Der Gedichtladen

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Kolumne KW40 „Die Prinzessin auf der Erbse“

Die Prinzessin auf der Erbse

 

Diese Kolumne lesen ja nur die Großen und für die Kleinen, für die das Kasperstück gedacht ist, werden es sicher nicht erfahren und es wird eine Überraschung für sie bleiben. Als ich die Idee hatte aus dem Märchen von Hans Christian Andersen etwas zu machen, las ich mir natürlich erst noch einmal das Original durch und das ist keine große Arbeit, denn es besteht aus nur wenigen Sätzen.


Besonders schwierig ist es, den Kritiken des Vorjahres zu folgen und es dann als kasperstück nicht zu lang werden zu lassen. Eine weitere Maßgabe war, dass ich es gar nicht als Stück schreiben soll, so meine Partnerin in Sachen Puppenspiel Veronika Protz, sondern nur das Gerüst, das dann offen für Improvisation bleiben soll. Beides ist mir nicht so recht gelungen, weil eine solche Sache ein bisschen ausgesponnen werden muss und sich die Grundlage für eine Improvisation erst dadurch ergibt, wenn man weiß, wie die Figuren genau agieren.

Das könnte auch ein bisschen eine Metapher sein auf unsere Schallschutzproblematik, wo doch die Erbsen auch noch nicht zu spüren sind und wir uns alle ein bisschen wie Prinzessinnen qualifizieren wollen, indem wir die leiseste Störung unseres Schlafes praktisch schon vorher wahrnehmen. Noch ist der Flughafen nicht in Aussicht, aber wir haben schon seit Jahren unsere Anträge auf Schallschutz zu laufen, die jetzt wirklich zu einem Ende kommen sollen, die für die meisten in einer Abfindung in Höhe von 30% des sog. schallschutzbezogenen Grundstücks­werts beträgt. Wir sind offenbar nicht allein vorgeprellt, sondern auch andere sind den Maßgaben des Flughafens gefolgt und haben diesen Wert, der i.d.R. unter dem Wert der Schallschutzmaßnahme liegt, ermitteln lassen.

Wir wollten an dieser Stelle über die Fairness dieses Verfahrens infor­mieren und können feststellen, dass wir einigermaßen zufrieden damit sein können, wenn der Vergleich auch zeigt, dass viel kleinere Häuser fast mit dem gleichen Wert veranschlagt wurden. Da wird wohl aus unerfindlichen Gründen ein bisschen auf- und abgerundet, aber das wirklich Notwendige ist damit durchaus zu stemmen.

Nun sind wir also guter Dinge, wie sich die Baumaßnahmen anlassen. Die Prinzessin auf der Erbse wäre zwar nicht zufrieden mit dieser Wohnsituation, aber wir sind eben rauere Winde gewohnt.

Christian Rempel im Waltersdorfe
5.10.2014