{"id":1070,"date":"2012-09-09T17:33:13","date_gmt":"2012-09-09T15:33:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=1070"},"modified":"2024-09-29T14:40:39","modified_gmt":"2024-09-29T12:40:39","slug":"kolumne-kw37-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1070","title":{"rendered":"Kolumne KW37"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kurzfassung<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kurz vor seinem Tode sind im letzten Heft des Athen\u00e4ums, der Zeitschrift der Fr\u00fchromantiker, die Hymnen an die Nacht erschienen, wobei es sich ausnahmsweise nicht um ein Fragment handelte, sondern ein fertiges Werk, das als das entscheidende Zeugnis dieser Kunstepoche gilt. Um es dem Leser in einer Kurzfassung nahezubringen, der wir eine eigent\u00fcmliche Form gegeben haben, wur\u00adde eine Kurzfassung aus jeweils sechs Versen erstellt. Jeder zweite Vers enth\u00e4lt einen Binnenreim. Es soll auch eine Versfassung als Vorform gegeben haben, die uns aber nicht zug\u00e4nglich war.<!--more--><\/p>\n<p>\n<strong>Best of: Hymnen an die Nacht<\/strong><\/p>\n<p>\n<strong>1.<\/strong><br \/>\nFremdling mit den tonreichen Lippen<br \/>\nliebest Du nicht das allerfreuliche Licht?<br \/>\nDes Lebens kurze Freuden stehen in grauen Kleidern<br \/>\nin Nebenr\u00e4umen stellte das Licht auf: lustige Gezelte.<br \/>\nWeil die Nacht Dir abwendig macht die Dienenden<br \/>\ns\u00e4est Du zu allen Zeiten leuchtende Kugeln in des Raumes Weiten.<\/p>\n<p>\n<strong>2.<\/strong><br \/>\nGesch\u00e4ftigkeit verzehrt den himmlischen Anflug der Nacht<br \/>\ndie zeitlos und raumlos legt des Lichtes Schranken blo\u00df.<br \/>\nSchlaf \u2013 begl\u00fccke zu selten nicht der Nacht Geweihte<br \/>\nnichts von Dir wissen die Toren, die Du doch auch geboren.<br \/>\nUnd sie wissen nicht, dass Du es bist<br \/>\ndie des M\u00e4dchens Busen umschwebt, mir ihren Scho\u00df entgegenhebt.<\/p>\n<p>\n<strong>3.<\/strong><br \/>\nAls ich kraftlos am H\u00fcgel stund, nur ein Gedanke des Elends<br \/>\nals nichts mehr ging, am fliehenden verl\u00f6schenden Leben hing.<br \/>\nMit einem Male riss das Band \u2013 des Lichtes Fessel<br \/>\nSchlummer des Himmels kamst \u00fcber mich, Nachbegeisterung hatte ich.<br \/>\n\u00dcber sich hebender Gegend schwebte mein entbundener Geist<br \/>\nJahrtausende abw\u00e4rts wie Ungewitter, ich im Glauben erzitter.<\/p>\n<p>\n<strong>4.<\/strong><br \/>\nDie kristallene Woge bricht am Grenzgebirge der Welt<br \/>\nwo ich oben stand und schaute des Lichtes Unruhland.<br \/>\nDas Irdische schwimmt oben auf, wird zur\u00fcckgef\u00fchrt<br \/>\naber was durch Liebe heilig ward, rinnet jenseits auf geheime Art.<br \/>\nMutter schickt, dass die Welt ewig angeschautes Denkmal werde<br \/>\nich f\u00fchl Deiner Gesch\u00e4ftigkeit Ende, himmlische Freiheit, selige B\u00e4nde.<\/p>\n<p>\n<strong>5.<\/strong><br \/>\nDes Meeres dunkle, gr\u00fcne Tiefe war einer G\u00f6ttin Scho\u00df<br \/>\nFl\u00fcsse, B\u00e4ume, Blumen mit menschlichem Sinn sind mittendrin.<br \/>\nNur ein entsetzliches Traumbild war noch, ein Gedanke nur<br \/>\nder Tod mit seinem Lustgelag Angst und Schmerz und Tr\u00e4nen vermag.<br \/>\nEntsiegelt ward das Geheimnis<br \/>\nden uralten Stein hoben himmlische Geister, befreiten den Tod \u2013 den Meister.<\/p>\n<p>\n<strong>6. Sehnsucht nach dem Tode<\/strong><br \/>\nGelobt sei uns die ew&#8217;ge Nacht, gelobt sei uns der Schlummer<br \/>\nso kommen wir in engem Kahn geschwind am Himmelsufer an<br \/>\nDie Vorzeit, wo noch bl\u00fctenreich uralte St\u00e4mme prangten<br \/>\nden fr\u00fchen Tod in Liebesglut geweiht dem s\u00fc\u00dfen Lebensmut.<br \/>\nGetrost die Abendd\u00e4mmrung graut den Liebenden, Betr\u00fcbten<br \/>\nTraum breche nun die Banden los, die banden der Geliebten Scho\u00df.<\/p>\n<p>\n<em>C.R. nach Novalis 8.9.2012<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurzfassung &nbsp; Kurz vor seinem Tode sind im letzten Heft des Athen\u00e4ums, der Zeitschrift der Fr\u00fchromantiker, die Hymnen an die Nacht erschienen, wobei es sich ausnahmsweise nicht um ein Fragment handelte, sondern ein fertiges Werk, das als das entscheidende Zeugnis&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1070\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-1070","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kolumne"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1070","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1070"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1070\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4411,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1070\/revisions\/4411"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1070"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1070"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1070"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}