{"id":1356,"date":"2013-04-21T19:02:40","date_gmt":"2013-04-21T17:02:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=1356"},"modified":"2023-12-08T23:00:25","modified_gmt":"2023-12-08T21:00:25","slug":"kolumne-kw16-collagen-benotigen-erklarung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1356","title":{"rendered":"Kolumne KW16 &#8222;Collagen ben\u00f6tigen Erkl\u00e4rung&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Collagen ben\u00f6tigen Erkl\u00e4rung<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die UnDichter tagten an einem Ort, an dem j\u00fcngst eine Collagenwerkstatt stattfand. Das ist die B\u00fccherstadt in W\u00fcnsdorf, die sich am Ort des einstigen Oberkommandos der Wehrmacht und sp\u00e4terem Russenobjekt befindet.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nDiese B\u00fccherstadt ist jetzt gr\u00f6\u00dftenteils wie aus dem Ei gepellt, alles ist schick renoviert und auch die Milit\u00e4rfahrzeuge in DDR- und russischer Bauweise, die dort gerade ein Treffen veranstalteten, gl\u00e4nzten wie frisch vom Band gelaufen.<\/p>\n<p>\nEs gibt aber nicht nur Wohnbl\u00f6cke und eine Bunkeranlage und eben das imposante Antiquariat, sondern auch einige Flachbau\u00adten, die fr\u00fcher vielleicht mal St\u00e4lle waren, und in einem solchen Flachbau haben sich Hagen und Sylvia eingerichtet, teilweise ist es Wohnung und teilweise Atelier. Hagen bezeichnet sich als Holzfl\u00fcsterer und seine Arbeiten sind wirklich sehr eindrucksvoll, meist Wurzeln oder bearbeitete Holzst\u00fccke, die sehr dekorativ sind, allerdings sicher keine Familie zu ern\u00e4hren verm\u00f6gen.<\/p>\n<p>\nEinen Teil des Ateliers zieren die Photos von Collagen, die wohl in der von dem Ehepaar veranstalteten Werkstattperiode entstanden sind. Die Photos hatte Hagen gemacht und sie verschaffen noch einen Eindruck, wie die Originalwerke ungef\u00e4hr ausgesehen haben m\u00f6gen.<\/p>\n<p>\nLiane, die am begeistertsten von der Collageidee war, hatte sich bem\u00fcht, einen Text zu einem der Bilder zu verfassen. Ich hatte einen eigenen Versuch mit, indem ich ein kleines Gedicht collagiert, also zusammengeklebt hatte. Aber all das waren nur schwache Versuche und der Schub an anderen Texten ist auch einigerma\u00dfen schwach. Sylvia sagte dann, dass sie mit dieser Art Arbeiten nicht so viel anfangen kann und immer ein bisschen ratlos davorst\u00fcnde.<\/p>\n<p>\nMir war schon vorher die Erkenntnis ged\u00e4mmert, dass es zu den Collagen eigentlich immer eine Erkl\u00e4rung geben m\u00fcsste, die aber kein Au\u00dfenstehender geben kann, sondern die K\u00fcnstler eigentlich selbst verfertigen m\u00fcssten. Ohne eine solche Erkl\u00e4rung d\u00e4mmert einem eigentlich noch weniger als bei einem gew\u00f6hnlichen Bild, was einem der K\u00fcnstler damit sagen wollte.<\/p>\n<p>\nDann tauchte allerdings eine Idee auf, die ein bisschen Bewegung in die Runde brachte, dass n\u00e4mlich jeder zwei oder drei Zeilen von sich zitieren soll, die dann zusammengeklebt werden sollten zu einer Wortcollage. Es entstand eine beachtliche kleine Sammlung, die sich beim blo\u00dfen Vorlesen schon ganz interessant anh\u00f6rte und so k\u00f6nnte es sein, dass so eine Wortcollage ganz gut funktioniert.<\/p>\n<p>\nAuch f\u00fcr Adaptionen, die ja ein etwas stiefm\u00fctterliches Dasein fristen, gab es Ansatzpunkte, als n\u00e4mlich Jenny einen Text von einem bemitleidenswerten Kaktus in einem Blumenbeet vorlas. Manchen war er nicht bemitleidenswert genug, so dass ihn Andreas gleich noch zu seiner Stachligkeit auch noch blind machen wollte. Nun hat der Kaktus es aber an sich, dass er fast den ganzen Tag irgendwo hin starrt, und wie w\u00e4re das mit einem blinden Blick? Jedenfalls wollte fast jeder aus der Runde, einschlie\u00dflich mir, mal eine Adaption auf diesen Text versuchen.<\/p>\n<p>\nInsgesamt kann man froh sein, wenn \u00fcberhaupt noch neue Texte entstehen. Das Meiste, was gelesen wurde, war schon \u00e4lteren Datums und mindestens der H\u00e4lfte schon bekannt. Sollte die Idee der Undichter, sich immer mehr auf gutgemeinte Ratschl\u00e4ge zu verlegen statt selbst zu schreiben, sich etwa mangels zu kritisierenden Materials doch noch totlaufen?<\/p>\n<p>\n<em>Christian Rempel,<br \/>\nIm Waltersdorfe 21.4.2013<br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Collagen ben\u00f6tigen Erkl\u00e4rung &nbsp; Die UnDichter tagten an einem Ort, an dem j\u00fcngst eine Collagenwerkstatt stattfand. 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