{"id":1074,"date":"2012-09-16T22:09:33","date_gmt":"2012-09-16T20:09:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=1074"},"modified":"2024-09-29T21:19:20","modified_gmt":"2024-09-29T19:19:20","slug":"kolumne-kw38-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1074","title":{"rendered":"Kolumne KW38"},"content":{"rendered":"<p><strong>eine Gastkolumne<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>An die Berliner von K\u00f6 zu Ku-<\/strong><\/p>\n<p>\nK\u00f6? Klar, kennste! &#8211; auch als Berliner &#8211; oder?: K\u00f6 = K\u00f6nigsallee, Prachtstra\u00dfe in D\u00fcsseldorf mit Schickimicki -touch. Aber diese Stra\u00dfe hie\u00df nicht immer so, und wie kam es zu einer Namens\u00e4nderung? Das wei\u00df man in Berlin sicher nicht. In D\u00fcsseldorf ist die sozusagen f\u00e4kalische Geschichte ziemlich bekannt. In ihr kommen Pferde\u00e4pfel vor und anschlie\u00dfend Arschkriecherei.<!--more--><br \/>\nIn Berlin kennt man den Ku\u2019damm und seine Namensgeschichte, wenn man sie denn kennt. Ich, der ich aus D\u00fcsseldorf bin, musste bei Wikipedia nachschauen: Der Kurf\u00fcrstendamm hie\u00df urspr\u00fcnglich Dammweg und wurde dann nach dem Kurf\u00fcrsten Joachim II . Hector (1505 &#8211; 71) benannt. Irgendwann wurde auch die Kurzform Ku\u2019damm gebr\u00e4uchlich. Angesichts der F\u00e4higkeit der Berliner, f\u00fcr \u00f6ffentlich Einrichtungen und Geb\u00e4ude witzige und respektlose Namen zu erfinden, kann man mir nicht erz\u00e4hlen, dass bei Ku\u2019 nicht auch die Assoziation zum gleichklingenden Rindvieh eine Rolle spielte.<br \/>\nDer Ku\u2019damm hat mit Berlin zu tun, mit den Hohenzollern und mit Preu\u00dfen, nichts aber mit D\u00fcsseldorf. Auf die Idee k\u00e4me man gar nicht. Umgekehrt jedoch hat die K\u00f6 nicht nur mit D\u00fcsseldorf, sondern auch mit Berlin zu tun, mit den Hohenzollern und Preu\u00dfen. Auf die Idee k\u00e4me man ebenso wenig. Aber es stimmt, und kam es, wie folgt:<br \/>\nAm 14. August 1848 fuhr der preu\u00dfische K\u00f6nig Friedrich Wilhelm IV auf Besichtigungstour in einer offenen Kutsche die Kastanienallee in D\u00fcsseldorf hinunter. Die Stadt geh\u00f6rte, wie das Rheinland seit 1815 zu Preu\u00dfen, war aber &#8211; zumal im Revolutionsjahr 1848 &#8211; aufm\u00fcpfig. So wurde der K\u00f6nig zwar bejubelt, aber auch von einigen besonders Aufm\u00fcpfigen mit Pfiffen empfangen und &#8211; welch ein Skandal &#8211; mit Pferde\u00e4pfeln beworfen.<br \/>\nSeitdem hatte D\u00fcsseldorf bei den Preu\u00dfen sozusagen verschissen. 1850 fuhr deshalb, mit einiger Versp\u00e4tung und auf Vers\u00f6hnung bedacht, eine D\u00fcsseldorfer Delegation nach Berlin und bot dem Herrscher an, die Kastanienallee in K\u00f6nigsallee umzubenennen. Dieses Angebot schlug Friedrich Wilhelm, der zwei Jahre zuvor sogar die ihm angetragene Kaiserw\u00fcrde abgelehnt hatte, nicht aus.<br \/>\nBei aller erfolgreichen Liebedien- und Arschkriecherei der D\u00fcsseldorfer muss man aber sagen, dass die l\u00e4ssige Abk\u00fcrzung K\u00f6 f\u00fcr K\u00f6nig nicht gerade von gro\u00dfem Respekt zeugt, wie es ja auch die Abk\u00fcrzung Ku gegen\u00fcber dem Kurf\u00fcrsten Joachim nicht tut. Berliner sollten nicht glauben, sie h\u00e4tten ein Monopol auf respektlose Namensgebungen.<br \/>\nAnalog zu einer Assoziation Pferde\u00e4pfel zu K\u00f6nigsallee k\u00f6nnte man jetzt &#8211; zugegeben etwas k\u00fchn &#8211; eine solche von Ku zum o. a. gleichlautenden Rindvieh, zur Kuh also und weiter zum Fladen konstruieren. Das aber w\u00fcrde schon an der Tatsache scheitern, dass man Kuhfladen nicht werfen kann. Au\u00dferdem ist dieser Joachim II schon lange tot, eine ehrenvolle Benennung ist bereits erfolgt. Und ihm ist sowieso alles schei\u00dfegal.<\/p>\n<p><em>In diesem Sinne mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen von Otto Vowinckel<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>eine Gastkolumne &nbsp; An die Berliner von K\u00f6 zu Ku- K\u00f6? Klar, kennste! &#8211; auch als Berliner &#8211; oder?: K\u00f6 = K\u00f6nigsallee, Prachtstra\u00dfe in D\u00fcsseldorf mit Schickimicki -touch. Aber diese Stra\u00dfe hie\u00df nicht immer so, und wie kam es zu&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1074\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-1074","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kolumne"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1074","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1074"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1074\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4410,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1074\/revisions\/4410"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1074"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1074"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1074"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}