Adaption

Wandelt sich rasch
auch die Welt
wie Wolkengestalten
alles Vollendete fällt
unter Schneefall und Wind,
heim zum Uralten.

Rilke

Heimat
Wandelt sich kaum
auch die Welt ist
wie Wolkenschaum
der vollendete Traum
mit fresh snow down
home to Archae

Doch Wolkenballung
Sternbildgestalten
die innerlich Kalten
wollen nicht walten
im stillen Ballone
da wo ich wohne

C.R. 18.2.2012

Da ich nun im Verdacht stehe, dieses tränenreiche Thema in die Welt gesetzt zu haben, dabei entstand es aus dem Impuls unserer episodenhaft entdeckten Offenheit gegenüber anderen Kulturen, die uns doch in unserer damaligen Heimat, wie man heute sagen würde, “zwang­haft” nahege­bracht wurde, muss ich wohl auch was dazu schreiben. Das sind nicht nur die Tränen zweier Weltkriege, an denen wir wegen der Gna­de der späten Geburt, wie es der Kanz­ler aller Deutschen mal bonmotmäßig ausdrück­te, gar keinen Anteil mehr hatten. In meinem Fall wur­de einer der Übriggebliebenen mein Vater und eine ebenso junge Frau meine Mutter, die ich später zu beweinen hatte. (weiterlesen …)

Für Dich 2012

2012, die Welt stürzt ein,
vorerst sammeln sich Termine,
trag in den Maya-Kalender ein,
was noch zu tun, mit saurer Miene.

Soll man sich lieber fallen lassen,
vielleicht in einen Maya-Schoß?
Den kleinen Tod gleich mitzuhassen,
käm’ ich nie drauf, was sagst Du bloß?
Zu überleben Zweitausendzwölf, Dir dieses Verslein treulich hölf.

C.R. 2. Januar 2012


Zeichenfeder

Wir dienen heute nicht mehr gern
Folgen ungern fremdem Willen
Lassen uns nicht mehr belehr`n
Was wir noch tun, das muss schon thrillen

Wir packen nur noch selten an
Arbeitshandschuh brauchst Du nicht
Es soll`n doch mal die andern ran
Wir selbst steh`n viel zu sehr im Licht

Wir sind auch selten noch besoffen
Den Kater soll`n die andern haben
Sind schon genug vom Leid betroffen
Und haben doch auch bess`re Gaben

Diese Gaben schaff herbei
Knecht Ruprecht, der als letzter dient
Der muss das tun, der ist nicht frei
Das weiß doch jeder und er grient
Sich eins um andre Mal
Kahl
Sind eben alle Bäume
Wenn sie nicht gerade potenziell
Als Weihnachtsbäume sind zur Stell`
Warum dann besser unsre Träume?

C.R. 16.12.2011

Wir wissen: eine Konjunktion
Von zwei Planeten ist`s gewesen
Von Jupiter auf Königsthron
Und vom Saturne kann man lesen
Dass er der Stern der Juden ist
Dass er ihm damals nah gekommen
Waren eins fast – unbenommen
Woll`n wir nun eins sein mit dem Kinde?

C.R. 16.12.2011

Der Schulzenstab hat Sie erreicht
drum sind Sie heute hergekommen
seit kurzem aus der Schlafstadt weicht
ein hohes Bauwerk unbenommen

Der Malvenzweig ist aufgemalt
und ziert den Giebel der Figur
der Platz mediterran bestrahlt
beherrscht von Steinen ist die Flur

Ein Zentrum ist hier gleich entstanden
zu danken ist`s den Supermärkten
mit Waren auch aus fernen Landen
wo sie hier noch am Rathaus werkten

Nicht alle Blütenträume reiften
die Fläche war auch streng beschnitten
wohin Ideen manchmal schweiften
und wie auch heftig ward gestritten

Zwei Mütter hat`s famose Haus
Frau Riccius bracht` es zu Papier
und Hoch-Tief führt` es dann aus
von diesen ist Frau Eming hier

Einen Herrn darunter gibt es doch
der hier die Firmen dirigierte
man sagte das war Bernhard Koch
den Bau als Bauleiter aufführte

Und Bänke laden auch schon ein
das wird man weiter träumen sollen
soll nun ab heut der Dorfplatz sein
man lebt ja hier nicht aus dem Vollen

Hat nicht im Überfluss Millionen
wer mittut, soll auch davon haben
statt Mauern sehn wir hier Gabionen
sich dieses Anblicks zu erlaben

Wird man nicht weither kommen müssen
der Schulzendorfer liebt die Ruh
mit Schallschutz auf den sanften Kissen
sieht man der Welt gelassen zu

Den Beteiligten sei Dank
C.R. www.gedichtladen.de zum 9.7 .2010