Was steht an Sternen um diese Zeit
unsichtbar hinterm Sonnenwagen
verblichen zur Unkenntlichkeit
doch Gegenwart in diesen Tagen

Das Sternbild ist`s der Wassermänner
die auch als phantasievoll gelten
und unbeständig sagt der Kenner
daheim in jenen fernen Welten

Die doch verwunschen noch zum Teil
geheimnisvoll und sagenhaft

der Wassermann holt sie derweil
herbei mit seiner Wissenschaft

Es fehlt ihm oftmals an Geduld
die Früchte dann zur Reife bringt
und andre ernten, seine Schuld
wenn viel zu wenig ihm gelingt

Wir andern woll`n den Rat ihm geben
dass er die Phantasie beschneidet
mit beiden Beinen steht im Leben
und die Capricen tunlichst meidet

C.R. 3.2.2011

Im Jahre 1601: ein Mann in einem Wagen sitzt
der bringt ihn hin von Linz nach Prag
sich einem Gelehrten anzudienen
was dieser Weg wohl bringen mag?

Das brachte unsrer Welt Gesetze
entdeckt am lichten Firmament
von dreien spricht man, doch das letzte
wohl kaum noch wer zusammenbringt

Der Mann war leider fehlgesichtig
fremde Daten war`n zu nutzen
doch was er fand war völlig richtig
sein Sinn war religiös und züchtig
dient Wallenstein als Astrolog
bei dem er streng die Worte wog
dies könnt auch Dir von Nutzen sein
drum laden wir zum Raten ein

C.R. 29.12.2010

Wer ist das wohl?

Hat keinen Bart, sein Mantel grün
Man kann sich noch so sehr bemüh`n
Kann einfach nicht danebenraten
Denn zu berühmt sind seine Taten
Auch jedem Kind bereits geläufig
Wenn man auch sagte, er kommt häufig
Und nicht nur einmal jahresweis
Selbst wenn man annimmt, es wär heiß
Das Datum einem schon verrät
Dass jenes Fest zu feiern steht
Bei dem der Gute unentbehrlich
Wie sollt man raten noch, sei ehrlich

Der Dichter selbst ist hier verlegen
Umsonst bemüht er seinen Bregen
Die Sache etwas schwer zu machen
Er sinnt und sinnt, die Kinder lachen
Dann hat er nunmehr aufgegeben
Und sieht: so einfach ist das Leben

C.R. 20.11.2010

Ich hab sie schließlich zu verwalten
die Bücher, Hefte ungeliebt
aus diesen kann man nichts gestalten
für mich sich daraus nichts ergibt

Ein Autor hat sich angesagt
höflich grüßt der, kommt herein
nach Büchern, Heften er mich fragt
ich brumm ihn an, bin gern allein

Knall ihm so manchen Stapel hin
die kann der Kerl unmöglich lesen
ich immer noch der Meister bin
geb Obacht vom verstaubten Tresen

Nach Wochen wird der Kerl behaupten
dass er in Büchern etwas fand
in den Folianten, den verstaubten
was Musen wanden mit „güldnem Band“

Da bleibt mir nur, ihn madig machen
Verbindungen hab ich, kann ihm schaden
so viel versteh ich von den Sachen
ich halte keimfrei meinen Laden

Ich bin es nämlich, das System
lass mir nicht in die Suppe spucken
ein Leben hab ich angenehm
an mir wird sich der Kerl verschlucken

C.R. zum 3.11.2010

105 Jahre bist Du nun schon unter der Erde
wolltest, dass keiner sich Deiner erinnert
ob ich wie andre so vergesslich werde?

Sie will ich erinnern, dass Du hast gelebt
wolltest, dass keiner sich Deiner erinnert
Dein Vater hat arm noch in Eisenach gewebt

Sie will ich erinnern, dass Dein Werk besteht
wolltest, dass keiner sich Deiner erinnert
noch heute die Optik berechnet nur geht

Sie will ich erinnern, dass Mikroskope
Bazillen entdeckten, die uns Geißel waren
Du machtest perfekt sie vor langen Jahren
entwickeltest genaueste Rechenverfahren
ganz ohne Computer, mit anderen Mitteln
ich find so rein gar nichts an Dir zu bekritteln

C.R. 29.9.2010

Wohl bald schon an die Siebzig ran
war 15 Jahre Bürgermeister
vergessen ist er fast der Mann
erinnerst Du Dich, na wie heißt er?
Man muss wohl ein Berliner sein
der stets nur hört von den Skandalen
die Schulden sind ja auch nicht klein
das ändert sich auch nicht durch Wahlen
Und trotzdem hört man noch von ihm
schalt` ich doch heut das Radio an
empfiehlt mir eine Sonnencream
so fängt Erinnern manchmal an

C.R. 4.08.2010