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Kolumne KW 04 2016 „Die verlorene Schlacht“

Die verlorene Schlacht

 

Was soll uns die Geschichte um Johann Friedrich den Großmütigen, genannt Hanfried, den man noch heute auf dem Jenaer Marktplatz bewundern kann? Er lebte im 16. Jahrhundert und war Anführer der Reformationstruppen, dem sog. Schmalkaldischen Bund.

In Sachsen hatte ja die Reformation ihren Ausgang genommen, aber der Kaiser war natürlich katholisch und bekämpfte die Kurfürsten, die sich auf Luthers Seite geschlagen hatten.

Dann kam es zu der Schlacht am Mühlberg. Die Dresdener Sachsen hatten sich leider auf die Seite des Kaisers gestellt und für die Reformierten unter Hanfrieds Führung bestand gar keine Chance. Hanfried wurde gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Er verlor die Kurfürstenwürde und Teile seines Landes.

Dann wird die Strafe aber in eine fünfjährige Haft umgewandelt und er kann 1552 nach Jena zurückkehren. Diese Heimkunft wurde ein Triumphzug, man findet noch heute die Gedenksteine dafür. Und er brachte den Plan mit, in Jena eine Universität zu gründen, die es heute noch gibt.

Erstes Bild: Hanfried kehrt auf der Horizontalen bei Jena mit dem Plan, eine Universität zu gründen, mit seinen Getreuen Pater Francesco und Hauptmann Knapp zurück. Es soll keine juristische Fakultät geben, weil er ja im übertragenen Sinne mit dem Gott Juris im Krieg gestanden hatte. Den Lehrstuhl für Poetik will er mit Effendi besetzen, der abseits der Szene sitzt.

Zweites Bild: Im Olymp findet die schöne Justitia einen Brief der Aufständischen, doch sie muss ihren Mann, eben diesen Juris, anklagen, dass er den Brief verzögert hat.

Drittes Bild: Die Professoren und der Bürgermeister unterhalten sich über die geplante Ausrichtung der Universität. Hanfried wird von ihnen begrüßt und sie breiten den Plan aus und singen ein Lied. Da kommt Justitia angeschwebt und zeichnet etwas in den Plan. Als sich die anderen dann dem Plan zuwenden, sehen sie, dass sich etwas verändert hat. Doch was nur?

Dieses Stück soll lehren, was man aus einer verlorenen Situation machen kann, wenn man nicht aufgibt und Ideen hat. Es wird am 12.2.2016 noch einmal aufgeführt.

Christian Rempel im Waltersdorfe, den 30.1.2016

2 Kommentare

  1. Christian

    Dünner, gestelzter Wortescheiß
    was tun, wenn man es nicht besser weiß
    einfach mal drauf haun – ohne Verstand
    ohne Gespür fürs neue, schon gar nicht das alte Land?

    Mit selbst gemalter Aura allein
    kann niemand „Intellektueller“ sein
    nichts verstehen, vom Heute und Gestern
    flach und talentlos – siamesische Schwestern?

    Ihm geht es wie mir, Gott sei Dank
    überfordert werden wir einfach krank
    suchen nach Niesche und warmer Lücke
    wir zwei machen zum Weltall unsere billige Krücke!

    08.02.2016
    C T

  2. Christian

    Das Stück zu kennen, könnt man glauben
    dass Sie sich solche Verse erlauben
    das klingt profund und intellektuell
    und ward geschrieben ziemlich schnell
    wenn Sie sich identifizieren ließen
    es würde alle weniger verdrießen

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