Der Schulzenstab hat Sie erreicht
drum sind Sie heute hergekommen
seit kurzem aus der Schlafstadt weicht
ein hohes Bauwerk unbenommen

Der Malvenzweig ist aufgemalt
und ziert den Giebel der Figur
der Platz mediterran bestrahlt
beherrscht von Steinen ist die Flur

Ein Zentrum ist hier gleich entstanden
zu danken ist`s den Supermärkten
mit Waren auch aus fernen Landen
wo sie hier noch am Rathaus werkten

Nicht alle Blütenträume reiften
die Fläche war auch streng beschnitten
wohin Ideen manchmal schweiften
und wie auch heftig ward gestritten

Zwei Mütter hat`s famose Haus
Frau Riccius bracht` es zu Papier
und Hoch-Tief führt` es dann aus
von diesen ist Frau Eming hier

Einen Herrn darunter gibt es doch
der hier die Firmen dirigierte
man sagte das war Bernhard Koch
den Bau als Bauleiter aufführte

Und Bänke laden auch schon ein
das wird man weiter träumen sollen
soll nun ab heut der Dorfplatz sein
man lebt ja hier nicht aus dem Vollen

Hat nicht im Überfluss Millionen
wer mittut, soll auch davon haben
statt Mauern sehn wir hier Gabionen
sich dieses Anblicks zu erlaben

Wird man nicht weither kommen müssen
der Schulzendorfer liebt die Ruh
mit Schallschutz auf den sanften Kissen
sieht man der Welt gelassen zu

Den Beteiligten sei Dank
C.R. www.gedichtladen.de zum 9.7 .2010

Die Natur nimmt die gepflasterten Wege zurück
überall rieselt`s von den Bäumen herab
mir fehlt ein Sternenkorb, der war voller Glück
vom Bandmaß schneide ich täglich ein Stückchen nur ab

Wir halten das alles hier unten am Laufen
bedienen des Lebens ursprünglich Betrieb
zwar kann man das alles fertig schon kaufen
doch do it yourself ist unser Prinzip

Breite die Schürze aus, es fallen hinein
die vielen Sterne vom Himmelsschrein
ach wären sie alle Dukaten

Und schürze die Lippen, mach die Äugelein zu
das Ziel meiner Küsse bist immer nur Du
ich werde Dich niemals verraten

C.R. 9.8.2009

Bister sei des Meer Couleur,
des grauen Morgens Brühe.

So sieht es kaum der grand flaneur
bezechte Heimkehr in der Frühe.

Ein Leuchtturm in der Stille blakt
übernächtig, wohl zu spät.
Sein Licht am Nebel lustlos nagt,
durch den der Mann nach Hause geht

Im Hafen dräun wie festgefroren
steilwandig Riesen, sintemal
den Klang der Liebe in den Ohren
scheint`s Exterieur besonders schal

Doch all die Trübsal unsern Mann
des Innres schachtelt fein in Borke
ficht derart Bildnis gar nicht an
schmeckt nach dem Kuss und fühlt sich knorke

C.R. 16.11.2006

Nun sei mir heimlich, lieb und zart,
setz Deinen Fuß auf meinen nun.
Mir sagt es: „Du verläßt die Welt,
um ganz allein auf Dir zu ruhn“

Dir sag ich: „Ließe mich die Welt
und könnt ich fröhlich und allein
wie Deines leichten Fußes jetzt
auch Deines Lebens Träger sein.“

C.R. 1989, 27.10.02