{"id":1764,"date":"2014-05-18T16:55:33","date_gmt":"2014-05-18T14:55:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=1764"},"modified":"2023-12-08T23:00:24","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:24","slug":"kolumne-kw20-newtons-ueberlegungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1764","title":{"rendered":"Kolumne KW20 &#8222;Newtons \u00dcberlegungen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Newtons \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu Newtons Zeiten war es noch gar nicht selbstverst\u00e4ndlich an so etwas wie Gravitation zu denken. Das Fallen eines Apfels soll ihn dazu gef\u00fchrt haben, die mechanischen Prinzipien auf der Erde auf den Himmel zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nUm zum Beispiel den Mond auf seiner Bahn zu halten, muss die Beschleunigung zur Erde hin 0,0025 m\/s2 betragen. Das w\u00e4re etwa ein 3600stel der Beschleunigung an der Erdoberfl\u00e4che, die ja 9,81 m\/s2 betr\u00e4gt. Da man aber schon wusste, dass der Abstand zum Mond etwa 60 Erdradien betr\u00e4gt, konnte man schnell vermuten, dass die gravitative Wirkung offenbar mit dem Quadrat des Abstandes abnehmen muss, also 60 mal 60 = 3600. So einfach konnte man also auf das Gravitationsgesetz kommen und trotzdem \u00fcberrascht es noch heute, dass das Gravitationsgesetz so einfach ist. Statt der Abh\u00e4ngigkeit vom Quadrat des Abstandes h\u00e4tte es auch jeder andere Exponent sein k\u00f6nnen und nicht genau zwei.<\/p>\n<p>\nEs ist so, als verteilte sich die Gravitation auf einer Kugeloberfl\u00e4che, und diese vergr\u00f6\u00dfert sich ja quadratisch mit dem Abstand. Das ist ganz \u00e4hnlich bei einer Lichtquelle, die im Zentrum einer Kugel steht. Da nimmt die Intensit\u00e4t des Lichtes auch mit dem Quadrat des Abstandes ab, weil die Kugeloberfl\u00e4che entsprechend zunimmt. Ist diese r\u00e4tselhafte Gravitation also etwas, das in den Raum flie\u00dft, wie Licht?<\/p>\n<p>\nTrotz der gewaltigen Kr\u00e4fte, die n\u00f6tig sind, um den Mond auf seiner Bahn zu halten, ist die Gravitation eine sehr schwache Kraft. Wird sie zwischen zwei Gewichten ausge\u00fcbt, die vielleicht ein Kilo wiegen, ist sie viel schw\u00e4cher als ein Windhauch. Nur durch die enorme Masse der Erde summieren sich die Anteile zu relativ gro\u00dfen Kr\u00e4ften.<\/p>\n<p>\nTrotzdem bestimmt man die Gr\u00f6\u00dfe der Gravitationskraft an sehr kleinen Massen, indem man eine Hantel, mit zwei Gewichten am Ende, in die N\u00e4he von zwei weiteren Kugeln bringt und die Verdrehung der an einem Faden h\u00e4ngenden Hantel misst. Diese gekauften Laborversuche sind an der Hochschule beide defekt, das hauchd\u00fcnne B\u00e4ndchen, an dem die Hantel von nur 50\u00a0g Masse h\u00e4ngt, ist gerissen.<\/p>\n<p>\nNun wollen wir versuchen, ob man dieses Metallb\u00e4ndchen durch einen Faden oder eine Sehne ersetzen kann, die dann nur noch einige Hundertstel Millimeter dick sind. So hat ein Nylonfaden eine fast so gro\u00dfe Tragf\u00e4higkeit wie ein Stahldraht, verdreht sich aber leichter, d.h. dass der Ausschlag entsprechend st\u00e4rker ausf\u00e4llt. Praktisch ist es aber gar nicht so einfach, so einen Faden zu finden und ihn dann entsprechend anzubringen.<\/p>\n<p>\nDas w\u00e4re nat\u00fcrlich toll, wenn die Fakult\u00e4t der Bekleidungstechnik, die ja nicht gerade viel mit Physik am Hut hat, dieses grundlegende physikalische Experiment rettet. Allerdings, erst einmal steht man allein da mit diesem Gedanken.<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel im Waltersdorfe<br \/>\n18.5.2014<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Newtons \u00dcberlegungen &nbsp; Zu Newtons Zeiten war es noch gar nicht selbstverst\u00e4ndlich an so etwas wie Gravitation zu denken. 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