{"id":1505,"date":"2013-09-15T17:03:40","date_gmt":"2013-09-15T15:03:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=1505"},"modified":"2023-12-08T23:00:24","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:24","slug":"kolumne-kw35-wann-bricht-das-eis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1505","title":{"rendered":"Kolumne KW35 &#8222;Wann bricht das Eis?&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wann bricht das Eis?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt immer wieder ein bisschen Unmut, dass doch in Waltersdorf nichts passiert, und so sagten wir uns, dass wir doch nach erfolgreicher Absolvierung des Babajagahaus Projektes mal eine z\u00fcnftige Einweihungsfeier veranstalten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\nAbende lang haben wir Girlanden gebastelt, alles M\u00f6gliche herangeschafft und Kuchen gebacken und was alles zur Vorbereitung eines solchen Festes geh\u00f6rt. Gl\u00fccklicherweise hatte auch Frau K\u00f6hler, wohl die beste Photographin, die wir kennen, an diesem Termin noch Zeit f\u00fcr uns.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nDas Babajagahaus, mit einem roten B\u00e4nd\u00adchen umwunden, sollte eigentlich p\u00fcnktlich um drei eingeweiht werden, d.h. von den Erbauern Eberhard Rauchfu\u00df und mir das Band durchschnitten werden, aber die meisten trudelten erst so nach und nach ein, so dass der festliche Akt erst eine halbe Stunde sp\u00e4ter vollzogen werden konnte.<\/p>\n<p>\nDer B\u00fcrgermeister w\u00e4re auch gern gekom\u00admen, aber am Nachmittag dr\u00fcckten schon wieder die Termine, jedoch Frau Fischer von der W\u00e4hlerplattform &#8222;Alle f\u00fcr Eine (Gemeinde)&#8220;, deren Firma ja die Metallteile des H\u00e4uschen ausgef\u00fchrt hatte, konnte dann trotzdem noch ihren Ehrenplatz an der Tafel einnehmen und unterhielt sich wie die anderen sehr gut.<\/p>\n<p>\nBesonders hat uns der Besuch der noch jungen Waltersdorfer gefreut, die unsere Aktivit\u00e4ten auch immer im Zusammenhang mit dem Fest der Stille sehen, wof\u00fcr das Projekt ja auch haupts\u00e4chlich gedacht ist. Familie Grajetzki, wohl eher bekannt unter dem Firmennamen Coolsystem, und Familie Munko waren mit ihren Testpiloten gekommen. Meine Tochter Jenny war mit ihrem Lebensgef\u00e4hrten und den beiden Enkeln sogar extra aus Halle gekommen, mein Bruder Jens mit zwei Testpiloten aus Kleinmachnow, meine Schwester aus dem Norden Berlins und meine Schw\u00e4gerin aus Zeesen. Herr Jadischke, der ja zwei Rattanstangen beigesteuert hatte und im hiesigen Raum verwurzelt ist, hatte sich auch \u00fcber die Einladung gefreut und kam p\u00fcnktlich um drei, musste dann aber bald wieder weg, weil in seinem Laden potente Kunden warteten. Mein Vater war wieder einmal der Alterspr\u00e4sident, lobte die Bratw\u00fcrste, die ja echte Th\u00fcringer waren und war auch sichtlich stolz, dass aus einer Schnapsidee seines Sohnes etwas geworden war, was die Kinder wirklich magnetisch anzog. W\u00e4hrend die Alten sich an Kaffee und Kuchen labten, erstiegen die kleinen Testpiloten immer wieder das H\u00e4uschen und mein vierj\u00e4hriger Enkel schaute aus dem Fenster und sagte: &#8222;Das hast Du aber toll gemacht, Opa&#8220;.<\/p>\n<p><center><a href=\"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Einweihungsgaben.