{"id":1807,"date":"2014-08-10T13:40:30","date_gmt":"2014-08-10T11:40:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=1807"},"modified":"2023-12-08T23:00:23","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:23","slug":"kolumne-kw303132-urlaubszeit-lesezeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1807","title":{"rendered":"Kolumne KW30\/KW31\/KW32 &#8222;Urlaubszeit &#8211; Lesezeit&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Urlaubszeit &#8211; Lesezeit<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eigentlich glaubte ich mich gut versorgt mit einer Leseempfehlung f\u00fcr den Urlaub. Der Roman Fu.ture sollte von der Art sein, dass er garantiert nicht in der Papiertonne landet. Tats\u00e4chlich hat sich da ein Russe eine Zukunftswelt ausgemalt, die beden\u00adkens\u00adwert ist, weil irgendwie die Unsterblichkeit erfunden ward, was zu einer dramatischen \u00dcberbev\u00f6lkerung f\u00fchrte und ganz Europa nur noch aus Wohnt\u00fcrmen bestehen sollte. Die Kehrseite dieser Sache ist auch schnell gefunden, dass n\u00e4mlich auf jeden Fall weiterer Nachwuchs verhindert werden musste. Wer dennoch welchen in die Welt setzte, erhielt eine Alterungsspritze, die ihn binnen zehn Jahren versterben lie\u00df.<!--more--> Durchgesetzt wird das mit Sonderkommandos und der Held geh\u00f6rt auch einem solchen an. Nebenbei wird dann noch ein bisschen vergewaltigt, was das Ma\u00df dann doch voll machte und das Buch in der Tonne verschwinden lie\u00df.<\/p>\n<p>\nDoch woher so rasch ein neues nehmen? Da unser Tagesablauf an der Ostsee manchmal schon mit dem Sonnenaufgang um viertel sechs begann, wo wir uns bereits in die Fluten st\u00fcrzten und sich bis zur absoluten Dunkelheit um 22 Uhr hinzog, konnte man ja nicht den ganzen Tag mit Ballspielen, Buddeln und Baden verbringen, manchmal nat\u00fcrlich auch mit ausgiebigen Nickerchen unterbrochen. Der Zeltplatzkonsum hatte aber nicht nur fast alles, was man zum Zelten braucht, sondern auch recht ansprechende B\u00fccher. Da erholte ich mich erst mal vom Morden bei Martin Suter, dessen Buch &#8222;Allmen und die Libellen&#8220; fast ohne Morde auskommt und das einen in die Welt der Reichen und Sch\u00f6nen versetzt, auch wenn es von einem Reichen handelt, der es eigentlich gar nicht mehr ist, sondern sein Tafelsilber schon weitgehend verscherbelt hat und sich etwas einfallen lassen muss, wie er einen ansprechenden Lebensstandard sicherstellt. Da kommen dann die Libellen ins Spiel, einzigartige Glaskelche von betr\u00e4chtlichem Wert.<\/p>\n<p>\nAls drittes habe ich mir noch Richard Ford &#8222;Kanada&#8220; zu Gem\u00fcte gezogen, was nicht ganz ohne Anstrengung geschah, weil die banale Welt eines 15 j\u00e4hrigen Amis nur schwer zu ertragen ist. Man versucht hinter das R\u00e4tsel zu kommen, wie es ein solch schlichtes und ausuferndes Buch jemals in die Bestsellerlister geschafft haben konnte, und doch muss dem so gewesen sein.<\/p>\n<p>\nDie Damen verschlangen b\u00e4ndeweise Kai Meyer und das neueste Buch von Kerstin Gier &#8222;Silber&#8220; und f\u00fcr die Kinder gab es mehrere B\u00e4nde von Sternenschweifgeschichten, so dass f\u00fcr alle etwas dabei war.<\/p>\n<p>\nDie Sonne meinte es auch gut mit uns, es gab nur zwei Gewitter und die praktischer Weise nachts, so dass von den Tagen wenig verloren ging. Der Hauptdarsteller des Urlaubs ist bei aller Literaturliebhaberei nat\u00fcrlich die Ostsee, die uns mit annehmbaren Temperaturen, tollen Wellen und fast keinen Quallen so recht verw\u00f6hnt hat.<\/p>\n<p>\nDass das nun alles schon wieder hinter uns liegt, merkt man sp\u00e4testens, wenn man danach zwei Tage braucht, bis alles ungef\u00e4hr wieder an dem Ort liegt, wo es hingeh\u00f6rt bzw. auf den n\u00e4chsten Urlaub wartet.<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel im Waltersdorfe<br \/>\n7.8.2014<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urlaubszeit &#8211; Lesezeit &nbsp; Eigentlich glaubte ich mich gut versorgt mit einer Leseempfehlung f\u00fcr den Urlaub. Der Roman Fu.ture sollte von der Art sein, dass er garantiert nicht in der Papiertonne landet. 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