{"id":1062,"date":"2012-09-02T18:50:38","date_gmt":"2012-09-02T16:50:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/?p=1062"},"modified":"2024-09-29T14:37:49","modified_gmt":"2024-09-29T12:37:49","slug":"kolumne-kw36-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedichtladen.de\/blog\/archive\/1062","title":{"rendered":"Kolumne KW36"},"content":{"rendered":"<p><strong>Einsamkeit<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Einsamkeit kann so dr\u00fcckend sein, dass manchmal die Kommunikation mit der Au\u00ad\u00dfenwelt v\u00f6llig abbricht. Es kann zu Tagtr\u00e4u\u00admen kommen, die der Logik entbehren, bei denen bei Dichtern die Worte noch hervor\u00adquellen, die eigentlich mystische Versenkung sind.<\/p>\n<p>\nDie Suche nach einem Thema, mit dem man die Einsamkeit zu durchbrechen sucht, kann einen auf den Versuch bringen, sich selbst eine Aufgabe zu stellen, man kann die Auf\u00adga\u00adben Revue passieren lassen, die gerade an\u00adstehen, zu denen man sich aber nicht aufraf\u00adfen kann, und sie kann einen bis in religi\u00f6se Gefilde entf\u00fchren, wo man einen Sendboten Gottes herbeisehnt.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nZwei Drittel des Jahres sind nun schon ver\u00adstri\u00adchen und man h\u00f6rt schon von einigen, dass sie schon an Weihnachtsgeschenke denken und sogar das eine oder andere zum Fest eingekauft haben.<\/p>\n<p>\nWenn man die Zeitungen aufschl\u00e4gt, stellt man fest, dass ein Fest und eine Aktivit\u00e4t die andere jagt, als g\u00e4be es keine Sorge um die Zukunft, als s\u00e4hen wir nicht einer Geldent\u00adwer\u00adtung entgegen, die wohl der einzige Aus\u00adweg aus der sog. Eurokrise ist.<\/p>\n<p>\nSich selbst eine Aufgabe zu setzen, besteht meistens darin, dass man sich vornimmt, weniger Zeit vor dem Fernseher zu vertun, dass man seine Wohnung in Ordnung h\u00e4lt oder sogar mal wieder renoviert. So erstrahlt unsere K\u00fcche jetzt auch wieder in einem strah\u00adlenden Wei\u00df, Flusssteine zieren die W\u00e4n\u00adde und selbst der Fussboden ist mit ei\u00adnem neuen Schiffsboden belegt. Aber doch bleibt die Sehnsucht nach einer geistigen Aufgabe, die jemanden unterhalten k\u00f6nnte, die andere um kleine Erkenntnisse bereichert, die wenigstens erw\u00fcnscht ist. Gern w\u00fcrde man jemandem mal wieder die Freude eines Gedichtes oder eines Essays machen, aber man hat nicht das Gef\u00fchl, dass so etwas ge\u00adw\u00fcnscht wird und es bleibt wieder die Ein\u00adsamkeit.<\/p>\n<p>\nAls anstehende Aufgabe g\u00e4lte es, das &#8222;Fest der Stille&#8220; auch diesjahr wieder zum zweiten Advent zu organisieren, aber man m\u00fcsste \u00fcber Geb\u00fchr Energie darin investieren, dass \u00fcberhaupt alle mal wieder aufwachen und sehen, dass es nur noch drei Monate bis da\u00adhin sind. Das Gef\u00fchl der Zusammengeh\u00f6\u00adrig\u00adkeit ist auch da der Einsamkeit gewichen, aus der es fast keinen Ausweg mehr gibt.<\/p>\n<p>\nVielleicht besteht die L\u00f6sung f\u00fcr das Problem der Ein\u00adsam\u00adkeit sogar in noch mehr Einsam\u00adkeit, indem man n\u00e4mlich diese \u00fcberhaupt an sich heranl\u00e4sst und sich ihrer bewusst wird. Viele empfinden die Einsamkeit gar nicht mehr richtig, weil sie sich in Aktivit\u00e4ten st\u00fcr\u00adzen, die gar keine Pause mehr finden. Nur we\u00adnige noch nehmen sich bewusst Auszei\u00adten, in denen sie sich zum Beispiel aus den Medien und sogar aus der Familie ausklinken und eine Zeit ganz f\u00fcr sich verleben. Auf die\u00adsem Wege, wie wir auf unserer Wanderung letz\u00adtens haben feststellen k\u00f6nnen, flie\u00dfen ei\u00adnem Erlebnisse zu, die gegen\u00fcber der gerade ge\u00adw\u00e4l\u00adzten Problematik neutral sind, die ei\u00adnem neuen Mut geben k\u00f6nnen. Vielleicht auch re\u00adligi\u00f6se Gedanken, wie sie der Manu\u00adela Ger\u00adlach vor Jahren einkamen und die wir letz\u00adtens wiederfanden:<\/p>\n<p>\nDer Tag krampft sich zusammen<br \/>\nDer Abend kriecht, schmales Rinnsal, aus meinen Augenwinkeln<br \/>\nLichtschein in meinen Stra\u00dfen, h\u00e4ngt sich an meine kranke, zerschmerzte Seele<br \/>\nEngel, komm nicht zu nah \u2013 zu sp\u00e4t, doch nie kommst Du ungerufen<br \/>\nEinsamsch\u00f6ner Engel, spielst auf Deinem Fl\u00fcgel, begnadet, m\u00f6chte man meinen<br \/>\nEr bedarf meiner nicht, ich gehe bis ins Innerste ertaubt vor\u00fcber<br \/>\nUnd der Tag krampft sich zusammen<br \/>\nO Gott, lass mich nicht mutlos werden an mir<\/p>\n<p>\n<em>Im Waltersdorfe 2.9.2012<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einsamkeit &nbsp; Die Einsamkeit kann so dr\u00fcckend sein, dass manchmal die Kommunikation mit der Au\u00ad\u00dfenwelt v\u00f6llig abbricht. 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