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Einweihungsgaben.jpg\" alt=\"Einweihungsgaben\" width=\"30%\" height=\"30%\" class=\"alignnone size-full wp-image-1509\" srcset=\"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Einweihungsgaben.jpg 1224w, https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Einweihungsgaben-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-content\/uploads\/Einweihungsgaben-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 1224px) 100vw, 1224px\" \/><\/a><\/p>\n<p><\/center><br \/>\nAber ganz unm\u00f6glich w\u00e4re das Fest gewe\u00adsen, wenn meine Frau Andrea es nicht so toll vorbereitet h\u00e4tte, die G\u00e4ste begr\u00fc\u00dft, den Kuchen aufgeschnitten, die K\u00fcrbissuppe warm gemacht, mit den Kindern gebastelt und, und, und \u2026 . So ist aus dem Unmut, dass sie unseren W\u00e4schetrockenplatz den ganzen Sommer nicht benutzen konnte, eine handfeste Unterst\u00fctzung geworden und auch ein bisschen Stolz, dass wir nicht m\u00fcde werden, f\u00fcr die Waltersdorfer etwas auf die Beine zu stellen, von denen wir uns noch ein bisschen mehr Zuspruch erwarten w\u00fcrden, denn das gro\u00dfe Eis, dass man hier nicht ohne Notwendigkeit den Hof eines anderen aufsucht, ist immer noch nicht ganz gebrochen.<\/p>\n<p>\nDie Kinder, die sich bei solchen Gelegenhei\u00adten begegnen, werden es sp\u00e4ter sicher anders halten, sie sind ja unsere Hoffnung.<\/p>\n<p>\nSo wie mein Einweihungsgedicht endet, war der Tag wirklich und wir bereuen nicht, dass wir eine betr\u00e4chtliche Summe f\u00fcr die Kinder, unsere Zukunft, investiert haben.<\/p>\n<p>\nF\u00fcr alle, die nicht dabei waren, hier noch einmal das Gedicht und sp\u00e4ter werden auch ein paar Photos kommen, die noch mehr von der Atmosph\u00e4re vermitteln.<\/p>\n<p>\n<strong>Baba Jaga Haus Einweihung<br \/>\nMal schien das Ziel uns allzu weit<br \/>\nMal war\u2019s zu schmal und mal zu breit<br \/>\nMal passten manche Schrauben nich\u2019<br \/>\nMal lie\u00df das Werkzeug uns im Stich<br \/>\nDas alles haben wir gemeistert<br \/>\nMan hofft nun ist die Welt begeistert<br \/>\nIhr Kinder habt nun was zu spielen<br \/>\nWas wohl das Wichtigste an Zielen<br \/>\nDie man sich eben stecken kann<br \/>\nDa f\u00e4ngt man gern mal so was an<br \/>\nDas H\u00e4uschen steht auf einem Bein<br \/>\nEs kann sich drehen, oh wie fein<br \/>\nWird Baba Jaga wohl zu Hause sein?<br \/>\nAm besten, ihr schaut selber rein<br \/>\nDoch halt, wir wollen erst erz\u00e4hlen<br \/>\nDass Hexen nicht nur b\u00f6se sind<br \/>\nUnd Baba Jaga darf nicht fehlen<br \/>\nW\u00e4r&#8216; langweilig, wei\u00df jedes Kind<br \/>\nHier lebten noch vor langen Zeiten<br \/>\nDie Slawen weit von Osten her<br \/>\nBesiedelten hier unsre Weiten<br \/>\nIhr Leben war noch ziemlich schwer<br \/>\nDa halfen Ihnen Zauberspr\u00fcche<br \/>\nDer Baba Jaga, die hier wohnt<br \/>\nUnd aus dem Schornstein Wohlger\u00fcche<br \/>\nSo ward die Arbeit dann belohnt<br \/>\nWir wollen in ihr H\u00e4uschen rein<br \/>\nUnd uns nicht dr\u00e4ngeln, uns nicht schlagen<br \/>\nEs soll ein sch\u00f6nes Fest uns sein<br \/>\nEin sch\u00f6ner von den sch\u00f6nsten Tagen<\/strong><\/p>\n<p>\n<em>C.R. zum 14.9.2013<\/em><\/p>\n<p>\nAls ich dieses Gedicht in unserem Lese\u00ad- und Schreibezirkel vorstellte, wurde moniert, dass die Kinder sicher mit den Slawen nichts anzufangen w\u00fcssten, aber manch einer wird doch noch ab und an die Chronik von Herrn Sychold zur Hand nehmen und seinen Kindern vielleicht erkl\u00e4ren, was es damit auf sich hat.<\/p>\n<p>\nLiebe Waltersdorfer, jetzt geht es wieder in Vorbereitung des Festes der Stille und vorher werden wir uns sicher noch einmal zum Herbstfeuer sehen. Fassen Sie sich ruhig ein Herz, denn auch wenn wir jetzt vielleicht nicht mehr ganz so reich sind und eine eigene Gemeinde, k\u00f6nnen wir immer noch einiges auf die Beine stellen, also es nur frisch angegangen, es geht uns alle an.<\/p>\n<p>\n<em>C.R. im Waltersdorfe 15.9.2013<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wann bricht das Eis? &nbsp; Es gibt immer wieder ein bisschen Unmut, dass doch in Waltersdorf nichts passiert, und so sagten wir uns, dass wir doch nach erfolgreicher Absolvierung des Babajagahaus Projektes mal eine z\u00fcnftige Einweihungsfeier veranstalten k\u00f6nnten. 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