{"id":1129,"date":"2012-11-10T22:40:41","date_gmt":"2012-11-10T20:40:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=1129"},"modified":"2024-09-29T15:25:03","modified_gmt":"2024-09-29T13:25:03","slug":"kolumne-kw46-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1129","title":{"rendered":"Kolumne KW46 \/ KW47 &#8222;Nat\u00fcrlich Rattan&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Nat\u00fcrlich Rattan&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mein Namensvetter Christian Jadyschke (57) sitzt in seiner 1000 m2 Ausstellung und harrt der Dinge, die da kommen. Das schnell auf\u00adschie\u00ad\u00dfende massive Stangengew\u00e4chs Rattan, seine Gesch\u00e4ftsgrundlage, kommt aus tropi\u00adschen L\u00e4ndern und schon der Roh\u00adstoff be\u00addarf eines hohen Arbeitsauf\u00adwandes bis er dann containerweise nach Europa einge\u00adschifft wird.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nH\u00e4user wie das Flechtatelier Sch\u00fctz im Fr\u00e4n\u00adkischen haben zun\u00e4chst erfolgreich versucht, die M\u00f6belgestaltung in deutscher Wertarbeit vorzunehmen. In der fr\u00e4nkischen Gegend um Lichtenfels, wo sich auch in Michelau das deut\u00adsche Korbmuseum befindet, verkauft man jetzt aber dessen Nachlass unter verschiedenen Labeln, so auch hier im Rat\u00adtan-M\u00f6bel-Haus.<\/p>\n<p>\nOffenbar m\u00fcssen die Indonesier oder die anderen Asiaten, die schon immer ca. 90% des Rattan verarbeitet haben, auf die Idee gekommen sein, sich die Sch\u00fctzschen Krea\u00adtionen mal richtig anzusehen und die Contai\u00adner nicht mehr mit Rattanstangen, sondern gleich mit M\u00f6beln zu beladen. Das war dann das Aus f\u00fcr die deutsche &#8222;Wertarbeit&#8220;. Sch\u00fctz war pleite.<\/p>\n<p>\nNun k\u00f6nnte man diesen Prozess als &#8222;Globalisierung as usual&#8220; abtun, aber Chris\u00adtian Jadyschke ist nicht von Haus aus ein H\u00e4ndler, der nur die Produkte anderer gewinnbringend an den Mann bringt, er ist auch ein Urgestein unserer Heimat.<\/p>\n<p>\nWie einige Waltersdorfer, kam auch seine Familie aus den bekannten Gr\u00fcnden aus dem Gebiet des heutigen Polen. Sein Vater bekam nach dem Krieg Besch\u00e4ftigung als Vermesser bei den Russen beim heutigen Flughafen Sch\u00f6nefeld. Eines Tages kam er von Diepen\u00adsee her\u00fcber (auf einem Weg den man heute nicht mehr gehen kann, aber alte Walters\u00addor\u00adfer werden sich an diesen Pfad zu den &#8222;Radarteichen&#8220; noch erinnern) und sah Korb\u00adweiden am Wege. Da lie\u00dfe sich etwas draus machen, dachte der junge Mann und begann als einer der ersten Gewerbetreibenden des Nachkriegs in dieser Gegend, K\u00f6rbe und Kiepen zu flechten. Die Mutter freilich muss\u00adte damit durch die Stra\u00dfen ziehen, um sie zu verkau\u00adfen und durfte erst wieder\u00adkom\u00admen, wenn sie alle an den Mann gebracht waren.<\/p>\n<p>\nDann kamen die ersten goldenen Zeiten, denn in der DDR stand man nach ausge\u00adfal\u00adlenen Waren, wie sie Korbm\u00f6bel darstellten, Schlange. Allein sein Trinkgeld w\u00e4re respek\u00adtabler gewesen als sein heutiges Einkommen. Aber es war ja nur sogenanntes Spielgeld.<\/p>\n<p>\nDie zweiten goldenen Zeiten setzten mit der Wende ein, als Christian Jadyschke 40 war. Er konnte nun die ganze Pracht auf 4000 m2 im neuen Gewerbegebiet Lilienthalpark aus\u00adbreiten, konnte auf deutsche und ausl\u00e4n\u00addische Produkte setzen und seine Ausstellung wurde sogar ein internationaler Magnet. In seiner Verkaufsausstellung konnte man alles sehen, was man aus Korb, Rattan und Ped\u00adding\u00adrohr machen kann. Und die ehemaligen DDR B\u00fcrger wollten ja auch gleich mal alles kaufen, was so neu war. Heute denkt man eher daran, dass das Geld auch noch f\u00fcr die Rente reichen muss.<\/p>\n<p>\nJetzt erw\u00e4gt er jedoch, sich weiter zu ver\u00adklei\u00ad\u00adnern, vielleicht sich ganz ins Inter\u00adnetge\u00adsch\u00e4ft zur\u00fcckzuziehen. Schauen Sie doch mal rein beim Gesch\u00e4ftsmann Christian, der als kleiner Stift beim Vater das Flechten gelernt hat.<\/p>\n<p>\nChristian Jadyschke muss lange \u00fcberlegen, ob er eine winzige Gabe f\u00fcr unser Fest der Stille entbehren kann. Dabei hat er kurz vorher Geburtstag und wer w\u00fcrde ihm da nicht gern pers\u00f6nlich gratulieren.<\/p>\n<p>\nVielleicht k\u00f6nnen Sie ihn \u00fcberzeugen, mit von der Partie zu sein.<\/p>\n<p>\n<em>\u00a9Christian Rempel      www.gedichtladen.de<br \/>\nIm Waltersdorfe 6.11.2012<br \/>\nRattan-M\u00f6bel-Haus 030 633 13 350<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Nat\u00fcrlich Rattan&#8220; &nbsp; Mein Namensvetter Christian Jadyschke (57) sitzt in seiner 1000 m2 Ausstellung und harrt der Dinge, die da kommen. 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