2015<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entdeckung der Unendlichkeit &nbsp; Ganze S\u00e4le f\u00fcllt nun wieder der popul\u00e4re Stephen Hawkings, dessen Lebensgeschichte nun schon zu seinen Lebzeiten verfilmt wurde, unter dem Titel &#8222;Die Entdeckung der Unendlichkeit&#8220;. 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