{"id":1789,"date":"2014-06-29T10:46:46","date_gmt":"2014-06-29T08:46:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=1789"},"modified":"2023-12-08T23:00:23","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:23","slug":"kolumne-kw26-frischer-juni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1789","title":{"rendered":"Kolumne KW26 &#8222;Frischer Juni&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frischer Juni<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meinem Unmut bez\u00fcglich des \u00dcber\u00adschreitens der Sonnenwende wird Gen\u00fcge getan, wenn erst einmal gar nichts passiert und die Tage nicht gleich k\u00fcrzer werden. Freundlicher\u00adweise bedient sich die Natur ja einer Sinusfunktion, bei der im Maximum erst einmal gar nichts passiert, sie ist einfach konstant. Doch da der \u00dcbergang zu den kurzen Tagen ja irgendwie geschafft sein will, muss man sich dann umso mehr eilen, um wieder im Dezember beim k\u00fcrzesten Tag anzukommen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nVorgestern rief mein Vater mit der  Meldung an, dass die Johannisbeeren reif sind und ich wollte gleich Freitagvormittag, wo ich ja frei habe, das gro\u00dfe Werk des Pfl\u00fcckens beginnen. Da hatte ich aber einen Einfall, der mir durch das Internet suggeriert wurde, dass es n\u00e4mlich eine Konstruktion gibt, die erlaubt den Strahlengang in einem Zweilinser nachzuvollziehen. Doch so gro\u00dfes Papier habe ich gar nicht es wirklich zu konstruieren, auch wenn ich meinen Zirkelkasten in Ehren halte. Da musste das Ganze also in Excel ausgerechnet werden, was etwa vier Stunden in Anspruch nahm, und dann standen die Brennweiten und die Hauptebenenabst\u00e4nde da. Nur schade, dass ich die Abbemethode zur Ermittlung von Brennweiten noch nicht so richtig verifizieren konnte. Meine ersten Versuche erbrachten regelm\u00e4\u00dfig zu gro\u00dfe Brennweiten. Aber da ist wahrscheinlich auch noch Ausdauer vonn\u00f6ten.<\/p>\n<p>\nAls um 15 Uhr alles ausgerechnet war, konnte ich mich ans endlose Gesch\u00e4ft des Johannisbeerpfl\u00fcckens machen, denn es soll ja nichts verkommen, und heute, einen Tag sp\u00e4ter, ist es geschafft. Jetzt muss nur noch die Ernte in die Tiefk\u00fchltruhe. Das alles auch noch bei sch\u00f6nem Wetter, was mich zu folgender Ode an den Monat Juni veranlasste:<\/p>\n<p>\n<strong>Juni<\/p>\n<p>Johannisbeeren ohne Ende<br \/>\nverkommen sollen sie ja nicht<br \/>\nwenn das nicht bald ein Ende f\u00e4nde<br \/>\nw\u00fcrd s\u00e4uerlich so manch Gesicht<\/p>\n<p>Der Juni geht nun auch zur Neige<br \/>\ndie Tage werden k\u00fcrzer nun<br \/>\nertrag&#8217;s geduldig und bezeige<br \/>\ndem Sommer sommerliches Tun<\/p>\n<p>Und \u00fcber allem ist ein Schweben<br \/>\nder Jahreszeiten leiser Schritt<br \/>\nsie geben Grund zum Weiterleben<br \/>\nich leb mit Dir und Du webst mit<\/p>\n<p>Doch geistig Nahrung, die ist rar<br \/>\ndie Glotze geht doch kaum noch aus<br \/>\ndoch helle, wie es gestern war<br \/>\nsind weder Mann noch sind es Maus<\/p>\n<p>Ein jeder Krume ist da recht<br \/>\nden wir an geistig Brot noch finden<br \/>\nund unser menschliches Geschlecht<br \/>\ndes Himmels H\u00f6hen zu verbinden<\/p>\n<p>Was ist noch h\u00f6her als die Linde<br \/>\ndie mir so traut vorm Fenster steht<br \/>\ndas ist die Liebe, die ich finde<br \/>\nund die \u2013 so hofft man \u2013 nie vergeht<\/p>\n<p>\nC.R. 28.6.2014<\/p>\n<p><\/strong><br \/>\n<em>Christian Rempel im Waltersdorfe<br \/>\n28.6.2014<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frischer Juni &nbsp; Meinem Unmut bez\u00fcglich des \u00dcber\u00adschreitens der Sonnenwende wird Gen\u00fcge getan, wenn erst einmal gar nichts passiert und die Tage nicht gleich k\u00fcrzer werden. 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