{"id":1420,"date":"2013-06-23T21:31:12","date_gmt":"2013-06-23T19:31:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=1420"},"modified":"2023-12-08T23:00:24","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:24","slug":"kolumne-kw25-10-000","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1420","title":{"rendered":"Kolumne KW25 &#8222;10 000&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>10 000<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dass sich der Zehntausendste Besucher auf unserer Internetseite eingefunden hat, ist schon ein Markstein. Wenn man nur w\u00fcsste, mit welchen Gedanken das stattfand, was die Besucher der Seite, die doch fast durchweg schweigen, wirklich bewegt.<\/p>\n<p>\nDie N\u00e4chsten sind es jedenfalls nicht, die sich die Seite ansehen.<!--more--> In der Verwandtschaft geh\u00f6rt es zum guten Ton, die Erg\u00fcsse des Bruders, Sohnes und Vaters zu ignorieren, fast als w\u00e4re es eine gewisse Peinlichkeit, dass da immer mal wieder etwas Neues zu lesen ist.<\/p>\n<p>\nIch kann mir die Eigenheit zuschreiben, sei sie nun gut oder schlecht, durch Schreiben die weniger Schreibfreudigen zum Nachdenken zu bringen. Manchmal sollen sie sogar \u00fcber eine entsprechende Antwort nachdenken. Dar\u00fcber kommt es aber \u00fcberwiegend zu der Konsequenz, dass man es sich noch einmal \u00fcberlegen m\u00f6chte und daraus wird dann meistens, dass man es mit einem Kommentar lieber bleiben l\u00e4sst.<\/p>\n<p>\nMit der allgemeinen Z\u00f6gerlichkeit bekommt man es \u00f6fter zu tun. Dinge werden hin und hergewendet, man hofft, dass man irgendwann zu einer Entscheidung kommt und merkt gar nicht, wie dabei die Zeit vergeht und dass ja, wenn schon nichts Vollkommenes, auch nichts weniger Vollkommenes entsteht, aber was noch schlimmer ist, dass der Dialog mit den Dingen zum Erliegen kommt. Indem man sich nicht \u00e4u\u00dfert, kommt auch der Dialog mit den anderen zum Erliegen und wir haben die Situation, die wir heute zu verzeichnen haben: das Erlahmen der Tatkraft.<\/p>\n<p>\nDas mache ich keinem zum Vorwurf, denn ich selbst laufe des \u00d6fteren \u00fcber den Hof und \u00fcberlege, was ich gerade anfangen wollte. Wenn ich dann einigerma\u00dfen lustlos mit einer Sache beginne, dann will sie auch nicht richtig gelingen und man sehnt schon den Moment herbei, wo man wieder alle F\u00fcnfe gerade sein lassen kann.<\/p>\n<p>\nAber es gibt noch M\u00e4nner der Tat, die nicht viel Worte machen und schon gar nicht solche lesen wollen, aber die einfach zupacken und wo die Sache dann trotz aller Widrigkeiten etwas wird. Als Mann des Wortes kann man sich da nur sagen, dass das mindestens genauso viel wert ist, vielleicht sogar noch mehr.<\/p>\n<p>\nDie Frauen der Tat gibt es nat\u00fcrlich auch noch. Sie bringen es noch fertig t\u00e4glich ein gutes Essen auf den Tisch zu bringen, obwohl keiner mehr auszieht, ein Wildbret zu erlegen oder im Wald Beeren sammeln geht. Nebenher verstehen sie es auch noch, die Verlockungen der Liebe hervorzurufen.<\/p>\n<p>\nDennoch ist die Liebe eines der ersten Opfer der allgemeinen Z\u00f6gerlichkeit. Das &#8222;ob sich nicht was bessres findet&#8220;, dass eigentlich als Ma\u00dfgabe gegen allzu verfr\u00fchte Bande gedacht war, ist heute die vorherrschende Maxime. Da aber jeder so denkt, findet man sich immer seltener auf Dauer zusammen. Letztendlich m\u00fcsste man selbst sehen, vielleicht etwas bessres zu sein, aber das passt wenig in die Konsumentenperspektive.<\/p>\n<p>\nSollen wir also fortfahren, auf die Erweckung der Z\u00f6gerlichen zu hoffen, aus denen die Kleinstadt der Leser unserer Seite besteht oder sollen wir dieses Schweigen interpretieren als die stumme Aufforderung  diesem Trend zu folgen, die Seite zu schlie\u00dfen und nun ebenfalls keine \u00c4u\u00dferungen mehr zu tun?<\/p>\n<p>\nSie, liebe Leser, entscheiden letztendlich dar\u00fcber. Ihre Faust umschlie\u00dft das Elixier, das die Lebensenergie zur\u00fcckzugeben vermag. Dies ist eine sichtbare Reaktion, ein Feedback, ob nun ablehnend oder ermunternd \u2013 das wird gebraucht.<br \/>\n<em>Christian Rempel,<br \/>\nIm Waltersdorfe 23.6.2013<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10 000 &nbsp; Dass sich der Zehntausendste Besucher auf unserer Internetseite eingefunden hat, ist schon ein Markstein. Wenn man nur w\u00fcsste, mit welchen Gedanken das stattfand, was die Besucher der Seite, die doch fast durchweg schweigen, wirklich bewegt. 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